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Stenvorde-Kommentar
Nun ja, unsere Zusammenstellung der
Zeitungsberichte betreffend das Stadtarchiv Steinfurt und
Stadtarchivar Dr. Ralf Klötzer ist etwas umfangreicher geworden
als wir uns das gedacht haben.
Dennoch kann es möglich sein, dass wir
nicht alle Artikel hier veröffentlichen konnten, weil uns diese
vielleicht nicht zur Verfügung standen. Sollten Sie. liebe
Leser, noch weitere in Ihrem Besitz haben und die veröffentlicht
haben möchten, schicken Sie uns diese bitte zu. Wir fügen sie
gerne in unseren Pressespiegel ein.
Und
warum nun das Ganze?
Mit
Entsetzen verfolgt das Stenvorde-Team und hier ganz besonders
die Ahnenforschergruppe, aber auch die interessierte
Öffentlichkeit das Drama um unser Steinfurter Stadtarchiv.
Mangelnde Unterstützung, unzulängliche Räumlichkeiten,
Personalmangel, chronische Geldknappheit für eine "freiwillige
Leistung" der Stadt Steinfurt oder eben doch nicht freiwillig,
je nach Wahrnehmung von Verwaltung, Politik und Gesetzeslage -
kein Wunder, dass man diese Angelegenheit am Liebsten in die
"Tonne kloppen" möchte. Das würde allerdings für die Stadt
Steinfurt ein unersetzlicher Verlust sein mit noch nicht mal
abzusehenden Folgen.
Wollen
wir das wirklich? Sind uns die Geschichte unserer Heimat und
unserer Vorfahren, die über Jahrhunderte gesammelten Daten,
Erfahrungen, Leistungen, Taten, Aufzeichnungen, Bilder und
Fotos, Literatur usw., die für Geschichtsforscher und für jeden
Interessierten unentbehrlich sind, in unserer schnelllebigen und
ach so modernen Zeit tatsächlich so gleichgültig, dass wir drauf
verzichten können nach dem Motto "Was schert uns das Gestern"???
Wollen
wir damit zu erkennen geben, dass z.B. die hervorragenden und
äußerst umfangreichen Arbeiten der früheren Stadtarchivare wie
z.B. Dr. Karl Döhmann, Fritz Hilgemann, Hans-Walter Pries, Dr.
Ralf Klötzer, um nur einige zu nennen, für die Allgemeinheit so
uninteressant sind, dass man sie getrost vergessen kann?
Keine
Anlaufstelle mehr, diese Daten zu erfragen, keine Lagerung der
Dokumente mehr für den öffentlichen Zugriff?
Wir
würden in einer ziemlich alten, gewachsenen historischen Stadt
ohne Gedächtnis und daher ohne Vergangenheit leben müssen, zur
letztendlichen Bedeutungslosigkeit und damit zum weißen Fleck
auf der Landkarte verdammt.
Also nix mehr mit "Zentrum der nördlichen
Halbkugel", wie auf unserer Startseite für die Außenwelt
dargestellt - Anm. d. Red.
Natürlich könnte jetzt der Einwand von Politik und Verwaltung
kommen, dass eine externe Archivarbeit auch eine
Lösungsmöglichkeit wäre. Aber die kostet trotzdem eine Menge
nicht vorhandenes Geld und ist für Geschichtsforscher im
weitesten Sinne nicht unbedingt eine optimale Grundlage.
Uns
stimmt nur nachdenklich, dass es sogar in früheren, zum Teil
katastrophalen Notzeiten und erbitterter Armut immer
Stadtschreiber/ Archivare gegeben hat, die ihre Aufzeichnungen
für die Nachwelt erhalten haben. Und diese uralte Tradition soll
nun eventuell ein Ende haben?
Nach langem Nachdenken ist uns dann aber
doch noch ein klitzekleiner aber echt wichtiger Aspekt zu einer
möglichen Schließung des Stadtarchivs eingefallen:
Wenn
nun nichts mehr aktenkundig im Stadtarchiv festgehalten wird,
wer wird dann später einmal wissen bzw. erfahren, wer z.B. im
Jahr 2010 Bürgermeister der Stadt Steinfurt war, welche
Großtaten von Politik, Verwaltung und wichtigen Persönlichkeiten
zum Wohle der Allgemeinheit getätigt wurden und wer sich wann,
wo und wodurch ein bleibendes Denkmal für die Zukunft gesetzt
hat. Dann bleibt uns also nur noch übrig, das Mäntelchen des
Vergessens über Steinfurt auszubreiten.
Eigentlich wirklich schade,
denn
Steinfurt hat Besseres verdient!
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