Die moderne Familienforschung - Methodik und Beispiele

 

ein Vortrag von Ingrid König & Petra Weiner am 17. Januar 2008

 

Seite  1  2  3  4  5  6  7 

Das gemeinsame Interesse an der Ahnenforschung führte uns zusammen:

Bild 1 - Ingrid König

Bild2 - Petra Weiner

Nachdem wir zunächst jeder alleine im Internet, in alten Kirchenbüchern etc. nach unseren Vorfahren suchten, lernten wir uns bei der zeitgleichen Suche im Stadtarchiv kennen.

 

Dabei stellten wir fest, dass wir auch miteinander (weitläufig) verwandt sind: Die Urgroßmutter der einen ist die Schwester des Urgroßvaters der anderen!

 

Heute „forschen“ wir gemeinsam und schon oft haben wir festgestellt, dass wir durch die gemeinsame Arbeit nicht nur mehr Spaß haben, sondern zusammen auch wichtige Netzwerke in Archiven, bei Kirchenämtern u.ä. aufgebaut haben!

 

Ahnenforschung - aber wie ?

 

Häufig werden wir gefragt: „Wie fange ich meine Ahnenforschung an? Wie geht es weiter? Wie und wo forsche ich? Wer kann mir helfen? Wo finde ich Hinweise?“

Wir wollen diese Fragen heute so weit wie möglich beantworten, aber wir können keine komplette Ahnentafel, keinen kompletten Stammbaum für Sie erstellen – diesen Spaß wollen wir Ihnen nicht nehmen!
 

Anregungen und Hilfestellung dazu wollen wir ihnen jedoch gerne geben - wir stehen auch später noch gerne für Fragen zur Verfügung!
 

Methodik:

 

Als Erstes sollten Sie sich unbedingt die Frage stellen:

Was will ich eigentlich als Endergebnis haben: Einen schmucken Stammbaum, eine umfangreiche Familiengeschichte, eine Datei auf dem PC mit allen Daten, eine Fotosammlung??? … Für wen mache ich mir diese Arbeit überhaupt ???

 

Bitte beachten Sie: Fast automatisch nimmt die Forschung – etwas Fleiß und Glück vorausgesetzt – sehr schnell einen beachtlichen Umfang an!

Zur Verwaltung von Urkunden, Bildern, Kirchenbuchinhalten, aber auch zur weiteren Recherche ist ein Computer über kurz oder lang sehr hilfreich.

Außerdem helfen Ihnen leistungsstarke Stammbaumprogramme komfortabel bei der Archivierung und Aufbereitung Ihrer Familiendaten.
 

Daher am Besten gleich von vornherein:


Doppelte Buchführung!!

Akten in Papierform & EDV-Verwaltung

Stichwort Datensicherheit!!

 

 

Ordnungssystem nach Kekulè

Natürlich ist es sinnvoll, sich von Beginn an ein bestimmtes Ordnungssystem zu halten. Die Geneaologen benutzen dafür heute das sogenannte Kekulè-System.

Dieses Nummerierungssystem, das sich international durchgesetzt hat, war erstmals 1590 durch Michael Eyzinger angewendet worden, dann wieder 1676 durch Hieronymus de Sosa und 1883 durch Francis Galton. Stephan Kekulé von Stradonitz benutzte dieses System wieder in seinem Ahnenatlas von 1898.

Die Ausgangsperson bekommt die Nummer 1, der Vater dieser Person die doppelte Zahl seines Kindes: 1x2=2, die Mutter bekommt die Zahl des Vaters plus 1: 2+1=3. So geht das System durch die Generationen weiter: der Großvater väterlicherseits hat die Nummer 4, weil 2 verdoppelt wird, die Großmutter dann die 5, weil 4 plus 1.

Alle männlichen Vorfahren haben demzufolge gerade Zahlen, alle weiblichen ungerade.
 

Los geht´s!

Wie jede historische Forschung steht und fällt auch die Genealogie mit der Datenerhebung, d.h. mit der Suche nach Informationen.

 

Vielleicht hat Ihnen Ihr Geschichtslehrer einmal aufgetragen, einen Stammbaum zu erstellen mit Eltern, Großeltern und eventuell Urgroßeltern? Daten waren zu erfragen und eventuell Fotos als Illustration hinzuzufügen?

Oder hat ein Verwandter bereits einen Stammbaum für seine Linie erstellt, den Sie für Ihre Zwecke erweitern können?

