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Wie
Sie in den vorangegangen Seiten unschwer erkennen können,
haben die Organisatoren und Aktiven weder Kosten noch Mühen
gescheut, für die Kinder - die Hauptpersonen an diesem Tag -
eine unvergessliche Atmosphäre mit "Action", Infoständen,
Kunst, Kreativität, Bühnenshows und einigen Leckereien auf
dem Bagnoquadrat zu zaubern. Die Kids waren also pausenlos
in Bewegung und schwer beschäftigt. Und die nun so
urplötzlich alleingelassenen und vereinsamten
Erwachsenen? Was wurde ihnen zum Ausgleich und zur
Zerstreuung an diesem Tag geboten?
Der Betreiber des Kiosks hatte sich da eine ganz besondere
Attraktion einfallen lassen, die von den meisten Besuchern
begeistert angenommen wurde. Er ließ einfach eine
Besucherschlange vor der Ausgabe bilden und so hatte man
genug Zeit und Muße, neue Bekanntschaften zu schließen, die
wichtigsten Erfahrungen in allen Lebenslagen auszutauschen
und das Neueste in Kindererziehungsfragen zu erörtern. Hier
konnte man in aller Ruhe die großen Themen Politik, Kirche
und Fußball im größeren Kreis diskutieren und irgendwann kam
es dann auch zum Höhepunkt dieses tollen und unterhaltsamen
Freizeitangebots: Man konnte, wenn man sich nach vorne
gewartet hatte, seine Bestellung aufgeben, denn
Diskussion und Unterhaltung macht nun mal einfach hungrig
und durstig.
Und schließlich soll die Gastronomie doch
ebenfalls auf ihre Kosten kommen. So'n Kiosk trägt sich
bekanntlich leider nicht von allein und ohne Umsatz.
Personal- und Energiekosten müssen ja schließlich auch
irgendwie beglichen werden.
Dennoch blieb auch hier vor der Kasse immer noch genügend Zeit für eine freundliche Verabschiedung von
den netten Gesprächspartnern und vielleicht auch noch für
eine letzte gemeinsame Zigarette.
(Das
Letztere dürfte ich eigentlich an dieser Stelle gar nicht
mehr schreiben im Zeitalter des gesetzlich geregelten
Nichtrauchens, aber dennoch wurden vereinzelt Freunde des
blauen und leider wissenschaftlich nachgewiesenen tödlichen
Qualms -steht auf jeder Packung, also muss es stimmen!-
gesichtet. Und wir schreiben bekanntlich auch für
Minderheiten!).
Ich glaube, ich schweif mal wieder ab, also
zurück zum Thema. - Anm. d. Autors.
Leider hatte ich an diesem Nachmittag
meine Geldbörse zu Hause vergessen! War nämlich nur noch ein
bisschen Hartgeld drin wegen der stark steigenden
Lebenshaltungskosten, aber dennoch
wurde ich immer herzlich in der Warteschlange aufgenommen.
Ich habe es echt genossen, denn da ich etwas flexibler war
wegen der nachweisbaren mangelnden Kaufabsicht meinerseits
gegenüber den Bestellwilligen, konnte ich mir natürlich die
interessantesten Gespräche in der Wartereihe aussuchen. Ich nahm
ja keinem den Platz weg in der hier mit aller Notwendigkeit streng geregelten Hierarchie!
Aber was ich hier alles so erfuhr, kann mir kein Radio, kein
Fernsehen und nicht mal die Tagespresse bieten. Aber bitte
nicht weitersagen! Nicht dass das Warten in der Schlange
nachher auch noch gebührenpflichtig wird!
Und auch
das sollte mal klar und eindeutig zum Ausdruck gebracht
werden, was in unserer eher kommunikationsarmen Zeit
normalerweise untergeht: hier vor dem Kiosk auf dem
Bagnoquadrat gesellte man sich als Fremder
hinzu, und einige Zeit drauf trennte man sich von echten Freunden
und vielen neuen und interessanten Bekannten.
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