|
Dreimaol unner de Wissenbrügge…
Dat Stadtdeel „Friedhoff“ hät, so lange et besteiht, ümmer
etwas vüörut hat. All vüör dreihunnert Jaohren hadde et
siene eegene Börgermesterie un wull met de Stadt nicks to
dohn häbben.
An
de südlicke Siete stonn dat Paothüsken met eene graute Paote,
de aobends üm thein Uhr tosluotten worde. Dat Hüsken is
länks wäg, owwer ümmer noch unner den Namen Blockpaote
bekannt.
In
Austen lagg de Ao, an de westlicke Kante wass de Citadelle
baut un in Norden lagg de Wissenbrügge, welke aobends hauge
trocken worde. Somet konn bi Nachttieden kienen Frümden mähr
nao den Friedhoff kuemmen.
„De Wisse is eenen Watergraben, kümp buoben van den
Kaulstrunk harunner, flött üöwer den Bumgaoden, ächter de
Citadelle här, an Pastorshus vüorbi, unner de
Friedhoffstraote düör Rolinckshoff (Houtsche Garten) in de
Ao.
Füör de Friedhüöwer hadde dütt Water eene graute Bedüdung.
Well Friedhüöwer Börger wärden wull, moss iärst dreimaol
unner de Wissenbrügge här kroeppen sein un wassen em daodüör
alle Rächte üöwergiebben“, schrieb im Juli 1932 Humorist und
Lyriker Wilhelm Nibbrig.
|
Drei Mal unter die Wissebrücke ...
Der Stadtteil "Friedhof" hat, so lange er besteht, immer
etwas voraus gehabt. Schon vor dreihundert Jahren hatte er
seine eigene Bürgermeisterei und wollte mit der Stadt nichts
zu tun haben.
An der südlichen Seite stand das Torhaus mit einem großen
Tor, das abends um 10 Uhr zugeschlossen wurde. Das Haus ist
längst weg, ist aber immer noch unter dem Namen Blocktor
bekannt.
Im Osten lag die Aa, an der westlichen Seite war die
Citadelle gebaut worden und im Norden befand sich die
Wissebrücke, die abends hochgezogen wurde. Somit konnten zur
Nachtzeit keine Fremden mehr zum
(Stadtteil) Friedhof kommen.
"Die Wisse ist ein Wassergraben, kommt oben vom Kohlstrunk
herunter, fließt über den Baumgarten, hinter der Citadelle
her, vorbei am Pastotrenhaus, unter der Friedhofstraße
hindurch über Rolinckshof (Hout'scher Garten) in die Aa.
Für die Friedhöfer hatte dies Wasser eine große Bedeutung.
Wer Friedhöfer Bürger werden wollte, musste erst drei Mal
unter die Wissebrücke hindurch gekrochen sein und dadurch
wurden ihm alle Rechte übergeben", schrieb im Juli 1932 der
Humorist und Lyriker Wilhelm Nibbrig.
Übersetzung Willi Tebben |