Nutzen Sie ruhig diese Anfangshilfen, aber achten Sie darauf, dass Sie die jeweiligen Belege und Fotos in Kopie erhalten!
 

Fangen Sie zunächst mit sich selbst an, oder mit Ihren Kindern!

Sammeln Sie Daten wie Geburt, Taufe, Firmung/Konfirmation, Eheschließung standesamtliche UND kirchliche Trauung und und und ...

Dazu Kopien der Dokumente, Fotos, Quellenhinweise (von wo, von wem habe ich diese Informationen? z.B. Kirchenbuch der Evangelischen Gemeinde, 1965, Seite 25 Zeile 11, oder Auskunft des Standesamtes Steinfurt, Geburtsregister 1956, Nummer 276 oder mündliche Auskunft von Tante Elli Müller. Wenn man später abweichende Informationen erhält, kann man so die Verlässlichkeit der einzelnen Angaben beurteilen!

Anschließend sammeln Sie ebenso systematisch die Daten der nächsten (Eltern-) Generation. Die Erfahrung zeigt, dass die meisten von uns auf diese Weise bereits die ersten 3-4 Generationsfolgen erstellen können.
 

Sammelnswerte Informationen / Daten I:

Personenbezogene Daten:

- Geburtsdatum, Geburtsort
- Taufdatum, Taufpaten, Taufort
- Kommunionsdatum/Konfirmationsdatum, -ort
- Standesamtliche Trauung, Kirchliche Trauung, Trauzeugen, Ort, Datum
- Scheidungen, Kindsgeburten, Patenschaften
- Adressen, Umzüge
- Hofnamen, Beinamen, Nachbarschaften
- Berufe, Militärdienstinformationen
- Krankheiten, Behinderungen, Besondere Merkmale
- Todesdatum, Todesort, Todesursache
 
Sammelnswerte Informationen / Daten II:

Schriftliche Aufzeichnungen:

- Standesämter
- Kirchengemeinden
- Kirchenämter und -archive
- Stadt- und Gemeindearchive
- Handwerksrollen, Handwerkskammern
- Adressbücher, Telefonbücher
- Vereinschroniken, Schützenlisten
- Heimatgeschichtliche und/oder ortskundliche Literatur
- Grabsteine, Friedhofsverwaltungen

 

Sammelnswerte Informationen / Daten III:

Bilder, Familiengeschichten, Sonstiges:

- Aufnahmedatum und Aufnahmeort aller Bilder
- Genaue Bezeichnung aller auf dem Bild zu sehenden Personen
- Alle Bilder möglichst einscannen, zumindest als Kopie ablegen!
- Familiengeschichten und -anekdoten bergen eine Vielzahl von Informationen z.B. über Berufe, Beziehungen etc.

 

Standesämter

Die Standesämter haben im Idealfall Daten, die bis zum 01.01.1876 zurückreichen. Vorher gab es keine Standesämter und somit keine Meldepflicht!

Es ist möglich, über die Standesämter schriftliche Auskünfte über die (nachgewiesenermaßen) eigene Abstammung zu erhalten, diese sind jedoch in der Regel kostenpflichtig.

Sollte sich das Standesamt, von dem sie sich die Informationen erhoffen, in Ihrer Nähe befinden, können Sie jedoch häufig auch mündliche Auskünfte erhalten, die zumeist kostenlos sind.

Vor der Einführung von Standesämtern im Zuge der Säkularisierung wurden von den Kirchen als „Amtsvorgängern“ Daten erfasst ---> Kirchenbücher
 
Kirchenbücher

In Kirchenbüchern wurden die persönlichen Daten der Gemeindemitglieder erfasst.

Diese Kirchenbücher werden innerhalb der Einzelgemeinde aufbewahrt oder liegen in zentralen Kirchenbucharchiven. Das Kirchenbuch der evangelischen Kirchengemeinde Burgsteinfurt liegt im Kreiskirchenamt, das Original der katholischen Gemeinde im Bistumsarchiv Münster.

Erfasst wurden in den Kirchenbüchern vor allem: Taufeinträge (inkl. Taufpaten!), Kommunions/Konfirmations- einträge, Eheschließungen (Trauzeugen) sowie Begräbnisdateien.

Hierbei muss unbedingt beachtet werden, dass das Taufdatum z.T. erheblich vom Geburtsdatum abweichen kann, insbesondere in der evangelischen Kirchenpraxis liegen oft mehrere Jahre zwischen diesen Daten!

Auch Begräbnisdaten geben nur bedingt das tatsächliche Sterbedatum wieder!
 
