Das Schloss in Burgsteinfurt

       

Das Schloss

Die Unterburg (Vorburg)

Die Oberburg



Das Schloss oder die Burg Steinfurt liegt südöstlich des historischen Burgsteinfurter Stadtkerns auf einer kreisrunden Insel in der hier sehr breiten Aa und ist noch ganz von den Bauteilen einer mittelalterlichen Wasserburg geprägt. Die umfangreiche Anlage ist nur von der Nord- und Ostseite aus gut sichtbar.

 

Gruppen können nach Voranmeldung beim Verkehrsverein Steinfurt die beiden Burghöfe, die Unterburg und die Oberburg, sowie den Rittersaal, die Kapelle und den Innenhof besichtigen. Die meisten Innenräume sowie der Garten sind nicht zugänglich, da das Schloss von der Fürstenfamilie zu Bentheim-Steinfurt noch bewohnt wird und somit auch privaten Charakter hat.

 

Bild 1 - Luftaufnahme vom Schloss. Kann durch Anklicken
vergrößert werden (Foto: Verkehrsverein Steinfurt)

 

 

Bild 2 - Blick in Richtung Historischer Stadtkern - Links der Lange Flügel der Oberburg,
etwa in der Mitte das Torhaus mit Ritterburg, rechts die Schlossmühle (Obermühle)

 

Übersicht: Steinfurt ist die älteste Wasserburg Westfalens und auch eine der größten. Die heutige Anlage ist das vorläufige Endergebnis einer 800jährigen Bauzeit. Zahlreiche Umbauten und Erweiterungen mussten den alten Bestand immer wieder an neue Bedürfnisse anpassen. So entstand ein malerischer, vielteiliger Gebäudekomplex, der aber nur schwer zu überblicken und noch schwerer zu beschreiben ist.

 

Die beste Übersicht verschafft man sich von der Schlossmühle aus. Von diesem Standort kann man die drei Teile der Gesamtanlage deutlich erkennen: Links liegen die großen, von Türmen überragten Steingebäude der „Oberburg“, rechts sieht man die gelben Fachwerkbauten der „Unterburg“, im Rücken liegt die Schloss- oder „Obermühle“ mit dem Stauwehr in der Aa, deren drei Arme hier wieder zusammenkommen.

 

Die Oberburg ist der älteste Teil. Sie diente immer als Wohnung der adligen Besitzer.

Die Unterburg umfasst die zahlreichen Wirtschaftsgebäude, also Viehställe, Scheunen, Speicher, Wagenremisen und auch Wohnungen für die ehemals zahlreichen Bediensteten.

Die Mühle hatte zusammen mit einer heute verschwundenen doppelten Toranlage das Stauwehr zu bewachen.

 

Die gesamte Burg wurde nämlich, wie man von hier aus gut erkennen kann, in einer flachen Niederung der Aa angelegt, wo man das Wasser als besten Schutz des Adelssitzes leicht aufstauen konnte.

 

Eine solche Lage und die Dreigliederung sind kennzeichnend für fast alle Wasserburgen Westfalens.

Bild 3 - Lageplan der Burg

 

Bild 4 - Die Kleine Aa, umfließt das Schloss auf der Westseite

 

Bild 5 - Rechts das Torhaus, dahinter die Unterburg (Vorburg)

 

Bild 6 - Die Scheune der Unterburg

 

Die Baugeschichte: Für die Besucher, die an der Entstehungsgeschichte des Schlosses interessiert sind, soll folgende kurze Zusammenfassung der wichtigsten Baudaten und -perioden vorausgeschickt werden:

 

Die Unterburg:

 

- Im 13 Jahrhundert Anlage der Unterburg

 

- nach 1396 Vervollständigung der Ringmauer als Fortführung der Stadtmauer

 

- 1617 Zusammenfügung von Torhaus und „Ritterburg“, etwa gleichzeitig Baubeginn des rückwärtigen, langen Wirtschaftsgebäudes mit dem Westflügel

 

- 1739 Verlängerung diese Traktes nach Osten

 

- Ende des 18. Jahrhunderts Errichtung der beiden Ökonomiegebäude auf dem Hof.

 

Bild 7 - Die Oberburg 

Oberburg:

 

- 1129 erste Erwähnung der Edelherren von Steinfurt, damals wohl ein Wohnturm und ein mächtiger Buddenturm auf getrennten Inseln vorhanden

 

- 1164 Zerstörung der Burg in einer Fehde mit den benachbarten Herren der Burg Ascheberg

 

- anschließend Wiederaufbau des ältesten Teils um den Rittersaal mit Torturm, Schildmauer und südwestlicher Ringmauer

 

- Ende 12. Jahrhunderts Anbau der Schlosskapelle an die Ringmauer

 

- um 1250 Umbau des Wohnturms zum Rittersaal und Zusammenziehung beider Inseln durch Vollendung der Ringmauer

 

- 1558-59 Wiederherstellung der verfallenen Burg unter der Gräfin Walburg und Bau des „Neuen Saals" mit dem Erker

 

- 1596 Errichtung des flachgedeckten Treppenturms und der umliegenden Häuser

 

- 1661 Instandsetzung der Wohngebäude nach schweren Schäden im 30jährigen Kriege

 

- 1723-29 Neubau des langen Flügels bis zum Buddenturm

 

- 1773-93 Abbruch des Buddenturmes, um Steinmaterial für die Baulichkeiten des Bagnos zu gewinnen

 

- 1877-98 Restaurierung der Oberburg durch den Architekten Franz Anton Nordhoff aus Münster

 

- ab 1962 laufende Renovierung zahlreicher Bauteile.

 

 

Bild 8 - Auch die Ostseite der Burganlage
wird von der Aa umflossen

 

 

 

Bild 9 - Auch im Winter reizvoll: Die Ostseite der Burg

 

Bild 10 - Die Südseite  

 

Bild 11 - Blick über die Aa zum Schloss


Hier geht es weiter zur Beschreibung der Unterburg (Vorburg)

Wenn Sie sich aber zuvor über die Oberburg informieren möchten, klicken Sie bitte hier.

Eine Galerie mit Schlossimpressionen von Günther Hilgemann finden Sie hier.
Einige dieser Motive sind auch bei Rundgängen und Führungen für Besucher
nicht zugänglich, da es hier um Privatbereiche des Schlosses handelt.


Beschreibungen zitiert aus: Unterwegs im Kreis Steinfurt, hg. vom Kreis Steinfurt 1980, Gesamtherstellung: Druckhaus Cramer, Greven.

Bearbeitung Text und Grafik (Bild 3): Willi Tebben  

Fotos: Verkehrsverein Steinfurt (Bild 1); Günther Hilgemann (Bild 2, 4, 5, 7 - 11) Willi Tebben (Bild 6)


 

wird fortgesetzt

 

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