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Was ihr ererbt von euren Eltern
erwerbt es, um es zu besitzen! |
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Es
lebt schon über 500 Jahre: 542 Jahre, wie sich aus dem
festgestellten Baujahr 1465 ergibt.
Viele weitere Jahrhunderte wünscht ihm der Förderverein Haus
Kirchstraße 14 (1465) Steinfurt e. V. - „Haus Hohne“,
benannt nach der Familie, die hier seit 150 Jahren bis vor
kurzem wohnte, wird in den kommenden drei Jahren saniert, um
dann der Öffentlichkeit als Haus der Kultur, Bildung und
Stadtgeschichte zur Verfügung zu stehen. |
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Leichthin sagen manche: Weg damit! (Und wirklich: die
Genehmigung zum Abriss ist erteilt.) Aber das Haus genießt
Denkmalschutz, der gilt, solange es steht.
So sahen einige Mutige die Möglichkeit, für den Erhalt zu
sorgen, denn für die Sanierung von denkmalgeschützten
Gebäuden lassen sich Zuschüsse sammeln - und Spenden, die
den Spenderinnen und Spendern Steuervorteile bringen.
Im Februar 2007 wurde der Förderverein gegründet, er hat
inzwischen 20 Mitglieder, bald sollen es 200 sein. Werden
Sie Mitglied! Spenden Sie!
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Dieser Wunsch hat starke Fundamente. Der Förderverein hat
bereits begonnen, die Sanierung zu planen und vorzubereiten.
Jetziger Eigentümer (November 2007) ist Willi Arning, der
jedoch anbietet und wünscht, das bebaute Grundstück
Kirchstraße 14 einer Stiftung zu übertragen.
Die „Stiftung für Steinfurt“ befindet sich gegenwärtig in
Vorbereitung und soll in wenigen Wochen gegründet werden.
Das bebaute Grundstück soll dann auf Dauer im Eigentum der
Stiftung bleiben, Sanierung und späterer Betrieb der Gebäude
(Vorderhaus und Hinterhaus) werden weiterhin beim
Förderverein liegen.
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Das Haus
In
Westfalen gibt es viele Fachwerkhäuser, doch die meisten
sind höchstens 300 oder 400 Jahre alt. Das hohe Alter von
Haus Kirchstraße 14 - über 500 Jahre - ist der Hauptgrund,
es retten zu wollen.
Als es entstand, war Martin Luther noch
nicht geboren, war Burgsteinfurt noch katholisch, war
Kolumbus noch nicht nach Westen aufgebrochen, um Indien zu
suchen und Amerika zu finden.
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Mittelalterlich - vor 1500 - ist in Burgsteinfurt das
Weinhaus (Stadtbücherei), es war ein gräfliches,
herrschaftliches Haus und insofern von ganz anderem
Charakter als das Bürgerhaus Kirchstraße 14.
Das Alte
Rathaus in Burgsteinfurt, von 1561, ist ungefähr 100 Jahre
jünger als Haus Kirchstraße 14.
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Von
außen sieht man dem Haus das Alter nicht an. Erst eine
eingehende Untersuchung vor zwei Jahren ergab das jetzt
bekannte Baujahr 1465. Aus der Bauzeit blieb die
Dachkonstruktion vollständig erhalten: mit allen Balken und
allen Sparren. Erdgeschoss und Giebel wurden im Laufe der
Zeit erneuert. Nur in der Südwand befinden sich noch
einzelne Ständer der Ursprungszeit.
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Unser jetziges Wissen über das hohe Alter des Hauses
verdanken wir den Hausforschern der LWL-Denkmalpflege für
Westfalen. Dr. Fred Kaspar, Gründungsmitglied des
Fördervereins, und Peter Barthold, haben im Winter 2005/06
das Haus untersucht. Die Datierung durch die
dendrochronologische Methode, die die Jahresringe der
Bauhölzer zugrunde legt, ergab das Baujahr 1465. Die Abfolge
der Jahresringe - breite Ringe für feuchte Jahre, schmale
Ringe für trockene Jahre - lässt es zu, das Fälljahr zu
bestimmen. Das Holz wurde im Winter gefällt und im folgenden
Frühjahr verbaut, solange es von Hand bearbeitbar war.
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Betrachtet man die Lage von Haus Kirchstraße 14, so lassen
sich mit dem Wissen des Baujahrs wertvolle Einsichten in die
Stadtentwicklung von Burgsteinfurt gewinnen. Das bis heute
erhalten gebliebene Haus dürfte das erste Haus an dieser
Stelle gewesen sein. Die beiden Hauptgebäude zwischen
Kirchstraße (die zur Großen Kirche führt) und Flintenstraße
sind Hewenshof und Kleine Kirche - diese war dort
entstanden, wo sich zuvor der Wulfshof befunden hatte.
