Orkan Kyrill wütet auch über Burgsteinfurt

 

Der Tag nach der Katastrophe

 

Bild 28 - Das war mal ein stolzer Laubbaum, ...

Bild 29

Bild 30 - glatt entwurzelt!

Bild 31 - Hier erkennt man die Größenverhältnisse

Bild 32 - Und noch eine Folge von "Kyrill"

Bild 33 - Durch den sintflutartigen Regen, der den Orkan begleitete,
schwollen die Wassermassen der Steinfurter Aa sehr stark an.

Bild 34 - Ein aktueller Blick auf die ...

Bild 35 - reißenden Wassermassen.

Bild 36 - So sieht es hier normalerweise aus.

Zu dem Chaos rund um die Bismarckschule erreichte uns ein Erlebnisbericht der 7-jährigen Schülerin Kari Maren Weiner.

Sie ist Schülerin dieser Schule und besucht derzeit die Klasse 2b.

Wir freuen uns sehr darüber, ihre Geschichte auf Stenvorde.de veröffentlichen zu dürfen!


Es folgen nun Kari's Erlebnisse am 18. und 19. Januar 2007:


Bild 37 - So sah die Schule am Morgen nach der Katastrophe aus
 

Gestern waren wir bei Onkel Fritz zum Neujahrskuchen backen. Das mache ich jedes Jahr gern, denn wir haben dort immer viel Spaß. Ich helfe mit, den Teig zu kneten und die Rollen zu machen. Aber gestern war es nicht so schön, denn es hat gestürmt, gewittert, gedonnert und geblitzt. Das war etwas unheimlich. Wir hatten auch zu Hause die Pumpe vor unser Kellerfenster gestellt, falls es mal viel regnet. Es war auch ganz schnell dunkel.


Als wir so beim Backen waren, wurde erzählt, dass das Dach meiner Bismarckschule durch den Sturm kaputt gegangen ist. Weil es so viel gestürmt hat, hat uns das Backen dann nicht mehr so viel Spaß gemacht. Es waren auch nicht so viele Leute da wie sonst. Wir sind dann bald nach Hause gefahren, weil Mama auch nach unserem Haus gucken wollte.

Auf dem Weg nach Hause sind wir an der Bismarckschule vorbeigekommen. Die Polizei hat die Straße abgesperrt, der ADAC fuhr mit Abschleppwagen vorbei und die Feuerwehr hat mit großen Strahlern die Schule angestrahlt. Mitten auf der Bismarckstraße stand ein Bagger. Da sahen wir, dass das Dach von der Schule weg war. Überall lagen Dachpfannen, Holzstücke und so gelbe Teile herum. Mama sagte das kommt von der Dachisolierung. Dann sahen wir, dass das Haus gegenüber der Schule auch total kaputt war: Die Fenster waren auf, Gardinen flatterten heraus, Jalousien hingen daneben oder hatten Löcher, aber am schlimmsten war das Dach. Dort waren große Löcher drin. Man konnte den Leuten sogar bis in die Zimmer gucken.


Dabei hat es geregnet, gestürmt und war richtig unheimlich. Dann fiel mir ein, dass ich noch ganz viele Schulsachen in meiner Klasse gelassen hatte. Wir dürfen nämlich immer die Bücher und Dinge in der Schule unter unserm Tisch lassen, die wir für unsere Hausaufgaben nicht brauchen. Ich hatte mein Etui, einige Hefte und meine Diddlmappe da gelassen. Außerdem waren unsere Bilder aus dem Kunstunterricht noch in der Klasse. Da wurde ich ganz traurig. Die Schule sah ganz schlimm aus und ich habe gedacht, vielleicht fällt die jetzt ganz zusammen und ich kriege meine Sachen nie wieder.

Bild 38 - Das ehemalige Dach der Bismarckschule und

das schwer beschädigte Haus gegenüber.

Bild 39 - Blick aus dem oberen Klassenzimmer

Meine Eltern haben mich getröstet und heute morgen bin ich dann mit Mama in die Bismarckschule gefahren, um zu fragen, wann der Unterricht wieder anfängt. Mama und ich dürften dann sogar in meine Klasse gehen und meine Sachen holen.

 

Herr Werner, der Lehrer aus der 4. Klasse, hat uns dann sogar erlaubt, in seine Klasse im obersten Stock zu gehen und dort mal aus dem Fenster zu gucken. Von da sieht das Haus gegenüber ganz schlimm aus. Man sieht sogar noch eine Einkaufstüte an der Türklinke hängen und Geschirr in der Küche.

 

In der Klasse von Herrn Werner riecht es jetzt etwas komisch und alle Lehrer haben die Sachen heraus getragen. Die Klasse bekommt einen anderen Klassenraum.

 

Oben auf dem Dach waren schon die Handwerker mit großen neuen Holzbalken. Daraus wird vielleicht das neue Dach gebaut. Ein Autokran hat die Balken hoch auf das Dach gehoben. Vom Dach wurde noch Schutt runtergeworfen. Vor der Schule lag ein riesiger Haufen Holz und Müll.

Aber am Montag geht unser Unterricht wieder los.
 


Fortsetzung folgt!
 


Text: Willi Tebben

Erlebnisbericht: Kari Maren Weiner

Fotos: Willi Tebben (Bilder 28 - 36, 38); Petra Weiner (Bilder 37 und 39)


 

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