Steine aus Simbabwe

 

Workshop I für intuitive Bildhauerei unter der Leitung des afrikanischen Künstlers Chemedu Jemali

 

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„Matopos" e.V. - Steine aus Simbabwe
Der Verein veranstaltet Workshops für intuitive Bildhauerei, bei der das Material Ausgangspunkt für die letztendliche Form ist. Intuitive Bildhauerei besteht aus dem Kontakt zwischen dem Stein und dem Gefühl (Herz, Seele und Geist). Bildhauer aus Simbabwe sprechen vom „Talking with the stone". Geleitet werden die Workshops von simbabwischen Bildhauern, die ihre Kenntnis und Erfahrungen den Teilnehmer vermitteln. Die Künstler sind Meister der intuitiven Bildhauerei.
Unter Anleitung wird dem Teilnehmer der Umgang mit dem Stein (in der Regel Serpentin oder Opal) und den technischen Werkzeugen für die Bearbeitung vermittelt. Die Teilnahme und das Miterleben eines Workshops ist kreativ und entspannend und findet in einer ungezwungenen Atmosphäre statt.
Jeder Interessierte kann an den Workshops teilnehmen. Motivation und Interesse sind die Basis dafür, weitere Entwicklung zu entdecken und die Erfahrungen aus einem ersten Workshop zu vertiefen.
Der Verein bietet sowohl fünftägige (Montag bis Freitag oder an zwei Wochenenden: Freitag, Samstag, Sonntag sowie Samstag und Sonntag für Berufstätige) für Anfänger als auch dreitägige Workshops für Fortgeschrittene an. Der fünftägige Workshop kostet 150 Euro (inklusive Werkzeug und Versicherung), der dreitägige Workshop kostet 90 Euro (Mindest-Teilnehmerzahl: 2). Die Kosten für den Rohstein belaufen sich auf 3,50 Euro pro Kilo.

(alle Preise Stand September 2007!)

 

Der Teilnehmer sollte während der Bearbeitung des Steins eine Schutzbrille benutzen.
 

Bevor wir jetzt mitten ins Geschehen springen, vorab ein paar Worte, warum wir über so einen Workshop berichten. Wie das Schicksal so spielt, erfuhr ich am Freitag, den 14. September 2007 so um die Frühstückszeit von der Ausstellung Afrikanischer Skulpturen im Kommunikationszentrum der Kreissparkasse Steinfurt. Da ich ein glühender Verehrer dieser Kunst bin: Kameras geschnappt, Frau an die Hand genommen und auf zur Sparkasse, Bilder machen.

Irgendwann im Lauf des Morgens spricht mich ein freundlicher Herr an. Nach genauerem Hinsehen stellte ich fest, dass es sich um Herrn Vallbracht handelt, dem Vorsitzenden von Matopos e.V. Wir unterhielten uns eine Zeit lang sehr angeregt über die spitzenmäßigen Exponate und irgendwann entfuhr es mir, dass ich so was auch gern zu Hause hätte, aber meine Schatulle leider nicht so üppig gefüllt sei trotz der wirklich attraktiven Preise. Schließlich hatte ich vor Jahrzehnten schon das Gelübde der ewigen Armut abgelegt im Anschluss an meine Beamtenprüfung.

"Nun gut," meinte er, "heute Morgen ist gerade ein Workshop am Denkmalpflegewerkhof gestartet. Guckt Euch das doch einfach mal an, vielleicht habt Ihr Interesse."

Nach der Fotosession ging's dann auch prompt weiter zum Denkmalpflegewerkhof. Ich brauche jetzt wohl nicht ausführlich zu beschreiben, was uns da erwartete, denn wenn uns das nicht völlig überrascht hätte, wäre dieser Bericht überhaupt nicht entstanden.

Was braucht man nun für eine eigene echte afrikanische Skulptur?

Nicht viel: einen Denkmalpflegewerkhof oder einen x-beliebigen anderen Ort zum Werkeln, einen spitzenmäßigen Künstler für die Anleitungen, ein bisschen Werkzeug, das aber gestellt wird, den richtigen Stein, einen fröhlichen Teilnehmerkreis (Bandbreite von erfahrenem Kursteilnehmer bis absoluten Neuling auf dem Sektor) und viel Spaß, gemeinsam der Kunst zu Leibe zu rücken.

