Postkartenausstellung im Heimathaus Borghorst

 

 

 

Bild 1 - eine historische Postkarte mit Borghorster Motiven. Beschriftet wurde die Vorderseite. Das Bild 2 rechts zeigt die Rückseite der Karte (verkleinert!)

 

Bild 3 - Das Heimathaus in Borghorst

Mit einem so überwältigendem Erfolg hatte die Burgsteinfurterin Ingrid König wohl nicht gerechnet, als sie am 12. Februar 2006 zu ihrer 1. Postkartenausstellung in den Haugen Stuoben im Borghorster Heimathaus einlud.

Sie zeigte hier eine Auswahl ihrer Karten mit Burgsteinfurter und Borghorster Motiven, die teilweise über 100 Jahre alt waren. So konnten sich die in Scharen aus allen Richtungen herbeigeeilten Besucher auf eine wunderschöne Art und Weise einen Überblick verschaffen über die 
Entwicklung der beiden Stadtteile und ihrer näheren Umgebung.
Die Begeisterung war enorm, bei vielen Besuchern wurden Erinnerungen an die alten Zeiten wach. 

Bild 4 - Die Postkartensammlerin Ingrid König

Nicht nur Frau König stand für Fragen und Informationen zur Verfügung, sondern auch viele Gäste gaben hier ihr Wissen und ihre Erinnerungen preis. Das eigentlich längst Vergangene stand wieder im Mittelpunkt, als ob es erst gestern gewesen wäre. Die Zeit war einfach stehen geblieben. Es ist unvorstellbar, was so eine „einfache“ Postkarte auf einmal zu sagen hatte, und es gab genau 194 davon! Und jede erzählt eine Geschichte!

 

Bild 5 - Hier wurde die Geschichte lebendig

Bild 6 - Eine ganz seltene Aufnahme: so viel freier Platz war die Ausnahme

Zu den Raritäten der Sammlung von Ingrid König gehören über 80 Jahre alte kolorierte Postkarten, aber auch schwarz-weiß gedruckte Grußkarten sind hier ebenso zu finden wie alte Ansichten von Borghorst und Burgsteinfurt aus der „guten alten“ Zeit vor über 100 Jahren. Die jüngsten Karten haben allerdings auch schon vor 30 Jahren den Empfängern mitgeteilt, wie schön es doch im Münsterland ist.

Bild 7 - Gruß aus Borghorst

Bild 8 - Burgsteinfurt - Bahnhofstr. um 1913

 

Bemerkenswert ist, dass auch einige Besucher hochinteressante Postkarten mitbrachten, die sie teilweise unserer Hobbysammlerin schenkten oder sie zumindest als Dauerleihgabe zur Verfügung stellten. Auch dabei kam so mancher „Schatz“ zum Vorschein. 

 

Leider konnte aus Platzgründen nur ein kleiner Teil der umfangreichen Sammlung gezeigt werden, denn Ingrid König sammelt schon seit vielen Jahren. Auch die Herkunft ihrer Postkarten und alten Fotos ist hochinteressant. Sie findet ihre „Schätze“ auf Flohmärkten, bei Haushalts- und Geschäftsauflösungen, ja, sie ersteigert sie sogar im weltweit größten Internet-Auktionshaus. Hier hat sie sich allerdings ein Limit gesetzt, wo sie aussteigt, um die Preise nicht ins Uferlose steigen zu lassen.

 

Und wie kommen die Steinfurter Postkarten ins Internet? Anbieter findet man in ganz Deutschland. Vereinzelt sind es Privatleute, in erster Linie allerdings professionelle Händler, die sich auf dieses Gebiet spezialisiert haben und alles auf den Markt bringen, was ihnen in die Hände fällt. Manchmal ist es aber auch nicht das Motiv selbst, was den Sammler interessiert, sondern bestimmte Details der Aufnahme. 

 

Bereits am 18. August 2005 veröffentlichte Dirk Drunkenmölle im „Steinfurter Kreisblatt“ einen Bericht über unsere Hobby-Sammlerin. Wir zitieren im Folgenden einen Ausschnitt aus diesem Bericht, in dem er besonders schön die Gründe für ihre Sammelleidenschaft darstellt:

 

Bild 9 - Auch Besucher brachten ihre Sammlungen mit

 

„Was Ingrid König an diesen Raritäten so interessant findet, ist nicht der finanzielle, sondern der ideelle Wert. Sie selber handelt nicht, sie sammelt nur. Was auf den alten Bildern abgebildet ist, ist heute vielfach bereits unwiederbringlich dahin. 


Die Karten sind auch Dokumente, wie sich der städtebauliche Zustand des Ortsbildes im Laufe der vergangenen einhundert Jahre verändert hat. Vieles vom ehemaligen Zustand der Plätze, Straße und Gassen ruft wehmütige Erinnerungen wach, weil es auch ein Stück Stadtgeschichte verkörpert.

 

Fritz Hilgemann, ehemaliger Burgsteinfurter Stadtarchivar, hatte in seinem Buch „Burgsteinfurt in alten Ansichten" erklärt, dass die Sammlung alter Ansichtskarten „uns die Augen dafür öffnen soll, dass einiges von dem, was in unsere Zeit herübergerettet wurde, auch heute noch wert ist, als Zeitdokument beachtet und gewürdigt zu werden."


„Genau deshalb habe ich mich diesem Hobby verschrieben", fügt Ingrid König an. Sie weiß von vielen Freunden, dass es noch mehr Menschen gibt, die wie sie denken.“ – Zitat Ende.

 

Bild 10 - Gruß aus Burgsteinfurt um 1897

Bild 11 - Gartenwirtschaft Teepe

Bild 12 - Gruß von Nünningsmühle 1913

 

Bild 13 - Altenbergerstr. um 1900 - Vorn der Bahnübergang, links Baugeschäft Heinrich Ruck; rechts vorne Heimann, dahinter Villa Wattendorf

Genau diese Aussagen können wir nach der Postkartenausstellung vom 12. Februar 2006 bestätigen.

 

Sowohl die jungen als auch die älteren Besucher waren begeistert von dem Dargebotenen und hoffen, dass noch weitere Ausstellungen unserer  Postkartensammlerin folgen.

 

Denn zum Einen kann man sich diese Karten immer wieder ansehen, es lohnt sich wirklich. Andererseits hat sie bisher nur eine kleine Auswahl ihrer Kollektion zeigen können. 

 

Lassen wir uns also überraschen, was da noch auf uns zukommt. 

 

Ingrid König hat bereits angedeutet, dass man ein großes Interesse angemeldet hat für eine weitere Postkarten-Ausstellung im Ortsteil Burgsteinfurt.

Drücken wir die Daumen, dass es klappt. Und wir werden dann wieder dabei sein und für Sie eine ausführliche Dokumentation darüber fertigen. 

 

 

Bild 14 - Die Besucher waren begeistert von dieser Ausstellung

 

Bleiben Sie neugierig und schauen Sie wieder rein, wir halten Sie auf dem Laufenden.

 

mehr über unsere Sammlerin erfahren Sie in dem Bericht Ingrid König - Heimat- und Ahnenforschung aus Leidenschaft


Text: Willi Tebben
Postkarten: Ingrid König (Bild 1, 2, 7, 8, 10, 11, 12, 13)
Fotos: Willi Tebben (Bilder 3, 5, 6, 9, 14) Ingrid König (Bild 4)

 

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