Das ganz besondere Erlebnis

 

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Als ich am 26.01.2012 nachmittags mit meinem Fahrrad in Richtung Borghorst düste, hatte ich eigentlich nur wenige Informationen über mein Ziel und die Aktivitäten, die mich dort erwarteten. Ein geheimnisvolles Projekt in einer kleinen offenen Ganztagsschule, mächtig engagierte Schulkinder aus den Klassen 1 bis 3, einige Schaumstoffblöcke, eine Theaterpädagogin und das Schulteam - diese Zusammenstellung weckte spontan meine Neugierde, aber auch mein Interesse, bescherte mir eine abwechslungsreiche Radtour bei frühlingshaftem Winterwetter, aber wie ich im Nachhinein feststellen muss, auch ein ganz besonderes Erlebnis.

 

Bei meiner Ankunft tobte gerade eine übermütige Rasselbande ausgelassen über den Schulhof, andere warteten im Flur vor der Mensa mit offensichtlich selbst gefertigten kleinen Handpuppen auf die Dinge, die da kommen sollten.

 

Immer mehr Eltern trudelten ein, die Mensa wurde aber immer noch geschlossen gehalten, um wohl die Überraschung perfekt zu machen, was uns hinter dieser Tür erwarten sollte.

 

Natürlich nutzte auch ich jetzt die verbleibende Wartezeit, um mich etwas umfangreicher über das hier an zwei aufeinander folgenden Tagen präsentierte Projekt zu informieren.

 

 

Bild 1 - Eine der vielen Handpuppen in Nahaufnahme

Ein Anklicken des Fotos oder des kleinen Symbols darunter führt Sie zu einer neuen Seite mit vergrößerten Fotos! - Anm. d. Autors.

Bild 2 - Die Kollegin von VOIS.TV (Internet-Filme) nutzt ...

 

Bild 3 - die Wartezeit schon mal für einige Interviews.

 

13 Kinder aus dem offenen Ganztag hatten ein ganz besonderes Puppentheater gebastelt. Aus den Eingangs beschriebenen einfachen Schaumstoffwürfeln fertigten sie unter Anleitung der Diplom Designerin Brigitte Bäumer, die übrigens auch die Regie führte, hochinteressante und wunderschöne Handpuppen.

 

So entstanden Zauberer, Könige, Hexen, Drachen, viele andere Tiere und ein wunderschöner Vogel. Dieser war jedoch in der zweiten Aufführung gerade nicht präsent, er flog wohl irgendwo anders rum. Er war jedenfalls einfach nicht auffindbar.

 

Die Kinder hatten sich dazu viele Geschichten zum Thema "Freundschaft" ausgedacht, die Brigitte Bäumer dann für das Puppentheater aufgeschrieben hat. Diese sollten im ersten Teil der Vorstellung nach diesem "Drehbuch" aufgeführt werden.

 

Unterstützt wurde dieses Projekt übrigens auch vom Land NRW unter „Kultur und Schule“.

 

Eingeladen wurden natürlich alle Klassenkameraden, Eltern und Geschwister und selbstverständlich auch die Pressevertreter.

 

Bild 4 - Die kleine Mensa der Schule war bis auf den letzten Platz gefüllt, als sich  pünktlich um 15:30 Uhr der Vorhang öffnete.

 

Alles Theater


in der Dumter Schule

 

 

Es spielen:

 

Antonia Aumann

Maus

Leon Schouwink

Kasperle

Luis Lenger

Zauberer

Talia Dogan

Hase

Katharina Kiewitt

Wuschel

Emily Schouwink

Königin

Elisa Valhaus

Räuber

 

Wir spielen Theater

Begrüßung

Ich singe mit dem Publikum das Lied:

Tri Tra trullala, tri, tra trullala, das Kasperle ist wieder da… 2-3 mal

 

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Kasper: Ja wo sind denn hier die Kinder?

