Dieses Bild kann durch Anklicken vergrößert
werden!
|
An der Niedermühle kommt in voller Länge von 82,50 m
ein Umgehungsgerinne zum Einsatz. Das ist ein naturnah gestalteter Bach, der das Wehr weitläufig umgeht. Diese Variante ist zwar kostengünstig, hat aber einen enormen Platzbedarf. Dafür lässt sie sich landschaftlich hervorragend einbinden und ist für die gesamte Gewässerfauna passierbar.
Über das Umgehungsgerinne wird in der Regel nur ein Teil des Abflusses geleitet. An der Niedermühle muss ein Niveauunterschied von 2 m
überbrückt werden. Um dies unter Beachtung der max.
Strömungsgeschwindigkeit von 1,2 m/s zu ermöglichen, besteht das
Umgehungsgerinne aus 23 Auf- / Abstiegsbecken. In diesen Stufen
wird jeweils ein Gefälle von ca. 10 cm eingestellt. Im Bereich unter
der
Mühlenstraße befindet sich ein Umlenk- und Ruhebecken (10) ohne
Gefälle. |
Das Umgehungsgerinne an der Mühlenstraße-Unterquerung vor dem Fluten
|
| Aufbau des Umgehungsgerinnes |
|
| Um eine optimale naturnahe Gestaltung zu erzielen, ist eine möglichst große Strukturvielfalt hinsichtlich Querschnitte, verschiedene Wassertiefen und Strömungen anzustreben. Die Sohle des Gerinnes besteht aus Grobkies. Es dient einmal als Sohlensicherung wegen des relativ großen Gefälles, zum Anderen halten die groben Steine kleinere Sedimentpartikel zurück, so dass sich die Lücken mit dem natürlichen Sohlensubstrat auffüllen können. Um die Fließgeschwindigkeit regulieren zu können, werden Querriegel aus großen Steinen
(Störsteine) gebildet, die mehr oder weniger tief in die befestigte Sohle eingebunden sind. Dadurch entsteht eine Einengung des Fließquerschnitts, bei der auf Grund des Aufstaus eine Beckenstruktur zwischen den Riegeln entsteht.
Die Fische schwimmen durch die Lücken zwischen den Störsteinen. In
den Becken herrschen unterschiedliche Strömungsbedingungen. Daher
haben die Fische und Kleinlebewesen auch Möglichkeiten, sich auszuruhen, um Kraft zu gewinnen für den weiteren Aufstieg.
|
Das Umgehungsgerinne Richtung
Auslauf (Unterwasser) |
Das Einlaufbauwerk (Oberwasser) wird so angelegt, dass die Fischtreppe auch bei Niedrigwasser nicht trocken fällt. Das hätte nämlich verheerende Folgen für die Gewässerfauna.
Am Einlauf sollte auch das Einsetzen einer Reuse möglich sein (z.B. für Fischzählungen,
-kontrollen usw.).
Am Auslauf muss immer eine ausreichende Strömung gewährleistet sein, damit eine entsprechende Leitwirkung auf die Fische ausgeübt wird. Der Anschluss an das Unterwasser wird daher mit möglichst steilem Gefälle ausgeführt.
|
unmittelbar vor dem Auslauf |
Baum-, Strauch- und sonstige Bepflanzung entlang der Uferzonen sorgen für eine natürliche Gestaltung, bieten Sichtschutz, beschatten das Gerinne und tragen zur Ufersicherung bei.
|
Der Auslauf an der Niedermühle |
| Text, alle Bilder und Grafik: Willi Tebben
Literatur: DVWK-Merkblätter zur Wasserwirtschaft 232/1996 - Fischaufstiegsanlagen Unser besonderer Dank geht an den Kreis Steinfurt - Umweltamt, Untere Wasserbehörde. Hier wurden wir mit wertvollen Tipps versorgt, bekamen die Antworten auf unsere viele Fragen sowie die rechtlichen Hintergründe für den Bau der Fischaufstiegsanlagen. Durch diese Unterstützung wurde der Bericht in der vorliegenden Form erst möglich. |
|