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Flurstücksangaben
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Bild 1 - Friedhof 34, Haus Bollmann - Stand 12.08.2006 |
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Geschichte des Hauses
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Burgsteinfurt erhielt im Jahr 1347 die Stadtrechte verliehen. Danach erfolgte die Befestigung der Siedlung durch Wälle, Gräben und Stadtmauern. Die um den Ortskern verstreuten großen Bauernhöfe, die in der Regel dem Steinfurter Grafenhaus oder der Johanniterkommende eigenhörig waren, richteten sich innerhalb der befestigten Stadt hofsteden = Hofstätten oder lifftuchten = Leibzuchten ein. Diese Gebäude dienten in Kriegszeiten als Zufluchtstätten oder auch als Altenteil für Angehörige. In der ersten Wachtrolle von 1402 werden mehrere Höfe aus den Bauerschaften Hollich, Seilen und Veltrup aufgeführt, die solche Wohnstätten in der Stadt besaßen.
Der frühere Stadtarchivar Fritz Hilgemann schreibt dazu 1956 in einer Abhandlung: „Eine ergänzende Urkunde vom 12.2.1490 gibt uns aber die Möglichkeit, das Haus zu bestimmen, das damals den Könings gehörte, ist doch in dieser Urkunde die Rede von Conynges Haus auf dem Friedhof neben Lenneps Lehnhaus. Wenn nun das Haus der Könings einmal neben dem Lenneps Haus, zum anderen neben dem Küsterhause, der heutigen Besetzung Heermann, gelegen hat, kann es sich dabei nur um die jetzige Besitzung Bollmann, Friedhof 34 handeln."
Den Hof Köninck gibt es heute noch. Er liegt etwa
500 Meter von der Landstraße in Richtung Horstmar entfernt, die als
Verlängerung des Friedhofs bezeichnet werden kann. |
Bild 2 |
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Bild 3 |
Ob das Haus im Lauf der Jahrhunderte eine bauliche Erneuerung erfahren
hat, können nur exakte dendrochronologische Untersuchungen der Balken
ergebe. Bis auf einen seitlichen Anbau, um die Wohnfläche zu vergrößern,
ist die Struktur auf dem schmalen Grundstück unverändert geblieben.
Andreas Eiynck schreibt in seiner Dissertation „Häuser, Speicher, Gaden - Städtische Bauweisen und Wohnformen in Steinfurt und im nordwestlichen Münsterland vor 1650, Dr. Rudolf Habelt Verlag Bonn 1991" über das Haus Friedhof 34: „Ältester Bauteil dieses Gebäudes ist ein zweigeschossiger Fachwerkspeicher von fünf Gebinden Länge aus der Zeit um 1600. Er zeigt eine Konstruktion mit eingezapften Geschoss- und eingehälsten Dachbalken. Am Vordergiebel ragen das Obergeschoss und das verbretterte Giebeldreieck auf Hakenbalken über zweifach gekehlten Taubandknaggen vor. Im späten 17. oder frühen 18. Jahrhundert wurde das Gebäude am Rückgiebel verlängert, an der Südseite fügte man eine niedrige Abseite an." |
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Seit 1669 lassen sich auch die Bewohner des Hauses lückenlos belegen. Damals hatten die Häuser noch keine Straßenadresse. Sie waren im gesamten befestigten Stadtgebiet durchlaufend nummeriert.
Im Haus Nr. 331 wohnte vor rund 350 Jahren eine Familie Johann Fleige. Im Inneren des Hauses erreicht man über viele kleine Stiegen, Leitern und Treppchen die kleinen Zimmer, die kaum zwei Meter Deckenhöhe aufweisen. Erstaunlich ist, dass sich bei aller Raumenge doch für die wesentlichen Funktionsabläufe in einem Haushalt überall ein Eckchen fand.
Die räumliche Enge in dem kleinen Haus beleuchtet eine Einquartierungsliste aus dem Jahr 1795. Als im Zuge der sogenannten Koalitionskriege französische Truppen in Burgsteinfurt eindrangen, mussten die Bürger den Soldaten Einquartierung gewähren. Aus dieser im Stadtarchiv befindlichen Liste vom März 1795 erfahren wir genau die Zahlen für den Stadtbezirk Friedhof.
Da es bei der damaligen sechsköpfigen Familie Grünewald schon reichlich eng in den winzigen Stuben war, wurde dort nur ein Soldat zugewiesen. Der Nachbar Prümers (Haus Nr. 330) musste dagegen in seinem wesentlich größeren Haus gleich sechs Soldaten einquartieren. |
Bild 4 |
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Das Haus Bollmann aus stadthistorischer Sicht im Rahmen der Stadtentwicklung und Ensemblewirkung im Zusammenhang mit der Baubauung Kirchstraße / Friedhof
Zusammenfassend kann festgehalten werden:
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Bild 5 |
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Weiter zum Sanierungsprojekt Haus Bollmann
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Text: Stadtarchiv Steinfurt Fotos: Willi Tebben (Bild 1-5) |
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