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Hewens- und Wulfshof waren Burgmannshöfe des 13.
Jahrhunderts, hier angelegt, um die Stadtverteidigung zu
organisieren. Erst im 15. Jahrhundert und nach Erbauung der
Kleinen Kirche wurden an der Westseite der Kirchstraße
Baugrundstücke abgeteilt. Haus Kirchstraße 14 ist ein Zeuge
dieser Phase der mittelalterlichen Stadtentwicklung von
Burgsteinfurt.
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Wie
Vergleiche nahelegen, dürfte das Haus ursprünglich ein
großes Tennentor an der Straße gehabt haben. Im Innenraum
gab es anfangs keine Raumgliederung. Menschen und Vieh
lebten und atmeten unter einem Dach.
Der Förderverein will
aber nicht einen möglichen Urzustand wieder herstellen, denn
Denkmalschutz bedeutet, ein Denkmal so zu erhalten, wie der
Lauf der Geschichte es geformt hat.
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Aus
allen Zeiten haben bauliche Veränderungen ihre sichtbaren
Spuren an Haus Kirchstraße 14 hinterlassen. Etwa 100 Jahre
nach seiner Entstehung rückte die Feuerstelle des Hauses,
die sich im hinteren Teil befand, an die südliche
Traufenwand, wo der Kamin in Resten erhalten ist. Gegenüber,
an der nördlichen Traufenwand, entstanden ein Halbkeller und
eine Upkammer.
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Die
weiteren Innenwände sowie die Innentreppe dokumentieren die
baulichen Veränderungen im 19. Jahrhundert, als die Familie
Hohne, die das Haus über mehrere Generationen bewohnte, zu
bescheidenem Wohlstand gelangt war. Und im Zweiten Weltkrieg
entstand, mit Zugang vom Halbkeller, hinter dem Haus ein
Luftschutzkeller.
Das Haus Hohne ist ein Zeuge der
westfälischen und deutschen Geschichte des 15. bis 21.
Jahrhunderts und soll auch in Zukunft diese Geschichte
bezeugen.
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Das Hinterhaus,
„die Schmiede“, denn Hohnes waren Kupferschmiede, später
Installateure, steht ebenfalls unter Denkmalschutz und wird
in die Sanierung einbezogen. Ursprünglich hatten Kirchstraße
12 und Kirchstraße 14 jeweils ein eigenes Hinterhaus, die
jedoch zusammengewachsen sind. Der Teil hinter Kirchstraße
14 wurde nach der Datierung der Bauhölzer 1717 errichtet.
Der Teil hinter Kirchstraße 12 hat eine merklich ältere
Fachwerk-Ostwand, entstanden vielleicht im 16. Jahrhundert,
hier fehlt noch die genaue Datierung. Das Mauerwerk ist
jünger.
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Die Ziele
In wenigen Jahren
wird, so die Vorstellungen des Fördervereins und die
Planungen der Architektin, des Vorstandsmitglieds Ellen
Borowiak, Haus Kirchstraße 14 den Menschen der Stadt sowie
den Besucherinnen und Besuchern Steinfurts offen stehen als
ein Haus der Begegnung.
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Im
Erdgeschoss werden zwei mittelgroße Veranstaltungsräume
vorhanden sein, auch Küche, Garderobe, Toiletten. Die
Upkammer wird für Gesprächs-runden und Kaffeetafeln
gebraucht werden können. Im Obergeschoss wird ein großer
Saal entstehen, ein Viertel davon ist mit Glaswänden als
Empore abgeteilt, um dort ohne Wärmedämmung des Daches die
Dachkonstruktion mit ihren Hölzern des 15. Jahrhunderts
zeigen zu können.
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Die Glaswände der Empore können im
Sommerhalbjahr geöffnet werden, um den Veranstaltungsraum zu
vergrößern. Eine Fluchttreppe wird am hinteren Giebel
angebaut. Im Haus werden Kultur- und Bildungsveranstaltungen
sowie Dauer- und Wechselausstellungen Platz finden.
Interessierte Gruppen und Vereine werden die Räume für ihre
Zwecke mieten können.
