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Als unser Kindergarten an der Kreuzstiege 1958 seiner Bestimmung
übergeben wurde, erhielt er nicht sofort einen Namen. Wir nannten
ihn einfachhin den „neuen Kindergarten in der Siedlung". Der Name „Friedenau"
für den im Entstehen begriffenen Stadtteil bürgerte sich erst in den
folgenden Jahren ein.
Einem lang gehegten Wunsch des katholischen
Bevölkerungsteils entsprach die Stadt Burgsteinfurt,
als sie auf dem Areal neben unserem neuen Kindergarten
für die Katholische Volksschule ein eigenes Schulhaus
errichten ließ. Beim feierlichen Einweihungsakt im Jahre
1963 erhielt auf Beschluss des Rates der Stadt der
Neubau den Namen „Willibrordschule". Vorausgegangen war
die Bitte der Stadt an die kath. Kirchengemeinde, einen
Namen vorzuschlagen. Bezeichnungen wie Kreuzschule oder
Friedensschule kamen ins Gespräch, um der Lage des
Gebäudes an der Kreuzstiege bzw. in Friedenau Rechnung
zu tragen. Die zuständigen Gremien hielten die
Berührungspunkte für zu schwach. Wir durchforschten die
Geschichte unserer Pfarrgemeinde und kamen immer wieder
auf die Spur des hl. Willibrord.
Es folgte ein intensives Studium der bewegten
Lebensgeschichte des Heiligen, den wir als eine der
bedeutendsten Gestalten der germanischen
Missionsgeschichte kennen lernten. Von der Gründung
eines Burgsteinfurter Kirchensprengels um 800 an bis ins
16. Jahrhundert hinein war der hl. Willibrord Kirchen-
und Pfarrpatron; das bedeutet: über 700 Jahre war der
Name des hl. Willibrord aufs engste mit der Geschichte
der Kirchengemeinde Burgsteinfurt verbunden. Die einen
unter den Erforschern der heimatlichen Kirchengeschichte
meinen, dass freundschaftliche Beziehungen den Edlen von
Burgsteinfurt mit der vom hl. Willibrord gegründeten
Kirche zu Utrecht den Ausschlag gegeben haben für die
Wahl des Kirchen- und Pfarrpatrons; andere vermuten,
dass der erste Bischof von Münster, wie vor ihm der hl.
Bonifatius, durch die vom hl. Willibrord gegründete
Missionsschule zu Utrecht gegangen, das entscheidende
Wort gesprochen habe. Unumstößliche Tatsache ist es,
dass der ruhmreiche Missionar, dessen Bedeutung
Kirchenhistoriker heute stärker denn je betonen, durch
Jahrhunderte in Burgsteinfurt hohes Ansehen genoss und
als von glühender Christusliebe erfüllter Missionar und
Lehrer verehrt wurde. Zeugnisse dafür finden wir u. a.
in der vom Kölner Karthäusermönch Werner Rolevinck aus
Laer verfassten Geschichte Westfalens aus dem Jahre
1474. Er schreibt von einer „berühmten
Willibrordprozession, die jedes Jahr am 7. November
eine große Schar von Menschen nach Steinfurt zieht, wo
das Andenken des hl. Willibrord lebendig ist." Im
Festregister des Memorienbuches der Johanniterkommende
ist zu lesen, dass der Gedenktag des hl. Willibrord, des
Patrons der Gemeinde, mit der größten Feierlichkeit
begangen wurde. Erwähnt wird auch in der Chronik ein
Bildnis des hl. Willibrord aus den Jahren 1426 - 30, das
für den Hochaltar bestimmt war. |

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Der Rat der Stadt griff den Vorschlag der
Kirchengemeinde auf und nannte das neue Gebäude Willibrordschule.
Dieser Name ist der Schule geblieben über die kritische Zeit der
Neuordnung des Schulwesens in NordrheinWestfalen hinaus, die der
Volksschule ein Ende bereitete, aber dafür nach vielem Hin und Her
der katholischen Grundschule in Burgsteinfurt eine Heimat bot. Wir
hoffen, dass die Willibrordschule, die auf eine segensreiche
Geschichte von 20 Jahren zurückschaut, einen glücklichen Weg vor
sich hat.
Im Kellergeschoss des Treppenhauses der Willibrordschule fanden von
Anfang an nicht nur die werktäglichen Gottesdienste der
Schulgemeinde statt, die Stadt erlaubte es auch, an Sonn- und
Feiertagen Gemeindegottesdienste zu feiern. Die große Zahl der
Messbesucher zeigte an, dass die bedrückende Enge und die vielen
Provisorien keine Dauerlösung zuließen, so dankbar die Gemeinde für
die neue Möglichkeit war, in Friedenau die Messe feiern zu können
und so sehr die Schulleitung alles Erdenkliche tat, die
bestmöglichen Voraussetzungen für die Durchführung der
Gottesdienste zu schaffen. So kam bald der erste Anstoß, für und in Friedenau einen gemeindlichen Mittelpunkt zu schaffen. Eifrige
Verfechter dieses Vorhabens gründeten einen Kirchenbauverein. Pate
stand von Anfang an der hl. Willibrord. Bei der Grundsteinlegung
wurde eine Urkunde mit seinem Namen in das Fundament eingefügt:
Seit der Fertigstellung des Gemeindezentrums ist der hl. Willibrord
auch Schutz- und Namenspatron der jüngsten Gottesdienst- und
Begegnungsstätte der Kirchengemeinde. Regelmäßig halten seither die
Kinder der Willibrordschule ihre Gottesdienste im Gemeindezentrum
St. Willibrord an den Werktagen, die Gemeindemitglieder an den Sonn-
und Feiertagen; Familien- und Kindergottesdienste wechseln einander
im Laufe des Kirchenjahres ab. Darüber hinaus bewährt sich das
Gemeindezentrum als Stätte der Begegnung auf die vielfältigste
Weise. Es ergab sich nun geradezu zwangsläufig die Notwendigkeit,
auch der ältesten der 3 Einrichtungen an der Kreuzstiege einen Namen
zu geben und die Zusammengehörigkeit von Schule, Gemeindezentrum und
Kindergarten zu dokumentieren: der Kindergarten trägt seit 10 Jahren
offiziell den Namen „Katholischer Kindergarten St. Willibrord".
Auch ihm möge eine segensreiche Zukunft beschieden sein!
Bitte lesen sie auch:
Die Geschichte der
Willibrordschule
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