Historische Gebäude in Steinfurt
- Burgsteinfurt -

 



Wasserstraße 16
 

Bild 1 - Wasserstraße 16 - Stand 12.08.2006

 

Bild 2

 

Flurstücksangaben

Lage

     

Gemarkung

5190 Burgsteinfurt

Flur

20

Flurstück

316/0

Fläche (qm)

270

Baulasten

 

Entstehungsdatum

1987/13394-31

Entstehungs-VN

 

Nachfolge-VN

 

Letzte Fortführung

 

Letzte Änderung

02.05.2006

Aktualitätsnummer

0

Status

aktuell

Flurkarte

9180.0 C7

   

Vorgängerflurstück

keine Daten erfasst

   
       


Nutzung / Klassifizierung

 

Kennung

21 213 Gebäude- und Freifläche, Mischnutzung mit Wohnen, Wohnen mit Gewerbe und Industrie

Fläche (qm)

270

 

Baugeschichtliche Beurteilung, Westfälisches Amt für Denkmalpflege, März 1991
Bei dem Gebäude handelt es sich um ein giebelständig zur Wasserstraße ausgerichtetes, eingeschossiges Gebäude und Satteldach, dessen zum Viefhoek gerichtete Traufwand von einem mittig angeordneten Zwerchhaus geprägt wird. Während der zur Wasserstraße gelegene Gebäudeteil in massiver Bautechnik ausgeführt ist, weist der rückwärtige Gebäudeabschnitt eine Fachwerkkonstruktion auf, die eine Entstehung dieses Hausabschnitts um 1600 nahelegt. Diese Datierung begründet sich zum einen durch die Verzimmerungstechnik und zum anderen durch die Form der Taubandknaggen unter dem verbreiterten Giebel zum Viefhoek und an der südlichen Traufwand.

 

Das Gebäude ist für die Geschichte der Stadt Steinfurt bedeutend, weil es die Bebauung des Stadtkerns von Burgsteinfurt in typischer Weise vertritt und wesentliche Abschnitte der Stadtentwicklung dokumentiert: Um 1600 entwickelt sich Burgsteinfurt zu einem geistlichkulturellen Zentrum des Kalvinismus in Westfalen und wurde Zufluchtsort zahlreicher aus den münsterländischen Städten vertriebenen Kalvinisten und Mennoniten, die größtenteils aus begüterten Familien stammten. Infolgedessen erhöhte sich die Einwohnerzahl Burgsteinfurts von ca. 1.500 im Jahr 1580 auf ca. 2.500 Personen im Jahr 1617. In Verbindung mit der daraus resultierenden Stärkung der Wirtschaft Burgsteinfurts kam es zu dieser Zeit zu einer enormen Neubautätigkeit.


Einen erneuten, bedeutenden Aufschwung nahm Burgsteinfurt nochmals mit der Ansiedlung neuer Industrie-, Handels- und Handwerksbetriebe seit der Mitte des 19. Jahrhunderts und dem Anschluss an die Eisenbahnlinie Münster-Gronau-Enschede im Jahr 1875. Diese beiden bedeutenden Schritte der Stadtentwicklung Burgsteinfurts führten dazu, dass ein großer Teil der Häuser entlang der Hauptstraßen eine Fassade des 19. Jahrhunderts vor einem Fachwerkbau des späten 16. Jahrhunderts / beginnendem 17. Jahrhunderts besitzt, auf den rückwärtigen Teil der Grundstücke befinden sich oftmals, insbesondere bei den Häusern entlang der Kirchstraße, schmalere Hinterhäuser, die von den Modernisierungsmaßnahmen des 19. Jahrhunderts, in der Regel ausgenommen blieben.

Bild 3

Bild 4

An dem Gebäude Wasserstraße 16 kann sowohl ein wissenschaftliches als auch ein volkskundliches Interesse geltend gemacht werden:


Für die Kenntnis der Fachwerkbauweise vergangener Epochen bietet Steinfurt infolge der umfangreichen historischen Bausubstanz eine Grundlage für profunde Kenntnisse dieser Art. Zur wissenschaftlichen Erforschung der Bautechniken des 16. Jahrhunderts trägt das o. g. Objekt bei, wie dies seine Aufführung im Katalog der Dissertation von Andreas Eiynck belegt.

 

Darüber hinaus kann an dem Gebäude ein städtebauliches Interesse geltend gemacht werden: Seine Lage an der platzartigen Einmündung der Straße Viefhoek in die Wasserstraße kennzeichnet nicht nur den alten Straßenverlauf, sondern wurde bei der Erneuerung des Gebäudes in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts für eine fassadenartige Gestaltung der nördlichen Traufwand genutzt. So trägt das o. g. Objekt in starkem Maße zu dem historischen Erscheinungsbild dieser platzartigen Straßeneinmündung bei und setzt als Auftakt zur geschlossenen Straßenflucht in dem sich südlich anschließenden Bereich der Wasserstraße einen wichtigen städtebaulichen Akzent.

 

Deshalb besteht an der Erhaltung und Nutzung des Gebäudes Wasserstraße 16 in Burgsteinfurt aus ortsgeschichtlichen, architekturhistorischen, wissenschaftlichen und städtebaulichen Gründen gem. § 2.1 DSchG NW ein öffentliches Interesse.

Bild 5

Bild 6

 

Bei dem Gebäude handelt es sich um ein giebelständig zur Wasserstraße ausgerichtetes, eingeschossiges Gebäude mit Satteldach, dessen zum Viefhoek gerichtete Traufwand von einem mittig angeordneten Zwerchhaus geprägt wird. Währen der zur Wasserstraße gelegene Gebäudeteil in massiver Bautechnik ausgeführt ist, weist der rückwärtige Gebäudeabschnitt eine Fachwerkkonstruktion auf, die eine Entstehung dieses Hausabschnitts um 1600 nahe legt. Diese Datierung begründet sich zum einen durch die Verzimmerungstechnik und zum anderen durch die Form der Taubandknaggen unter dem verbreiterten Giebel zum Viefhoek und an der südlichen Traufwand.

 

 

wird fortgesetzt

 


Text: Stadtarchiv Steinfurt

Fotos: Willi Tebben (Bild 1-6)


 

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