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Tiggelseefest 2005 des Friedenauer Schützen- und Geselligkeitvereins
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Am Samstag, den 01. Oktober 2005 veranstalteten die Friedenauer zum 17. Mal ihr traditionelles Erntedankfest auf dem Gelände rund um den Tiggelsee. Wer am Abend vorher egal auf welchem Sender den Wetterbericht gehört hatte, wird davon überzeugt gewesen sein: das fällt diesmal im wahrsten Sinne des Wortes "ins Wasser". Es wurde berichtet, dass man egal was geplant ist, dies zu Hause machen sollte, mit anderen Worten: an diesem Samstag bitte nicht mal einen Hund vor die Tür jagen.
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So weit, so gut. Nun gibt es aber im westlichen Münsterland ein kleines Städtchen mit 2 Stadtteilen, wo die Friedenauer zu Hause sind. Sie haben offensichtlich einen ganz heißen Draht zum Petrus. Und so geschah es. Kurz nach Mittag riss die dichte dunkle Wolkendecke auf, die Sonne kam zum Vorschein, kein Lüftchen regte sich, es wurde sehr warm und das war der Beginn eines goldenen 1. Oktobernachmittags, von dem man eigentlich nur hatte träumen können. |
| Pünktlich um 17 Uhr war es endlich so weit. Unter musikalischer Begleitung des Friedenauer Spielmannszuges brachte eine Gruppe des Vereins in ihren alten Trachten die traditionelle Erntekrone auf die Festwiese und dekorierte das Umfeld der Krone mit wunderbar geschmückten Erntewagen (Bollerwagen), die z.T. wohl älter als die meisten Anwesenden, aber ganz liebevoll restauriert waren. Ein wunderschönes Bild entstand vor unseren Augen: die schönsten Früchte aus Garten und Feld, die wunderschönen Trachten überragt von einem Erntekranz aus getrockneten Ähren der verschiedenen Getreidesorten, die am 3. Oktober auch den Erntedankmarkt in Burgsteinfurt krönen sollte. |
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| Schon beim Start konnte man feststellen, dass eine Änderung bei den Friedenauern stattgefunden hatte. In den letzten 11 Jahren war die fröhliche Truppe "De Holsken", eine der großen Attraktionen des Friedenauer Schützen- und Geselligkeitsvereins mit ihren Trachten und ihren Auftritten beim Erntedankfest, Erntedankmarkt und vielen anderen Veranstaltungen gar nicht mehr wegzudenken. Leider hatte diese Trachtengruppe im Frühsommer 2005 beschlossen, ihre öffentlichen Aktivitäten einzustellen. Die Gruppe bleibt zwar zusammen und der Name erhalten, tritt allerdings nicht mehr öffentlich auf. Aber es hat sich in der Zwischenzeit ganz spontan eine neue Gruppe gebildet, welche die Tradition der "Holsken" weiterführen wird: die aus 7 Paaren bestehende "Friedenauer Kötterfamilie". Diesen Namen sollte man sich unbedingt merken, denn es ist eine wirkliche Bereicherung, wie sie sich unters "Volk" mischen und auf eine wunderschöne Weise zum Gelingen der Veranstaltung beitragen. An dieser Stelle ein großes Dankeschön für die vielen schönen Gespräche, die ich mit den Mitgliedern dieser Gruppe führen konnte. |
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| Natürlich gab es noch jede Menge weitere Attraktionen auf der Festwiese, um Groß und Klein an diesem Nachmittag und Abend das Optimale bieten zu können. Es wurde auch wieder ein Luftballonwettbewerb unter dem Motto "Welcher Luftballon macht die weiteste Reise" durchgeführt, für die Kleineren stand eine gut angenommene Rollenbahn und ein Malstand zur Verfügung. Musikalisch wurde der weitere Ablauf des Festes durch den Friedenauer Spielmannszug und die befreundete Horstmarer Stadtkapelle begleitet. |
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| Wer das ganze Treiben und den Tiggelsee mal von oben betrachten wollte, hatte die Möglichkeit, sich mittels Hubwagen in luftige Höhen transportieren zu lassen.
Natürlich sorgte auch ein Getränkepavillon mit Hopfenkaltschale, etwas Hochprozentigerem und auch Alkohohlfreiem dafür, dass der körpereigene Flüssigkeitsstand nicht zu sehr absackte. Wen dann noch der kleine Hunger übermannte oder wem eine gute Grundlage fürs eine oder andere "Körnchen" fehlte, konnte an der vereinseigenen Grillhütte dafür sorgen, dass gleich gar kein "Schwächeln" entstehen konnte. Uns mangelte also an nichts! |
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noch Ruhe vor dem Sturm |
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Als die Dämmerung so langsam einbrach, hatte sich das Gelände mittlerweile so gefüllt, dass eigentlich kaum noch jemand umfallen konnte, man stand (oder saß) dicht an dicht. Die Kinder warteten auf ihren großen Lampionumzug. Die Wasserspiele der Freiwilligen Feuerwehr beleuchteten in den schönsten Farben den Tiggelsee. Es sah aus wie ein kleines Feuerwerk. |
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Ja, und dann ging es endlich los. An der Spitze formierte sich der Friedenauer Spielmannszug, etwa in der Mitte die Stadtkapelle Horstmar und ansonsten Kinder, Kinder, Kinder mit Ihren Begleitern. Ich habe wirklich nicht gewusst, dass es in Steinfurt so viele Kinder gibt - oder waren die aus der gesamten Umgebung da? Die eine Kapelle konnte von der anderen keinen Ton hören, so groß war der Abstand. Und obwohl ein langer Kurs für den Lampionzug eingerichtet war, hatte ich den Eindruck: als sich das Ende des Umzugs in Bewegung setzte, traf der Anfang fast schon wieder am Tiggelsee ein. Den Kindern war die Freude überdeutlich anzusehen. Lampions, Leuchtstäbe, Blinklichter an der Kleidung - auch hier hat die neueste Technik Einzug gehalten - sorgte für ein eindrucksvolles Bild. Sogar die Kleinsten sangen lauthals ihr "Laterne, Laterne" und was sie sonst an entsprechenden Liedern drauf hatten. Eine Bärenstimmung, das hätte noch stundenlang so weitergehen können. |
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| Aber es gibt immer einen Spielverderber. Das waren natürlich mal wieder die "Großen". Die konnten es nämlich nicht abwarten, dass endlich das große Höhenfeuerwerk abgebrannt wurde. Und so ging es dann im fliegenden Wechsel weiter: Lampionzug aus, Feuerwerk an. Wird diese Attraktion eigentlich jedes Jahr besser? Ich gehe mal davon aus, dass auch unsere Kleinsten anschließend nicht mehr so recht unterscheiden konnten, was denn nun schöner gewesen war: der Laternenumzug oder das Höhenfeuerwerk. |
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Mit diesen Eindrücken endete der erste Teil des Tiggelseefestes, denn für die "Kurzen" wurde es nun langsam Zeit, die wohlverdiente Nachtruhe anzutreten. Das heißt aber nicht, dass schon Feierabend war. Jetzt kam die Stunde des Festzeltes. Und wenn nicht der Erntedankmarkt dazwischen gekommen wäre, würden sie vielleicht heute noch feiern, die Friedenauer. Und darin sind wir uns wohl einig: sie haben es sich verdient.
Freuen wir uns also gemeinsam auf das Erntedankfest 2006 am Tiggelsee.
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Ich gehe da auf jeden Fall wieder hin. Und Sie? |
| Text und Bilder: Willi Tebben |