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Seit Mai 2005 (Baubeginn) wird über die beiden Baustellen an der Nieder- und Schlossmühle in Burgsteinfurt lebhaft diskutiert. Sind die Fischaufstiegsanlagen wirklich gigantische Geldvernichtungsanlagen, wie viele Mitbürger meinen? Oder rechtfertigen ökologische Aspekte den Bau der Fischtreppen, da der Mensch wie üblich ohne Rücksicht auf die Natur in natürliche Abläufe eingegriffen und damit anderen Lebewesen den Lebensraum genommen hat? Gegner und Befürworter werden auch weiterhin ihre Begründungen liefern. Wahrscheinlich wird sich das Ganze nie auf einen Nenner bringen lassen. Allerdings überlassen wir die teilweise sehr heftigen Diskussionen denen, die mehr davon verstehen oder es zumindest glauben.
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Schon von weitem grüßen die Baustellenschilder
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| Was uns von der Stenvorder Redaktion eigentlich viel mehr interessiert, sind die folgenden Fragen: - warum überhaupt eine Fischaufstiegsanlage? - wie funktioniert so eine Fischtreppe? - welche Technik steckt dahinter? - wie überredet man die Fische, den Aufstieg zu nutzen? - welchen weiteren Nutzen haben die Fischtreppen für uns? Wir haben uns also mal schlau gemacht bei dem Umweltamt (Wasserbehörde) im Kreis Steinfurt, haben Bücher und Unterlagen gewälzt, vielen Leuten viele Fragen gestellt und möchten an dieser Stelle die zusammengetragenen Infos mal vorstellen.
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| Fischwanderung |
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Zu den elementaren Grundbedürfnissen von Fischen zählt das Wanderverhalten. Sehr viele Fischarten begeben sich zum Laichen in die Bach- oder Flussoberläufe, also Richtung Quelle. Die bekanntesten Beispiele sind wohl der Lachs und der Stör, die vom Meer aus zu ihren Laichgewässern oft mehrere 1.000 km zurücklegen. Andere Arten wählen den umgekehrten Weg. Außerdem führen auch die anderen einheimischen Fischarten sowie im Wasser lebende wirbellose Organismen Ortswechsel innerhalb der Fließgewässer durch.
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| Wehre in der Steinfurter Aa |
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Als im 12. Jahrhundert die Burg in einer flachen Niederung der Aa angelegt wurde, wusste man schon von der Möglichkeit, dass Wasser sich als zusätzlicher Schutz des Adelssitzes leicht aufstauen lässt. Hier diente das Wehr also der Sicherheit, aber auch zur Regulierung des Wasserspiegels.
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Luftaufnahme vom Schloss. (Foto: Verkehrsverein Steinfurt) |
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Ein weiteres Wehr in der Aa wurde etwa im 13. Jahrhundert wegen der in Burgnähe entstehenden Stadt in Höhe der heutigen Niedermühle errichtet.
Auch hier musste das Wasser aus Sicherheitsgründen zum passiven militärischen Schutz gestaut werden, wurde dann aber wie schon beim Schloss ebenfalls für den Betrieb einer Wassermühle verwendet.
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Durch beide Wehre wurde der Wanderweg der einheimischen Fischarten unterbrochen.
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Die neueste Technik der Fischtreppe? Ganz so einfach ist das für Fische leider nicht!
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| Im Jahre 2003 beabsichtigte der Kreis Steinfurt im
Rahmen der ökologischen Verbesserung der Fließgewässer die Durchlässigkeit
der Steinfurter Aa an der Schloss- und Niedermühle wieder
herzustellen. Er beauftragte ein Ingenieurbüro mit einer
Machbarkeitsstudie zur Errichtung von Fischaufstiegsanlagen an
diesen beiden Wehren. |
| Im Bundesgebiet sind mittlerweile viele Fischaufstiegsanlagen in Betrieb. Sie werden grundsätzlich unterschieden in „Naturnahe Fischaufstiegsanlagen“ und „Technische Fischaufstiegsanlagen“, werden aber in verschiedensten Bauweisen ausgeführt. Auf eine Aufzählung möchten wir wegen der Vielzahl verzichten.
In Burgsteinfurt wurde angestrebt, die Fischtreppen möglichst naturnah zu gestalten. Das gelang größtenteils auch. Aber durch die örtlichen Gegebenheiten wurde man am Schloss aus Kosten- und Platzgründen gezwungen, auch eine technische Variante einzusetzen. Wir erläutern das im Einzelnen bei der Beschreibung der beiden Fischtreppen. |
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Hier geht es weiter zur Fischtreppe an der Niedermühle Bericht: Einsetzen der Fischreusen |
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Text: Willi Tebben Fotos: Verkehrsverein Steinfurt (1), Willi Tebben (3) Literatur: DVWK-Merkblätter zur Wasserwirtschaft 232/1996 - Fischaufstiegsanlagen
Unser besonderer Dank geht an den Kreis Steinfurt - Umweltamt, Untere Wasserbehörde. Hier wurden wir mit wertvollen Tipps versorgt, bekamen die Antworten auf unsere viele Fragen sowie die rechtlichen Hintergründe für den Bau der Fischaufstiegsanlagen. Durch diese Unterstützung wurde der Bericht in der vorliegenden Form erst möglich. |