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Das Hinterhaus wird eine Wohnung sein. Es hat zwei
Wohngeschosse und ein ausgebautes Dachgeschoss. Die Stiftung
als Eigentümerin wird als Vermieterin des Hinterhauses
auftreten. Die Mieter werden gegen Mietnachlass Aufgaben der
Hausverwaltung für das Vorderhaus mit übernehmen
(Schlüssel).
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Der Weg
Ein erster Schritt war die Gründung des
Fördervereins am 23. Februar 2007. Am folgenden Tag wurde
das Haus Kirchstraße 14 mit Unterstützung des
Baubetriebsamtes der Stadt Steinfurt durch Vereinsmitglieder
von dem Unrat gereinigt, den die illegale Bewohnung vieler
Monate verursacht hatte.
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Im Juli 2007 kam Dr.-Ing. Silke Langenberg,
Eidgenössisch-Technische Hochschule Zürich, die aus
Steinfurt stammt, mit einer Gruppe Studierender der
Fachhochschule Münster, Fachbereich Architektur, in das
Haus. Ein millimetergenaues „Verformungsgerechtes Aufmaß“
wurde erstellt, das als Grundlage für die Sanierungsplanung
dient. Das Hinterhaus wurde durch Mitglieder des
Fördervereins unter Leitung von Architektin Ellen Borowiak
im Oktober 2007 aufgemessen.
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Im August und September 2007 stellte der
Förderverein Zuschussanträge bei der Deutschen Stiftung
Denkmalschutz (beantragt wurden 250.000 Euro) sowie bei der
Bezirksregierung Münster. Abstimmungen mit der
Bezirksregierung führten zur Teilung der Sanierungsplanung
in zwei Bauabschnitte. 2008 sollen das Hinterhaus und das
Dach (Dachkonstruktion) des Vorderhauses saniert werden.
Hierfür wurde mündlich ein Zuschuss von bis zu 30.000 Euro
in Aussicht gestellt. Die Förderung des Zweiten
Bauabschnitts 2009 (Vorderhaus Erdgeschoss) wurde mit
ebenfalls bis zu 30.000 Euro in Aussicht gestellt.
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Weitere Förderanträge (Nordrhein-Westfalen-Stiftung,
Projektförderung „Initiative ergreifen“ des Landes
Nordrhein-Westfalen) sind in Vorbereitung. Parallel sollen
2008 und 2009 Spenden jeder Größenordnung eingeworben
werden.
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In kleineren und größeren Aktionen und mit breiter
Öffentlichkeitsarbeit wird der Förderverein auf das Vorhaben
hinweisen, das mit finanzieller und tatkräftiger Hilfe der
Menschen in Steinfurt bald gelingen wird. Denkmalschutz kann
man selber machen, und alle, die investieren (Geld, Zeit,
Ideen, Arbeitskraft) werden am Nutzen beteiligt sein. Sie
werden das Haus als ihr Haus wahrnehmen, mit ihm leben und
es als kostbares Erbe der nächsten Generation übergeben.
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Dr. Ralf Klötzer
Vorsitzender des Fördervereins
Förderverein Haus Kirchstraße 14 (1465) Steinfurt e. V.
gegründet 2007
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Sanierungsvorhaben Haus Kirchstraße 14 (Vorder- und
Hinterhaus)
Kosten
Gesamtkosten: ca. 700.000 Euro (Vorder- und Hinterhaus)
Zuschussbedarf: ca. 500.000 Euro
Eigenanteil: ca. 200.000 Euro
Die Kosten verringern sich durch Arbeitsleistung des
Fördervereins.
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Vorderhaus
Erbaut 1465
Ältestes Bürgerhaus in Steinfurt
Geplante Nutzung:
Öffentliche Zugänglichkeit
Haus der Kultur, der Bildung und Geschichte
Haus der Generationen
Ausstellungen, Kultur-, Bildungs- und
Vortragsveranstaltungen
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Hinterhaus
Bestehend aus zwei Hinterhäusern, die zusammengewachsen sind
Erbaut 16. Jahrhundert und 1717.
Geplante Nutzung:
Wohnung
Mieterlös zur Unterhaltung des Gesamtobjekts
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Unterstützer
Stadt Steinfurt
Landschaftsverband Westfalen-Lippe, Münster
Bezirksregierung Münster
Eidgenössisch-Technische Hochschule Zürich
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Vorstand Förderverein
Dr. Ralf Klötzer, Vorsitzender
Hermann Elfers, Stellvertretender Vorsitzender
Ellen Borowiak, Kassenführerin
Silvia Dertwinkel, Referentin für Information
Annegret Arning, weiteres Vorstandsmitglied
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