Der Kasper findet die Öffnung des Vorhangs nicht.

Kasper: Ja, wo seid ihr denn, ich habe euch ja schon gehört!

Kasper schiebt den Vorhang zur Seite.

Kasper: Da seid ihr ja, das ist aber schön. So viele Kinder! Seid ihr auch alle da?
Kinder: Ja.
Kasper: Na das war aber leise. Da frag ich am besten nochmal. Seid ihr auch wirklich alle da?
Kinder: Ja!!
Kasper: Wenn das so ist, dann können wir ja anfangen!

Maus flitzt von der Seite auf die Bühne und rennt den Kasper um.

Maus: Tatü Tata, die schnelle Maus ist da.
Oh, Entschuldigung, da war ich wohl grade viel zu schnell.
Darf ich mich vorstellen? Ich bin die schnelle Maus und besuche jetzt das Kasper(le)haus.
Und wer bist du?
Kasper: Na so was, du kommst zu mir und erkennst mich nicht?
Ich bin natürlich das Kasperle. (Der Kasper lacht)
Ja siehst du das gar nicht?
Ich trag doch eine Zipfelmütze mit einem Glöckchen dran, bin immer gut gelaunt und mit mir hast du viel Spaß. Schau mal was ich kann.

Bild 5 

 

 

Der Kasper dreht den Kopf, so dass seine Mütze umherschleudert.

Maus:

Das kann ich auch, ich hab zwar keine Mütze, aber einen langen, schönen Schwanz. Schau mal!

Die Maus schleudert ihren Schwanz umher.

Kasper:

Na so was, komm, lass uns einen Tanz probieren.

Kasper singt:

Ich tanze mit der Mütze und fall nicht in die Pfütze.

Maus singt:

Ich tanze mit dem Schwänzchen, dreh mit Kasperle ein Tänzchen:

Maus:

Das macht Spaß, komm wir tanzen gleich nochmal.

Kasper und Maus drehen sich zu ihrem Lied im Kreis.

Maus:

Na, du bist ein wirklich lustiger Kasper, aber jetzt muss ich mich verabschieden.

Kasper verlässt die Bühne

Maus: Ich bin die schnelle Maus und muss jetzt in das Zauberhaus.

Maus verlässt die Bühne. Der Zauberer kommt. Es klopft.

Zauberer: Hat es geklopft?

Es klopft nochmal.

Zauberer: Na so was, wer stört mich denn mitten in meiner Zaubertrankzubereitung? Herein, Herein.

Maus:

Hallo Herr Zauberer, was kann ich von Ihnen lernen?

Zauberer:

Nun ja, ich bin ein alter weiser Mann und ich kann dir eine Menge beibringen, zum Beispiel Zaubertränke brauen, Zaubersprüche, Kräuterkunde…. Aber zuallererst brauchst du einen Zauberstab.

Maus:

Na, dann gib mir mal einen.

Zauberer:

Geduld, Geduld. Den Zauberstab musst du dir selber machen. Geh in der nächsten Vollmondnacht in den Wald und breche einen Ast von der großen, alten Eiche ab. Dann musst du den Stab zum Vollmond hochhalten und sagen: Hokus, pokus fidibus, werde zu meinem Zauberstab.

Maus:

Wann ist die nächste Vollmondnacht?

Zauberer:

Hm,….hm. Ich denke mal nach. Genau heute ist eine Vollmondnacht.

Maus:

Ja toll, dann hab ich einen Zauberstab. Auf Wiedersehen und Dankeschööööön.

Beide gehen ab. Die Maus flitzt 2mal über die Bühne und macht Motorengeräusche- von rechts nach links, von links nach rechts. Dann kommt sie in die Mitte, schaut zum Publikum und sagt:

Maus: Ich bin die schnelle Maus und besuche jetzt das Wuschelhaus

Maus geht von der Bühne.

