Ein Foto-Museum in Steinfurt
 

Cornelia Balzer hat aus dem Nachlass ihres Großvaters Hermann Kiepker ein Fotografie-Museum eingerichtet

 

BURGSTEINFURT - Er war in Burgsteinfurt vielen bekannt: Hermann Kiepker, Fotograf und Heimatfreund (1889-1965).

 

Bild 1 - Hermann Kiepker. Das fotografische Gedächtnis Burgsteinfurts. Mit seinem Nachlass, seinen Fotos und Negativen, seinen zahlreichen Kameras, aber auch mit seinen Ölbildern und handcolorierten Fotografien hat seine Enkelin Cornelia Balzer, die das Fotohaus Kiepker-Balzer in dritter Generation führt, in ihrem Haus an der Steinstraße ein kleines Museum eingerichtet.


 

Bild 2 - Und er hat ein umfangreiches fotografisches sowie künstlerisches Werk hinterlassen. Die Lokalzeitung überschlug sich vor Begeisterung. Am 26. Januar 1959 feierte das „Steinfurter Kreisblatt", der Vorgänger der heutigen MZ, mit Hermann Kiepker „einen begeisterten Freund der Heimat".

Bild 3 - Sein 70. Geburtstag war Grund genug, Kiepker in einem großen Artikel zu würdigen. Darin wird ihm in Sachen Fotografie eine gewisse „Meisterschaft" bescheinigt, „mit klarem Blick für die immer wachsende Bedeutung der Lichtbildkunst".

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„Mein Großvater hat zunächst eine Malerlehre absolviert", sagt Cornelia Balzer. „Nach und nach hat er sich dann für Fotografie interessiert."

 

1921 zog Hermann Kiepker von Lengerich nach Burgsteinfurt um und stieg als Teilhaber in das Fotogeschäft von Georg Rothe ein.

 

Als der 1930 starb, übernahm Kiepker das Unternehmen. Und machte sich rasch einen guten Namen, weit über Burgsteinfurt hinaus.

 

„Bis 1937 lag das Geschäft an der Ecke Steinstraße/Mühlenstraße, dann hat mein Großvater das Nachbargrundstück gekauft und dort gebaut", sagt Cornelia Balzer.

 

Hier steht bis heute das Fotohaus.

Bild 6 - Das Geschäft an der Ecke Steinstraße/Mühlenstraße

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Bis in die 60er Jahre fotografierte Hermann Kiepker alles und jeden in Burgsteinfurt. Fertigte Portraits alteingesessener Familien, lichtete besondere Schätze der Natur ab - und malte all die Jahre eifrig.

 

Weil er nebenbei auch ein ordnungsliebender Mensch war, hat er alles fein säuberlich aufbewahrt und archiviert.

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Das wiederum machte es Cornelia Balzer leichter, sich durch den Nachlass zu arbeiten.

 

Schon ihre Eltern, Hans-Joachim und Liesel Balzer, hegten den Schatz, erst die Tochter indes, selbst Fotografie-Meisterin, entwickelte die Idee, die Werke und Arbeitsgeräte ihres Opas auszustellen.

 

„Ich habe nach dem Tod meines Vaters im Jahre 1998 die alte Rahmenwerkstatt hergerichtet. Die vielen Kleinigkeiten aus vorhergehenden Generationen durften einfach nicht im Keller vergammeln", sagt sie.

Bild 9 - Damals und heute: Cornelia Balzer mit einer modernen Digitalkamera - und als Kinderfoto auf einer alten "Salon-Kamera"

Bild 10 - Zeittypische "Salon-Kameras" aus Mahagoni mit vernickelten Beschlägen

Eiweiß-Lasurfarben

Deshalb hat Cornelia Balzer alles liebevoll arrangiert. Das mit Eiweiß-Lasurfarben hand-colorierte Foto des stadtbekannten Försters Kühn. Die alte „Salon-Kamera" aus Mahagoni mit den Nickelverblen-dungen, die schon in den 40er Jahren fast 600 Reichsmark kostete. Die „Plaubel Makina" und die „Welta" aus den 20er Jahren. Die alten Rechnungen. Hermann Kiepkers Arbeits- und Reiseerlaubnis der britischen Besatzungs-macht. Und die vielen ausdrucksstarken Portraitfotos.

 

Bild 11 - Eine Auswahl historischer Kameras

Bild 12 - Hermann Kiepker fotografierte nicht nur, er malte auch sehr gut. Und er colorierte viele seiner Schwarz-Weiß-Fotos per Hand

Bild 13 - Auch dieses Ölbild hat Hermann Kiepker gemalt

Schade nur, dass diese Dokumente eines bewegten Fotografen-Lebens bislang nur wenige Burgsteinfurter sehen können. Das aber muss nicht so bleiben.

 

„Interessierte können sich gerne mein kleines Museum anschauen - wenn möglich aber bitte eine kurze vorherige Anmeldung!", sagt Cornelia Balzer.

 

Sie selbst wird, falls gewünscht, die Führungen übernehmen. ■ Michael Hagel

Bild 14 - Dieses ursprüngliche Schwarz-Weiß-Foto hat

Hermann Kiepker handcoloriert. Ein Meisterstück!

 

Es gibt noch mehr zu sehen in Kiepker's kleines Bilder- und Fotomuseum, also klicken Sie weiter zur Seite 2

 


Text und Bilder 1 und 2: Michael Hagel; Bericht erschienen in der Münsterschen Zeitung vom 15.04.2006

Bild 9: Cornelia Balzer

Bilder 3 - 8 und 10 - 14: Willi Tebben


 

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