Heinz Pöpping

 

Aus hartem Holz geschnitzt

 

Heinz Pöpping bevorzugt für seine Krippen die westfälische Eiche

 

Bild 1 - Heinz Pöpping ist in seinem Element

 

ELTE/KREIS STEINFURT ■ Die scharfe Klinge gleitet über das harte Eichenholz. Hinterlässt Spuren, tiefe Narben. Heinz Pöpping ist in seinem Element. Der passionierte Holzschnitzer und Krippenbauer steht in seiner Werkstatt auf seinem Fachwerkhof in Rheine-Elte und bearbeitet einen Klotz aus altem Holz. „Fassen Sie mal an, so glatt. Das ist Spiegeleiche", schwärmt der Künstler.


Sichtlich angetan von dem schönen Werkstück, widmet er sich seiner Arbeit. Eine Auftragsarbeit. „Jahrhunderte lang haben Generationen unter diesem Dachsparren gelebt", schildert Heinz Pöpping den Ursprung des Holzblocks. Jetzt hat der Hofbesitzer seinem Haus einen neuen Dachstuhl gegönnt und dabei den alten Balken einer neuen Nutzung zugedacht.

 

 „Aus dem Holz wollte er von mir eine Krippe geschnitzt haben", freut sich der Künstler über die symbolträchtige Entscheidung. Das Holz, das einst Familien unter dem Dach Geborgenheit garantierte, wird nun selbst zur Heiligen Familie.
 

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Werkstattstunden


In der Vorweihnachtszeit ist Heinz Pöpping fast ständig in seiner Werkstatt zu finden. Hier schnitzt er Krippenfiguren für Bekannte, Freunde, seine Kinder ... „Man kommt fast gar nicht mehr davon los", hat er es längst aufgegeben, die Arbeitsstunden in der Werkstatt zu zählen. Gerade verleiht er einem knorrigen Eichenstamm letzten Schliff, in den er eine Krippenszene samt Engel, Weihnachtsstern und Gesichtern der Heiligen drei Könige geschnitzt hat.


Die könnten den Betrachter auf den ersten Blick irritieren: ein typisch afrikanisches Gesicht, ein mongolisch-asiatisches Antlitz und ein Gesicht mit nahöstlichem Aussehen. „So stelle ich mir die historischen Könige vor", bekennt sich Heinz Pöpping zu seiner naturalistischen Darstellung. Von europäisch-geprägten Klischeedarstellungen hält der Künstler wenig.


Sein Zeichentalent hat dem jungen Heinz Pöpping den Werk zum künstlerischen Schaffen geebnet. Ein Pater in St. Arnold erkannte im Kunstunterricht schon früh seine Talente und nahm den jungen Mann unter seine Fittiche. „Das hat mich stark geprägt. Er hat etwas vorgezeichnet, ich hab's gleich selber ausprobiert. Es ging wie von selbst."


Der weitere Weg war damit vorgezeichnet. „Wenn ich nur irgendwo Papier liegen sah, hab ich darauf gezeichnet", erinnert sich Heinz Pöpping an die Jugendjahre. Das Talent blieb auch der Mutter nicht verborgen. Die besorgte vom Tischler ein weiches Holzstück und ermunterte den Sohnemann zum Portrait-Schnitzen.


„Erst hab ich nur zögerlich angefangen, doch dann packte mich soviel Ehrgeiz, dass ich die ganze Nacht durch geschnitzt habe", entsinnt sich Pöpping. Das Ergebnis war so überzeugend, dass die stolze Mutter es überall präsentierte. Die ersten „Auftragsarbeiten", Naturmotive und Jagdszenen, folgten schnell.


Das Krippenschnitzen entstand wieder eher aus Zufall. Der Vater zweier kleiner Söhne wollte zunächst nur einen Krippenstall für die Familie bauen und die Figuren dann kaufen. Doch Ehefrau Amalia überredete ihn: „Du kannst doch sooo gut schnitzen...". Und schon legte Heinz Pöpping los. Die Jungs waren begeistert, „und dann mussten natürlich Schafe und Esel und die übrigen Figuren auch noch her."
 

