Aus gegebenen Anlass – und schon wieder der Wertstoffhof in Burgsteinfurt

 

2 Tage vor der Einführung der Gebührenpflicht in unseren Wertstoffhöfen ...

 

Wenn das Tor geschlossen bleibt - oder schon ein Blick auf die neue unfeine Art, an den künftigen Müllgebühren zu sparen?

 

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In den Abendstunden am Freitag, den 29.12.06 erreichte mich ein Anruf mit folgendem Hinweis: "Jetzt wird der Sperrmüll schon vor dem Wertstoffhof gestapelt. Wäre das nicht ein interessantes Thema für Stenvorde.de?"

Allerdings zu spät, da noch hinzufahren, denn es war mittlerweile stockdunkel, also keine Chance mehr zum Fotografieren. So musste ich also zugegebenermaßen äußerst ungeduldig darauf warten, bis es wieder hell wurde, aber nicht mal ein starker Dauerregen hielt mich am Samstag Morgen noch zurück.

 

Bild 1 - Dieses Bild bot sich meinem staunenden Auge.

 

Ei der Daus - wie kriegt man solche Mengen Wertstoffe unbemerkt da hin?
 

Übrigens: Wahrscheinlich ein Fall für unsere
Freunde und Helfer - die Polizei, aber nicht zum Entsorgen...
 

Bild 2 - Es folgen nun einige Fotos aus verschiedenen ...
 

Bild 3 - Perspektiven, denn ich gehe mal davon aus, ...
 

Bild 4 - dass dieser Vorgang Seltenheitswert haben wird ...
 

Bild 5 - und somit der Nachwelt erhalten bleiben sollte.
 

Bild 6 - das letzte (Bild)

 

Irgendwie wurde ich nach dem Betrachten dieser riesigen Sperrmüllmenge das Gefühl nicht los, dass hier wohl etwas mächtig falsch gelaufen war und ich gehe mal davon aus, dass diese Aktion wohl noch einige heftige Reaktionen hervorrufen wird.

 

Wie groß muss der Druck in der Burgsteinfurter Bevölkerung sein, wenn man sich zu solchen illegalen Handlungen hinreißen lässt? Aus der Größe des Müllbergs lässt sich offensichtlich schließen, dass nicht nur ein "Lieferant" am Werk war, denn es handelt sich hier wohl nicht um eine haushaltsübliche Menge. Der Berg füllt Container.

Oder trieb hier die Angst vor dem Nichtbezahlenkönnen der Gebühr ab 01.01.2007 zu diesem schändlichen Tun?

 

In dem Fall könnten wir uns vielleicht auf einiges gefasst machen in nächster Zukunft. Wir werden natürlich die uns umgebende Natur mit wachem Auge beobachten und Ihnen mit dem einen oder anderen Foto zeigen, welche Ausmaße der Mülltourismus u.U. annimmt. Ist für uns eh ein Thema, weil auf Kreis- und Kommunalebene der Tourismus ja bekanntlich auch stark gefördert werden soll. Es soll doch wohl nicht so sein, dass unsere größten Attraktionen im schönen Münsterland die wilden Müllkippen werden.

 

Also bleiben wir für Sie am Ball. Nur über den Wertstoffhof werden wir auch in Zukunft nur schwerlich berichten können. Ich habe dort nämlich immer noch Fotografierverbot (warum eigentlich?) und ein Artikel ohne Bilder ist nun mal genau so interessant, als ob in China ein Sack Reis umfällt oder im Himalaja ein Hund bellt. Dieser Bericht konnte daher auch nur entstehen, weil sich die Grundlage desselben vor dem Wertstoffhof abspielte.

 

Einige Fragen sind für mich bisher allerdings offen geblieben:

 

Die Erhebung der neuen Wertstoffhof-Gebühr ist ja bekanntlich durch die enorm gestiegenen Wertstoffanlieferungen notwendig geworden, man sprach von mehr als einer Verdoppelung der Entsorgungs-Kosten innerhalb eines Jahres. Hierbei handelt es sich jedoch um wertvolle Rohstoffe, die wieder aufbereitet oder anderweitig eingesetzt werden können. In der veröffentlichten Kostenkalkulation zur Begründung der Gebühr tauchen aber nur die entsprechenden Ausgaben auf. Gibt es demgegenüber keine Einnahmen aus dem Wertstoffaufkommen? Verschenkt etwa die Stadt die wertvollen Rohstoffe (von den Bürgern bereits liebevoll vorsortiert und dem Wertstoffhof bislang kostenlos zur Verfügung gestellt!) an die Müllentsorger, damit die ihren Gewinn damit machen können? Metallschrott ist zur Zeit ein begehrter Artikel und lässt sich bestimmt gut verkaufen. Grünschnitt usw. lässt sich hervorragend kompostieren und anschließend zum Verkauf anbieten. Auch dieser wertvolle Rohstoff wurde von den Bürgern bisher kostenlos zur Verfügung gestellt. Ist man sich seitens der Politik und Verwaltung wirklich sicher gewesen, dass das alles so weitergeht trotz nun fälliger Gebühren?

 

Was passiert, wenn die Bürger sagen: "Wir kompostieren unseren wertvollen Grünschnitt nun selber, egal wo auch immer, um dem Naturkreislauf unsererseits wieder etwas Gutes zukommen zu lassen"? Was geschieht dann mit unserer Kompostieranlage und den dort tätigen Mitarbeitern?

 

Was ist, wenn die Bürgerinnen und Bürger ihre meistens sogar sehr gut erhaltenen Möbel, Matratzen usw. nicht mehr dem Sperrmüllcontainer auf dem Wertstoffhof, sondern Einrichtungen wie der Möbelbörse, den Flohmärkten o.ä. zur Verfügung stellen, der Bauschutt den Bauern für ihre teilweise sehr  matschigen Feldwege geliefert wird?

 

Ogottogottogott, ich mag gar nicht mehr weiter schreiben, denn dann bleiben letztendlich nur noch der Windelcontainer sowie der Container für den laut Gesetz kostenlos einzusammelnden Elektroschrott. Wie das mit dem künftigen Kindersegen in der Bundesrepublik aussieht, ist hinlänglich bekannt. Sieht nicht gerade gut aus mit dem Windelnachschub. Ob der Rest reicht, den Wertstoffhof in Betrieb zu halten?

 

Ach ja, noch was. Verführte die Einrichtung des Wertstoffhofes nicht auch dazu, die Müllmenge zum guten Zweck für unsere Umwelt ein wenig zu steigern? (Der Wertstoff wird schließlich recycelt und kommt somit auch wieder in den Rohstoffkreislauf!) Außerdem leben von diesem System eine ganze Menge Leute. Ist das nun alles in Gefahr?

 

Liebe Leserin, lieber Leser, zum guten Schluss kann ich jetzt nur noch an Ihr gutes Gewissen appellieren: kaufen Sie weiterhin so viel wie möglich ein, der zarte Aufschwung derzeit darf nicht abgewürgt werden. Gestalten Sie mindestens einmal im Jahr Ihren Garten um, besser in jedem Quartal. Erzeugen Sie auch weiterhin so viele Wertstoffe wie irgend möglich, die Sie natürlich geordnet an der entsprechenden Sammelstelle abgeben.

 

Ihr Wertstoffhof braucht Sie und Ihre Gebühren zum Überleben! Stenvorde.de aber auch, denn sonst gehen uns vielleicht die Müllthemen aus.

 

Fortsetzung folgt

 

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Text und alle Fotos: Willi Tebben

 

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