Bild 6

 

 

 

Wuschel liegt am Bühnenrand und schnarcht….und schnarcht, so richtig gemütlich. Es klingelt.Es klingelt nochmal. Wuschel wacht langsam auf.
Wuschel: Wer ist da?
Maus: Ich, die Maus. Was kann ich von dir lernen?
Wuschel: Ich will schlafen.
Maus: Oooooch wie langweilig, das kann ich schon. Dann schlaf schön, tschüüüüsss

Beide ab. Maus schleicht auf die Bühne:
Maus flüstert: Ich bin die schnelle Maus und schleiche jetzt ins Räuberhaus. Psssst…pssst
Räuber: Hab ich da nicht was flüstern gehört? Ich schau mal nach!
Maus flüsternd: Was kann ich bei dir lernen?
Räuber: Anschleichen, unsichtbar sein und ganz viel Gold stehlen.
Maus: Au fein, das ist ja super.

Räuber flüstert mit der Maus. Die beiden Köpfe sind dicht beieinander. Die Maus nickt mit dem Kopf.
Maus leise: abgemacht.
Maus: Ich bin die schnelle Maus und besuche jetzt das Königshaus.

Bild 7 -

 

 

Eine vornehme Klingel (Fahrradklingel) ertönt.

Königin: Spieglein, Spieglein in der Hand, ich bin die schönste im ganzen Land. Ach, habe ich nicht eine wunderschöne Perlenkette. Wie die glitzert und schillert. Ach die ist ja so wertvoll. Ich liebe Brillanten, Diamanten, und Gold. Ach wie schöön ich bin.

Die Königin öffnet die Tür.

Königin: Treten Sie ein. Iiiiiiiiihhhhhhhhh eine Maus! Weg mit dir! Du überträgst Krankheiten und bist widerlich. Hau ab!

Die Königin schlägt die Tür zu. Die Königin betrachtet sich noch ein bisschen im Spiegel.

Königin gähnt: Ich bin ja soo müde. Höchste Zeit für meinen Schönheitsschlaf.

Sie legt sich auf den Bühnenrand und schläft. Unterdessen schleicht sich der Räuber an und klaut die Perlenkette.
Die Königin erwacht und schaut in den Spiegel.

Königin: Spieglein, Spieglein in der Hand, wer … wo ist meine Kette? Oh, meine schöne wertvolle Kette ist gestohlen. Hilfe, meine wunderschöne Kette Huuuuh, Huuuh.

Die Königin weint fürchterlich. Sie ruft ihren Hasi.

Königin: Hasi, meine Kette wurde geklaut. Meine wunderschöne Kette.
Hasi sagt zur Königin: Ich habe da eine Idee.

Hasi geht zur Maus.

Hasi: Du Maus stell dir vor die wertvolle Kette der Königin wurde gestohlen.
Maus: Schau mal hier. Ich habe heute Nacht einen Zauberstab bekommen. Der Zauberer lehrt mich, wie man zaubert. Und wer die Kette geklaut hat, das weiß ich auch. Gute Gelegenheit meinen Zauberstab mal auszuprobieren.

Die Maus geht zu dem Räuber. Hasi folgt.

Maus: Hokus pokus fidibus Räuber stehe still ganz still. Hasi, schau nach ob du die Kette findest.
Hasi: Da ist sie ja.

Der Kasper kommt. Und Wuschel kommt ganz verschlafen. Alle freuen sich.

Wuschel: Kommt jetzt gehen wir zur Königin. Die wird sich freuen.

Alle gehen zur Königin und bringen ihr die Kette.

Königin: Danke, danke meine lieben Freunde. Ihr seid das Beste auf der Welt, wirklich ihr seid die allerbesten Freunde. Jetzt lasst uns feiern und ihr bekommt Kakao und Kuchen und weil Freunde unbezahlbar sind schenke ich jedem von euch eine Perle meiner Kette.