Bild 5 - In Reliefform hat Heinz Pöpping in

seiner neuesten Kreation die Krippenszene

in den Eichenstamm geschnitzt.

Bild 6 - Die heiligen Drei Könige

Ausgezeichnet


Seitdem hat Heinz Pöpping ungezählte Krippen geschaffen - in unterschiedlichen bildhaften Darstellungen und Größen, aus sehr verschiedenen Hölzern. Ausstellungen wie die Krippenschau in Telgte oder in Monschau machten seine Werke bekannt. Entsprechende Anerkennung weit über die Region hat ihm nicht nur der Ehrenpreis des Bischofs von Münster verschafft, den er 1982 erhielt. Sein Können durfte er 1996 beim Weltkrippenkongress, der erstmals in Deutschland stattfand, einem staunenden Publikum live vorführen.
 

Bild 7 - Der Engel der Verkündigung

Bild 8 - Christopherus - Mooreiche

Mooreiche


Eiche ist Heinz Pöppings absolutes Lieblingsholz. Hart und schwer zu bearbeiten, „aber äußerst ausdrucksstark". Und ganz besonders ins Herz geschlossen hat der Künstler die fast schwarze Mooreiche. Viele Tausend Jahre alt, gefunden im Emsland. „Für mich ein wunderbares Material", schwärmt der Künstler. Wunderbar, aber wegen der vielen eingelagerten kleinen Sandpartikel noch schwerer zu bearbeiten: „Da muss man das Werkzeug ständig nachschärfen."


Dafür ist das Material in der Wirkung einfach unvergleichbar. „Die Ausdruckskraft, die man mit diesem Holz erzielt, ist einfach wunderschön", schwärmt der Künstler. ■ Ulrich Hiller
 

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Wie Sie weiter unten an den vielen Links sehen können, ist Heinz Pöpping aber nicht nur leidenschaftlicher Holzschnitzer und Krippenbauer. Auch bei den Fernsehsendern sind sowohl er selber als auch die Fachwerkhofanlage sehr beliebt.

 

Einen großen Auftritt bescherten ihm z.B. die Fernsehsendungen " Klingendes NRW - Weihnachten in Westfalen" im Dezember 2003 und am 1. Weihnachtstag 2006 „Die schönsten Weihnachtslieder“ und etliche weitere TV-Produktionen. 

 

 

Folgende Berichte zum Thema Heinz Pöpping können wir Ihnen zur Zeit anbieten:

Museale Anlage mit Denkmalcharakter - ein Bericht des renommierten Fachmanns für Hausforschungen, Autor zahlloser wissenschaftlicher Publikationen und Leiter des Emslandmuseums in Lingen, Dr. Andreas Eiynck

Wo Geschichte lebendig wird - eine hervorragende Beschreibung der Hofanlage von Franz Greiwe, Chefredakteur vom Redaktionskreis "Rheine, gestern, heute, morgen"

Das Backhaus - eine Beschreibung der auch heute noch von Heinz Pöpping regelmäßig betriebenen Anlage

Rundgang Fachwerkhofanlage Pöpping - eine reich bebilderte virtuelle Führung durch die Hofanlage in Jahr 2006

Krippenausstellung - besuchen Sie mit uns die Krippenausstellung 2006 in der Tenne des Haupthauses

Öffentliches Neujahrskuchenbacken - eine uralte Tradition, anschaulich und "live" dargestellt mit vielen Informationen

Ausstellung "Spüche & mehr" - Sprüche, die zum Schmunzeln und Widerspruch reizen - eine Ausstellung der besonderen Art

 

Fortsetzung folgt

 


Text: Ulrich Hiller

Text: Willi Tebben

Fotos: Familie Pöpping (Bild 1); Norbert Schröder (Bild 2 - 4, 10 - 13); Ulrich Hiller (Bild 5 - 7); Willi Tebben (Bild 5, 6)

 

Der eingefärbte Bereich erschien als Pressebericht am 22. Dezember 2007 in der Münsterschen Zeitung; Text und Fotos (5 - 7): Ulrich Hiller


 

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