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Zur Präsentation am Sonntag,
den 22. August 2010 um 15 Uhr im Haus Kirchstraße 14 in
Burgsteinfurt:
Warum kommen diese Erinnerungen erst nach
65 Jahren an die Öffentlichkeit?
Wohlbehütet und wohlfundiert in einer bodenständigen
Bauernfamilie mitten im Münsterland bin ich aufgewachsen! Nicht
beeindruckt und beeinflusst von der alles bestimmenden Ideologie
der damaligen Zeit!! Im Innern bestimmt vom Glauben an Gott und
gefestigt von der stets prägenden Erziehung meines
Elternhauses!!
Dass man den Dienst am Vaterland antreten musste, dafür gab es
kein Zurück!! Und gerade dieser Moment steht in der
vorurteilsstrotzenden Kritik der heutigen Generation, die all
dieses nicht miterlebt hat und gut daran täte, den unumkehrbaren
wie unheilvollen Opfergang meiner gesamten Generation
nachdenklich zu würdigen!!!
Ich selbst bin niemals ein Freiwilliger, aber dafür um so mehr
ein Leidtragender gewesen!!!!
Die
Lehre aus meiner so demolierten Jugend war mir ein Fanal dazu,
nämlich um so mehr dafür einzutreten, dass meine
Nachfolge-Generation es besser haben sollte und möglichst vor
gleichem Unheil geschützt werden müsse! Dazu gehört aber auch
die Ehre und Würdigung der vorherigen Katastrophen-Erfahrung! In
meiner Familie ist diese Erfahrung objektiv und verständnisvoll
durchgearbeitet und auch als meine vermächtnishafte Mahnung
festgeschrieben!
Wagt man dann aber, etwas davon in der Öffentlichkeit zu
bewegen, kann man erleben, dass man das wahre Gesicht der
heutigen Zeit als verlogene Fratze kennen lernt, und zwar im
völlig realitätsentstellenden Vorurteil!!!
So habe ich mich vor ca. 15 Jahren an eine große Zeitung gewandt
und auf die so unwürdig schlummernden Kameraden an der Ahr
aufmerksam
gemacht!! Diese schickte nur eine einzige Antwort, und die
lautete:
"Es ist ja schon soviel Zeit darüber hinweggegangen, wir haben
daran heute kein Interesse mehr"!!??!
Statt eines Kommentars dazu bleibt mir allerdings das Wort im
Halse stecken!!!
Noch viel schlimmer kommt es, wenn man den Heuchelapparat der
Frömmigkeit bemüht, dem leider so viele Fernsehzuschauer anheim
fallen!
Habe ich doch vor ca. zwei Jahren einen Fernsehpastor
angeschrieben:
"Ich
habe heillose Wut darüber, dass so viele meiner Kameraden an der
Ahr so elendig verbuddelt und so der Schweigsamkeit der Ewigkeit
übergeben wurden"!!!
Die
Antwort darauf:
"Ich sollte meine Wut lieber an meinem Kopfkissen auslassen"
!!!!!!
Ich weigere mich, darüber
nachzudenken
-- Herrgott - Jesus - Amen!!!
Bei
unserem Treffen 1995 konnten erstmalig viele Kameraden aus der
ehemaligen DDR zugegen sein! Das war eine sehr schöne und auch
sehr wohltuende Bereicherung der ganzen "Erinnerungsbewegung"!!
Alle Wege, die bis dahin so sehr verbaut waren, wurden hier in
einem sehr herzlichen Miteinander wieder aufgeschlossen!! Es war
mit einem Mal, als wenn die ganze Gesellschaft eine bisher nie
Fröhlichkeit und Herzlichkeit im intensiven gegenseitigen
Austausch erfahren hätte!
Dabei lernte ich auch meinen Freund Heinz Adler aus Dresden
kennen! Er hatte mit mir den seinerzeit berüchtigten
"Todesmarsch" von Remagen nach Andernach mitgemacht!! All das
von mir dazu berichtetes Geschehen wurde von ihm in allen Teilen
bestätigt und es war eine sehr erhebende und zu Herzen gehende
Aussprache! Alle furchtbaren Szenen dieser so unmenschlichen
Dramatik kamen wieder hoch!!
Wir
sind bis heute darum auch gute Kameraden geblieben, denn es sind
ja nur noch wenige, die das bis heute überlebt haben!!
Wir sind uns in dem Bestreben einig, die
Erinnerung an diese gemeinsamen Erlebnisse nicht nur
auszutauschen, sondern der Nachwelt als reales Zeitgeschehen und
vor allem als Mahnung an die Zukunft festzuschreiben!!!
Geschichte kann nur Bestand haben, wenn Positivum und Negativum
zur neutralen, objektiven Bewertung gleichermaßen der Zukunft
zur würdigen Handhabung anvertraut werden !!!
Die Ehre der Vergangenheit und die Mühen der Gegenwart ergeben
den Wert der Zukunft !!!!!
Zur Erinnerung an meine Kriegsgefangenschaft 1945 in
Miesenheim - Andernach - Sinzig und Remagen!!!
Meinen toten Kameraden in dankbarem Gedenken
gewidmet !!!
Bernhard Friedrich Frahling |