Bild 8 - Ende des ersten Teils dieser Vorstellung

 

Bild 9 -

 

 

 

 

 

und alle singen das Lied:

Tri tra trulllala, tri tra trullala das Kasperle war wieder da.

 

Ende der ersten Vorstellung

 

Bild 10

Zum zweiten Teil müssen wir unbedingt etwas erklären:

Hierfür gab es kein Drehbuch, sondern es war lediglich das Thema vorgegeben: "Freundschaft"

Die Kinder mussten also improvisieren und konnten somit ihrer Fantasie spontan freien Lauf lassen. Die Worte sprudelten wahrlich so wie aus dem richtigen Leben gegriffen, manchmal recht derb und deftig, im Gegenzug aber durchaus auch ganz lieb und nett. Freundschaften unter den mitwirkenden Puppen wurden durch aggressives Verhalten, hier nicht druckbaren Kraftausdrücken (weil das ja soooo "cool" ist) und so manchem Kampf auf die ganz harte Probe gestellt, bis es auch dem letzten Darsteller dämmerte:

 

Besonders "cool" zu sein, um sich in den Vordergrund zu spielen, aggressive Wortwahl und Prügeleien mit seinen Freunden macht auf Dauer einsam. Freundschaften muss man sich durch gegenseitigen Respekt und Wertschätzung erhalten.

 

Den Kindern aus dem 1. bis 3. Schuljahr ist es ganz hervorragend gelungen, dies den Zuschauern nahe zu bringen. Bleibt mir nur übrig zu sagen: Respekt vor dieser tollen Leistung!

Leider können wir hier nicht den Original-Ton bringen, sondern lediglich ein paar Fotos von diesem zweiten Teil der Vorstellung. Wir hoffen aber, an dieser Stelle in Kürze noch weitere Infos zu diesem Theaterstück veröffentlichen zu können. Wir bleiben jedenfalls dran. - Anm. d. Red.
 

Bild 11

Bild 12 -

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Bild 18 - Alle Teilnehmer wurden nun der Reihe nach vorgestellt, ...

Bild 19 - bekamen eine Urkunde und natürlich ...

Bild 20 - einen Riesenapplaus für ihre hervorragende Leistung.

Bild 21 - Zum Schluss gab es noch für unsere jungen Akteure ...

Bild 22 - eine wunderschöne Rose, bevor sich alle noch mal ...

Bild 23 - für ein schnelles Gruppenfoto postierten.

Bild 24 - - Selbstverständlich gab es zum Schluss noch eine ...

 

Bild 25 - kleine Zugabe in Form eines 2-Personen-Stücks,

auch improvisiert.

 

Ich gehe aus gutem Grund davon aus, dass wir von dieser jungen Gruppe vom offenen Ganztag in der Dumter Schule noch öfter was zu sehen bekommen. Sollten Sie dieses Mal aus welchen Gründen auch immer nicht dabei gewesen sein, haben Sie wirklich was Großartiges verpasst.

 

Beim nächsten Projekt dieser Gruppe sollten Sie sich den Termin der Vorstellung unbedingt freihalten, um das mitzuerleben. Es lohnt sich, vor allem den Kindern zuzuschauen, was sie mit ihren eigenen Händen geschaffen haben und wie sie das präsentieren. Ich werde dann auf jeden Fall wieder da sein und vielleicht treffen wir uns ja da. Würde mich echt freuen!

 

Die Theatergruppe des Offenen Ganztags in der Dumter Schule macht weiter:

 

Afrikanisches Maskentheater 

 

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Text: Willi Tebben

Fotos: Willi Tebben

Text Drehbuch 1. Teil der Vorstellung: Brigitte Bäumer

 

Wir bedanken uns ganz besonders herzlich bei der Schulleitung des offenen Ganztags in der Dumter Schule in Verbindung mit den Eltern der hier abgebildeten Kindern für die Freigabe der Fotos von dieser Veranstaltung zur Veröffentlichung auf unseren Seiten!


 

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