Internet

Die Bedeutung des Internets als Recherchequelle hat in den letzten Jahren rapide zugenommen.

So finden sich neben einer Vielzahl professioneller Seiten, die z.T. gebührenpflichtig sind, auch immer mehr private Stammbäume im Internet, wo Menschen die Liste ihrer Vorfahren aufbereitet und allen zur Verfügung gestellt haben.
 

Achtung: Da die Familienforschung als Hobby sehr beliebt ist, tummeln sich mittlerweile auch und gerade auf den Genealogie-Seiten sehr viele Betrüger! Das reicht von teuren Abo-Verträgen für wertlose Informationen bis hin zum Ausspähen von Daten mittels Computerviren etc.

Wir empfehlen: Vor Weitergabe der Daten stets den Adressaten prüfen!

 

Verwandte Forschungsbereiche: Namenskunde

Oft gibt es in den einzelnen Orte gebräuchliche Vornamen: Johann, Heinrich, Anna, Maria, Gerd und häufig vorkommende Nachnamen: Müller, Meier, Schmidt, Elfers, Rummeling. Dann ist die Zuordnung schwer.

Ich suche z.B. in Steinfurt um 1730 noch nach einem Gerrit oder Gerd Elfers… zur damaligen Zeit lebten mindestens 5 namensgleiche Personen, die ich aber noch nicht eindeutig meinen Vorfahren zuordnen kann.

Aber auch hier gibt es Hilfen: Im Steinfurter Bereich gab es die Gewohnheit, dass z.B. der älteste Sohn einer Familie den Vornamen des Großvaters väterlicherseits bekam, der 2. den vom Opa mütterlicherseits, das älteste Mädchen bekam den Vornamen der Oma mütterlicherseits und das 2. den der Großmutter väterlicherseits.
 

Weiterführende Links:

Literatur:

www.stenvorde.de

wiki-de.genealogy.net/wiki/Burgsteinfurt

wiki-de.genealogy.net/wiki/Hauptseite

www.genealogy.net

www.rootsweb.com

www.verwandt.de/karten

www.familysearch.org

www.igi-index.de

www.wggf.de

Ein Mausklick auf dem entsprechenden Link öffnet die entsprechende Internetseite in einem neuen Fenster!
 

Wolfgang Ribbe/ Eckart Henning - Taschenbuch für Familiengeschichtsforschung

Heimatverein Burgsteinfurt - 650 Jahre Steinfurt

Peter Bahn - Familienforschung, Ahnentafel, Wappenkunde

Christina Zacker  - Anleitung zur Familienforschung

Eike Pies - Abenteuer Ahnenforschung

Dieser Bericht wird fortlaufend ergänzt mit Bildern und weiteren Informationen und wird sich im Lauf der Zeit um viele Seiten erweitern.

 

Auch Sie können dabei helfen. Wenn Sie weitere Anregungen, Fragen, Informationen, Bilder, Berichte usw. haben, kurzum alles, was mit dem Thema Genealogie zu tun hat und von allgemeinem Interesse ist, nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf.

 

Wir freuen uns über jeden Beitrag!

 

 

Soweit zur Theorie des Vortrags. Wenden wir uns nun dem praktischen Teil zu.

Wir starten mit dem Bericht aus einer hiesigen Tageszeitung, bevor wir in einem reich bebilderten Beitrag unsere Eindrücke dieser Veranstaltung darstellen. Den Abschluss bildet der Artikel unserer "großen" Zeitung. Wenn Sie den zuerst lesen möchten, klicken Sie bitte hier,

ansonsten geht es nun weiter mit unserer Seite 2.

 

Seite  1  2  3  4  5  6  7 


Text: Petra Weiner

Text: Willi Tebben

Fotos: Ingrid König (Bild 1); Petra Weiner (Bild 2)

 

Weitere Berichte zum Thema Stenvorde-Stammtisch Ahnenforschung finden Sie auf folgenden Seiten:

 

Die moderne Familienforschung - Methodik und Beispiele - ein Vortrag von Ingrid König & Petra Weiner am 17. Januar 2008

Der Stenvorde-Stammtisch "Ahnenforschung"

Stenvorde-Stammtisch "Ahnenforschung" - Die Premiere am 15. Februar 2008

Stenvorde-Stammtisch "Ahnenforschung" - 14. Oktober 2008

1 Jahr Stenvorde-Stammtisch Ahnenforschung - Eine kleine Fotogalerie

 


 

Home     Impressum     Statistik