Willibrordschule - Steinfurt / Burgsteinfurt
 

Wie es dazu kam, Kindergarten, Schule und Gemeindezentrum an
der Kreuzstiege mit dem Namen des hl. Willibrord zu benennen.

(aus dem Jahre 1983 von Dechant Hubert Reinhold)
 



Als unser Kindergarten an der Kreuzstiege 1958 seiner Bestimmung übergeben wurde, erhielt er nicht sofort einen Namen. Wir nannten ihn einfachhin den „neuen Kindergarten in der Siedlung". Der Name „Friedenau" für den im Entstehen begriffenen Stadtteil bürgerte sich erst in den folgenden Jahren ein.
 

Einem lang gehegten Wunsch des katholischen Bevölkerungsteils entsprach die Stadt Burgsteinfurt, als sie auf dem Areal neben unserem neuen Kindergarten für die Katholische Volksschule ein eigenes Schulhaus errichten ließ. Beim feierlichen Einweihungsakt im Jahre 1963 erhielt auf Beschluss des Rates der Stadt der Neubau den Namen „Willibrordschule". Vorausgegangen war die Bitte der Stadt an die kath. Kirchengemeinde, einen Namen vorzuschlagen. Bezeichnungen wie Kreuzschule oder Friedensschule kamen ins Gespräch, um der Lage des Gebäudes an der Kreuzstiege bzw. in Friedenau Rechnung zu tragen. Die zuständigen Gremien hielten die Berührungspunkte für zu schwach. Wir durchforschten die Geschichte unserer Pfarrgemeinde und kamen immer wieder auf die Spur des hl. Willibrord.
Es folgte ein intensives Studium der bewegten Lebensgeschichte des Heiligen, den wir als eine der bedeutendsten Gestalten der germanischen Missionsgeschichte kennen lernten. Von der Gründung eines Burgsteinfurter Kirchensprengels um 800 an bis ins 16. Jahrhundert hinein war der hl. Willibrord Kirchen- und Pfarrpatron; das bedeutet: über 700 Jahre war der Name des hl. Willibrord aufs engste mit der Geschichte der Kirchengemeinde Burgsteinfurt verbunden. Die einen unter den Erforschern der heimatlichen Kirchengeschichte meinen, dass freundschaftliche Beziehungen den Edlen von Burgsteinfurt mit der vom hl. Willibrord gegründeten Kirche zu Utrecht den Ausschlag gegeben haben für die Wahl des Kirchen- und Pfarrpatrons; andere vermuten, dass der erste Bischof von Münster, wie vor ihm der hl. Bonifatius, durch die vom hl. Willibrord gegründete Missionsschule zu Utrecht gegangen, das entscheidende Wort gesprochen habe. Unumstößliche Tatsache ist es, dass der ruhmreiche Missionar, dessen Bedeutung Kirchenhistoriker heute stärker denn je betonen, durch Jahrhunderte in Burgsteinfurt hohes Anse­hen genoss und als von glühender Christusliebe erfüllter Missionar und Lehrer verehrt wurde. Zeugnisse dafür finden wir u. a. in der vom Kölner Karthäusermönch Werner Rolevinck aus Laer verfassten Geschichte West­falens aus dem Jahre 1474. Er schreibt von einer „berühmten Willibrord­prozession, die jedes Jahr am 7. November eine große Schar von Men­schen nach Steinfurt zieht, wo das Andenken des hl. Willibrord lebendig ist." Im Festregister des Memorienbuches der Johanniterkommende ist zu lesen, dass der Gedenktag des hl. Willibrord, des Patrons der Gemeinde, mit der größten Feierlichkeit begangen wurde. Erwähnt wird auch in der Chronik ein Bildnis des hl. Willibrord aus den Jahren 1426 - 30, das für den Hochaltar bestimmt war.






 

Der Rat der Stadt griff den Vorschlag der Kirchengemeinde auf und nannte das neue Gebäude Willibrordschule. Dieser Name ist der Schule geblieben über die kritische Zeit der Neuordnung des Schulwesens in Nordrhein­Westfalen hinaus, die der Volksschule ein Ende bereitete, aber dafür nach vielem Hin und Her der katholischen Grundschule in Burgsteinfurt eine Heimat bot. Wir hoffen, dass die Willibrordschule, die auf eine segensreiche Geschichte von 20 Jahren zurückschaut, einen glücklichen Weg vor sich hat.

Im Kellergeschoss des Treppenhauses der Willibrordschule fanden von Anfang an nicht nur die werktäglichen Gottesdienste der Schulgemeinde statt, die Stadt erlaubte es auch, an Sonn- und Feiertagen Gemeindegottesdienste zu feiern. Die große Zahl der Messbesucher zeigte an, dass die bedrückende Enge und die vielen Provisorien keine Dauerlösung zuließen, so dankbar die Gemeinde für die neue Möglichkeit war, in Friedenau die Messe feiern zu können und so sehr die Schulleitung alles Erdenkliche tat, die bestmöglichen Voraussetzungen für die Durchführung der Gottesdienste zu schaffen. So kam bald der erste Anstoß, für und in Friedenau einen gemeindlichen Mittelpunkt zu schaffen. Eifrige Verfechter dieses Vorhabens gründeten einen Kirchenbauverein. Pate stand von Anfang an der hl. Willibrord. Bei der Grundsteinlegung wurde eine Urkunde mit seinem Namen in das Fundament eingefügt: Seit der Fertigstellung des Gemeindezentrums ist der hl. Willibrord auch Schutz- und Namenspatron der jüngsten Gottesdienst- und Begegnungsstätte der Kirchengemeinde. Regelmäßig halten seither die Kinder der Willibrordschule ihre Gottesdienste im Gemeindezentrum St. Willibrord an den Werktagen, die Gemeindemitglieder an den Sonn- und Feiertagen; Familien- und Kindergottesdienste wechseln einander im Laufe des Kirchenjahres ab. Darüber hinaus bewährt sich das Gemeindezentrum als Stätte der Begegnung auf die vielfältigste Weise. Es ergab sich nun geradezu zwangsläufig die Notwendigkeit, auch der ältesten der 3 Einrichtungen an der Kreuzstiege einen Namen zu geben und die Zusammengehörigkeit von Schule, Gemeindezentrum und Kindergarten zu dokumentieren: der Kindergarten trägt seit 10 Jahren offiziell den Namen „Katholischer Kindergarten St. Willibrord". Auch ihm möge eine segensreiche Zukunft beschieden sein!

Bitte lesen sie auch: Die Geschichte der Willibrordschule
 

Quelle: Festschrift aus Anlass des 25jährigen Bestehens des Kindergartens St. Willibrord
und des 20-jährigen Bestehens der Willibrordschule im Jahre 1983.

Freundlicherweise zur Verfügung gestellt durch: Gerrit Feld - Willibrordschule

Aktuelle Informationen zur Willibrordschule sowie Bilder und Berichte aus dem Schulleben
gibt es auf der Schulhomepage der Willibrordschule unter www.willibrordschule.de.

 

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