All das fanden wir hier an diesem Nachmittag, 14. September 2007.

 

1. Tag: Freitag, 14. September 2007

 

Bild 1 - Der idyllisch gelegene ...

Bild 2 - Denkmalpflegewerkhof, unser Tatort

Bild 3 - Chemedu, unser Kursleiter - ein wahrer

Experte, ...

Chemedu Jemali


wurde am 3. März 1971 in Harare geboren. Nach der Schulausbildung begann er Anfang der 90iger Jahre unter Anleitung seines älteren Bruders Chituwa, der ein sehr bekannter Künstler ist, mit der Bildhauerei.

 

Er arbeitet vor allem mit dem Springstone, grünen Opalen und dem „Fruit Serpentine".

Der Bildhauer bezieht die Ideen für seine Skulpturen hauptsächlich aus der Beobachtung seiner Umwelt und von den Menschen bei ihren verschiedenen Aktivitäten. Seine Eltern stammen aus Malawi, er wurde in Simbabwe geboren.

 

Vor acht Jahren begann der Künstler, immer häufiger abstrakte Skulpturen zu schaffen. Inspiriert zu dieser Entwicklung wurde er durch den bereits verstorbenen Brigthon Sango.


Chemedu's Steinskulpturen gelangten zu Gemeinschaftsausstellungen in Simbabwe, Amerika, Australien, Deutschland, England, Frankreich, Kanada und den Niederlanden.


Gemeinschaftsausstellungen:

2002 in Deutschland
2005 in den Niederlanden
Einzelausstellung: Mai 2006 in der „Legge" in Tecklenburg

 

Bild 4 - und selbstverständlich  d a s  lockere Team von

Gleichgesinnten, das sich in den Kopf gesetzt hat, das edle

Motiv im Inneren des harten Gesteins frei zu legen.

 

Bild 5 - Wie uns gesagt wurde, ist das eigentlich ganz einfach.

Man haut alles weg was nicht zur Skulptur gehört und zum

Schluss bleibt das Kunstwerk übrig.

Bild 6 - Ob diese These stimmt, werden wir nun im Lauf des

Workshops herausfinden und Ihnen hier demonstrieren.

Bild 7 - Hier bahnen sich bereits die ersten Fachgespräche an.

Bild 8 - Obwohl der Workshop erst etwa 4 Stunden alt ist, trifft

man hier bereits echte Experten, ...

Bild 9 - und nach kurzer Abstimmung mit dem Kursleiter ist klar:

auch meine Frau (2. v. li.) ist ab morgen mit dabei.

Und ich darf berichten!

Bild 10 - Schauen wir bis zum eigenen Einsatz am morgigen

Samstag dem weltweit bekannten Künstler Chemedu

ein wenig über die Schulter. Hier demonstriert er gerade, wie

man in zwei verschiedenen Teilen einer Skulptur genau gegenüber liegende Löcher anbringt. Macht man zwar meistens nicht so, weil

man die beiden Teile auch hätte zusammen lassen können, aber

leider hat jeder Stein auch einen eigenen Willen. Und dieser hat sich

im Lauf der Bearbeitung entschlossen, sich einfach mir nichts dir

nichts zu teilen. Davon lässt sich natürlich ein erfahrener

Kursteilnehmer überhaupt nicht beeindrucken, gell Eberhard?.

Also disponiert er einfach um.

Bild 11 - So, da genau muss das Loch rein.

Bild 12 - Aber von wegen mit Bohrmaschine oder anderen

elektrischen Hilfsmitteln.

Bild 13 - Hier ist noch die gute alte Handarbeit gefragt, denn

 wie gesagt: das Werk kann nur gelingen, indem man die eigene

Hand anlegt. Sonst versteht man den Stein auch gar nicht!

 

Sie werden jetzt schon ahnen, was nun kommt: natürlich unsere Seite 2

 

 

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Text: Matopos e.V. - Manfred Vallbracht

Text: Willi Tebben

Fotos: Willi Tebben


 

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