Katastrophenalarm in Steinfurt
Bericht aus einem Wohngebiet

Freitag, den 25.11.2005 wird mancher Steinfurter so schnell nicht vergessen. Morgens um 3:00 Uhr war noch leichter Regen, um 15:00 Uhr war es fetter Schnee, der für viele schon unüberwindlich war.

 


Um ca. 18:30 Uhr herrschte absolute Dunkelheit. Stromausfall, kann ja mal vorkommen. Bis Sonntagmorgen um ca. 5:45 Uhr dauerte der erste Stromausfall. Die Wohnung war bis dahin ausgekühlt und geschlafen wurde mit doppelten Decken. Von Sonntag Nachmittag bis Dienstag Nacht war der Strom dann noch mal weg.

 

 

     


Glücklich war der, der einen Kamin, Kohleofen, Gasherd oder einen Campingkocher hatte. Eine freundliche Nachbarin im Nachbarhaus kochte auf einem Campingkocher Kaffee für die Nachbarn. Wir wussten es leider nicht und behalfen uns mit Kaffeetassen auf dem Stövchen. Dauerte zwar etwas und war nicht ganz heiß, aber warm :-) Samstagabend gab es Würstchen, aufgewärmt in einer Glaskanne auf besagtem Stövchen. Der Abend wurde so gemütlich als möglich gestaltet mit Kerzenschein bei einem Glas Wein.

 


Die Situation auf den Straßen im Wohngebiet war katastrophal, Autos kamen kaum vom Fleck weg. Die Frontschürzen an den heutigen Autos, die für eine bessere Straßenlage dienen, waren echte Problemteile, da der Schnee zu hoch und fest war. Die Sommerbereifung einiger PKW's tat noch ihr Übriges hinzu.


Gemeinsam wurde versucht die Parkräume und Fahrbahn etwas zu befreien. Eine Nachbarin organisierte einen Trecker mit Schneeschieber, "Danke" dafür. Die Situation verbesserte sich dadurch erheblich.

 


In Steinfurt, bzw. Kreis Steinfurt wurde der Katastrophenalarm ausgerufen und über Radio wurden Notrufnummern durchgeben.

Im  Feuerwehrgerätehaus in Burgsteinfurt gab es warme Getränke, Mahlzeiten und Hilfe für die Notbedürftigen.


Samstag konnte man im Edeka Markt Schramke auch ohne Strom einkaufen. Jede/r Kunde/Kundin wurde von einer Verkäuferin mit Taschenlampe begleitet und abgerechnet wurde mit Taschenrechnern. Am Sonntag konnte man in allen K+K Märkten sowie im besagten Edeka Markt sich mit den notwendigsten versorgen, da war der Strom glücklicherweise wieder da.

 


Ein Dank an alle freiwilligen, beruflichen Helfern, sowie unseren unterstützenden Nachbarn.


Wichtige Informationen des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz
und Katastrophenhilfe
finden Sie in unseren Downloadbereich

 

Zum zweiten Jahrestag
der Schneekatastrophe  im Münsterland

Es ist raus. Das Buch ‚Schneechaos im Münsterland in Bildern und Berichten’, gerade erschienen, pünktlich zum zweiten Jahrestag der Schneekatastrophe im Münsterland. Es ist wieder November und man erinnert sich.

Im Buch berichten Zeitzeugen hautnah vom Schneegeschehen ohne Strom, in der Kälte mit Erschrecken, mit Humor und mancher sogar von kreativem inneren Erleben. Und natürlich Manöverkritik.

Zu lesen gibt es 50 Erlebnisse der Bevölkerung rund um die Schneekatastrophe, eine Chronik der Ereignisse und eine Schlussfolgerung des Ganzen, ein Fazit, das auch Mut macht, das ermuntert zum Erinnern, zum Erzählen. Und ein Bildteil.

Tun Sie es in diesem Jahr, am Jahrestag: erzählen, Bilder angucken, erinnern, Schwächen aufdecken, Stärken sehen und das Elixier des Ganzen: Wir sind chaoserprobt.

Hält man das Buch in der Hand, erinnert es an ein Schulbuch. Und trotzdem oder gerade darum lesenswert, auf jeden Fall bietet es guten Gesprächsstoff für lange Winterabende.

Text: U. Kreienkamp

‚Schneechaos im Münsterland’ Christiane Cantauw und Johannes Loy (Hg )

Verlag Aschendorff ISBN 978-3-402-12735-3


Bericht und Bilder: Rudolf Kreienkamp

 

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