Hof Floer (1722), Steinfurt-Borghorst, Ostendorf 29
(ehem. im Besitz des Stiftes Abtei Borghorst)

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Ein ganz besonderer Höhepunkt unserer Steinfurter Denkmal-Rundtour am 10. September 2006 war und ist der Besuch der Hofanlage Floer, Ostendorf 29.

Aber nicht nur die Anlage ist äußerst sehenswert, wir haben hier noch wesentlich mehr Attraktionen gefunden als ein Denkmaltag zunächst vermuten lässt.

Wichtiger Hinweis: Der Hof befindet sich im Privatbesitz und ist außerhalb des Denkmaltages nicht zugänglich!

Bild 2 - Teilansicht der Hofanlage von der Zufahrt her

Der Hof Floer ist bereits im ersten Pachtbuch der Abtei Borghorst aus dem 14. Jahrhundert als Besitz des Stiftes verzeichnet. Seit dem 16. Jahrhundert wird er zum Grundbesitz der Äbtissin gerechnet.  

1776 hatte der Hof ein Wohnhaus mit 16 Fachwerken (Gebinden), einen Schoppen, ein Backhaus, eine Torfscheune und einen Spieker. Nach einer Notiz von ca. 1790 befanden sich zu dieser Zeit auf dem Hof an Gebäuden mit Feuerstellen neben dem Haupthaus ein Heuerhaus, das vermietet wurde, sowie ein Backhaus. 1824 erfolgte mit der Ablösung der ständigen Abgaben und Dienste die Befreiung von der Grundherrschaft, die nach der 1811 erfolgten Auflösung des Stiftes vom fürstlichen Haus Salm-Horstmar ausgeübt worden war.

Die gesamte Hofanlage besteht heute aus dem Haupthaus mit Tenne, dem ehem. Schweinestall, der Scheune und dem Speicher.

Bild 3 - Der Speicher

 

Der 2-geschossige, massiv gemauerte Backsteinspeicher wurde 1869 errichtet. Fenster- und Türumrahmungen sind in Sandstein ausgeführt, Zierziegel betonen die horizontale Gliederung. Die Hauptgiebelseite ist gestaltet mit 2 Eingangstüren, dem Inschriftenstein mit Datierung, mit Ladeluken und mit Fenstern. Das Gebäude wurde im Lauf der Zeit sehr vielseitig genutzt. Es umfasste neben dem Schweinestall ursprünglich einen Kartoffelkeller, einen Backofen, eine Einrichtung zum Bierbrauen, eine Kornmühle und Räumlichkeiten zur Kornlagerung.

 

Bild 4 - Frontansicht des Speichers

Bild 5 - Deutlich sind auch hier die Eisenstäbe vor den Fenstern zu sehen

Im ersten Weltkrieg waren im Speicher zeitweise russische Kriegsgefangene untergebracht. Aus dieser Zeit stammen noch die senkrechten Eisenstäbe in den Fensteröffnungen.

2006 wurde der Raum im Erdgeschoss mit dem alten Steinbackofen saniert und kann heute vielfältig genutzt werden.

Bild 6 - Der frisch renovierte Raum mit dem alten Steinbackofen

im Erdgeschoss des Speichers

Bild 7 - Blick von der Empore

(Als ich den Raum so von oben betrachtete, dachte ich angeregt durch das Ambiente laut darüber nach, dass dies das optimale Trauzimmer ist. Prompt erfuhr ich, das wäre durchaus hier möglich, es ließe sich ganz einfach entsprechend herrichten. Also liebe Brautleute in spe, wenn euch das anspricht: einfach mal nachfragen. (Tel.-Nr. siehe etwas weiter unten!) Hier gibt es bestimmt auch Möglichkeiten zu feiern. - Anm. des Autors)

 

Bild 8 - Neben dem Speicher hatte der Verein Matopos e.V. - "Steine aus Simbabwe" einen Stand mit kleineren Skulpturen aufgebaut. Im Garten des Hofes Floer hat dieser Verein seit Mai 2002 einen ständigen Skulpturengarten der Künstler aus Simbabwe eingerichtet.

Die Ausstellung kann am Denkmaltag, wenn die Hofanlage zum Tag der offenen Tür einlädt sowie nach vorheriger Terminabsprache mit den Hausbesitzern  (Tel.: 0 25 52 / 6 18 00) besichtigt werden.

Näheres zu Matopos e.V. sowie einige Fotos der Skulpturen im Garten Floer finden Sie im Bericht Matopos e.V. - Steine aus Simbabwe.

 

Bild 9 - Nach der Besichtigung des Speichers wenden wir uns der

großen Gartenanlage zu und gehen einmal rund ums Haupthaus.

Im Vordergrund eine der Skulpturen aus Simbabwe, dahinter

eine lauschige Laube für gemütliche Abendstunden.

Bild 10 - Blick zurück zum Speicher, im Vordergrund

die Giebelseite des Haupthauses

Bild 11 - Blick auf das Haupthaus vom Garten aus

Das Bauernhaus, ein Querdeelenhaus (Vierständerbau), ist an der Herdstelle 1722 datiert. Aus dieser Bauzeit ist außen nur noch an einem Teilbereich der Traufseite Fachwerk zu sehen.

 

Im Jahre 1869 wurde das Haus an den Wohngiebel- und Wohntraufseiten massiv verklinkert, 1937 folgte die Verklinkerung der Wirtschaftsgiebelseite. Der Wohnbereich hat im Wesentlichen die Struktur des 18. Jahrhunderts beibehalten.

Bild 12 - Hier finden wir noch das ursprüngliche Fachwerk

Die zweite traufseitige Eingangstür wurde zum Fenster zurückgebaut, nach umfangreichen Renovierungsarbeiten im Jahr 2001 ist wieder eine Tür vorhanden.

 

Im Bereich des Wohngiebels befinden sich der leicht eingetiefte Keller mit darüber liegenden Upkammern.

Bild 13 - Zum Verweilen und zum Gedankenaustausch laden überall Sitzgruppen ein


Normalerweise müsste hier nun stehen: Bitte umblättern.

Das geht im Internet bzw. auf dem Bildschirm natürlich nicht.

 

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Text: Information Nr. 26 - Hof Floer - Tag des offenen Denkmals - Rasen, Rosen und Rabatten 10. September 2006

Textbearbeitung: Willi Tebben

Bildnachweis: Information Nr. 26 - Hof Floer (Bild 1); Willi Tebben (Fotos 2 - 13)


 

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