Das Kötterhaus
Palstrings Kotten 1985 an seinem alten Standort in Hollich - Frontseite mit Dielentür Einer verwitterten Sandsteintafel war zu entnehmen, dass eine Familie Niehues 1837 das Haus erbaute. Sie lebte dort rund drei Jahrzehnte, wanderte dann nach Amerika aus und verkaufte das Anwesen an Familie Palstring, die noch heute den Hof bewirtschaftet.
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| Vier Generationen
der Familie Palstring haben mit unermüdlichem Fleiß die kleine Landwirtschaft
in die Höhe gebracht. So konnte 1953
ein stattliches neues Wohn- und
Stallgebäude errichtet werden. Der aus der
letzten Nutzung des alten Hauses stammende Grundriss von 1950 weist
gegenüber der ursprünglichen
Aufteilung von 1837 bereits eine wesentliche Änderung
auf. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts ist der Wohnteil vom Stallteil abgetrennt worden. Zuvor lebten
Menschen und Vieh in einem großen Raum mit Ausnahme von zwei
Schlafkammern.
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| Die "Gute Stube" des Kreises
Kötterhaus KLG Seitenansicht 1996 Für die Funktion als Begegnungsstätte wurde die Raumaufteilung im Vergleich zur früheren landwirtschaftlichen Nutzung behutsam geändert. Fußbodenheizung, Elektroinstallation, fließend Wasser und die Wandisolierung lassen das einstige kärgliche Leben in diesem Haus kaum noch erahnen.
Kötterhaus KLG Rückansicht heute
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In dem seit 1914
bestehenden und weit über die Landesgrenzen bekannten Lehrgarten des Kreises
fehlte von jeher ein geeigneter Raum für
Seminare und Versammlungen. Gleichzeitig fehlte in dem etwas steril geratenen
Kreishaus für repräsentative Veranstaltungen
eine stilvolle Räumlichkeit, die für einen ländlich strukturierten
Kreis angemessen ist. In der Bauerschaft
Hollich wurde 1984 ein altes Fachwerk-Kötterhaus
entdeckt, das nur noch für Abstellzwecke genutzt wurde und nach einer Umsetzung
in den Kreisgarten geradezu als ideal
angesehen wurde. Die Stadt
Steinfurt erklärte bauaufsichtlich ihr Einverständnis, der
Kreistag akzeptierte die Finanzierung und die
Arbeitsverwaltung stellte die Handwerker über eine
Arbeitsbeschaffungsmaßnahme. Heute möchte niemand mehr die
"Gute Stube" des Kreises missen! Anschließend wurde das Haus handwerksgerecht in Einzelteile zerlegt und in den Kreislehrgarten transportiert. "Niederlegung"
nennen die Bauhistoriker eine solche Maßnahme zum Wiederaufbau an anderer Stelle. Als "Abriß" wird die unwiederbringliche Vernichtung eines Gebäudes bezeichnet. Dieses Schicksal hätte andernfalls das heimatgeschichtlich interessante Haus sicher eines Tages ereilt.
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| Das jetzige Herdfeuer stammt aus dem Haus eines größeren Bauern. In dem Hollicher Kotten gab es einst noch eine offene Feuerstelle. |
Das heutige Herdfeuer |
| Beschreibung und SW-Fotos übernommen aus: Faltblatt
"Das Kötterhaus - Die "Gute Stube" des Kreises; Herausg.
Kreis Steinfurt - Die Landrätin - 1/1997
sowie gleichnamiger Artikel von Dr. Rolf Hennings, erschienen in der
Münsterschen Zeitung am 27. Dezember 1996 |
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