Das Steinfurter Bagno - ein Projekt im Lichte der Aufklärung

 

Vortrag von Rainer Wiese am 21. Oktober 2010 anlässlich der Ausstellung zum 225. Stiftungs-Jahrestag der Freimaurerloge „Ludwig zum Flammenen Stern“

 

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Sehr geehrte Damen und Herren,

meinen Vortrag halte ich anlässlich der Ausstellung zum 225. Stiftungs-Jahrestag der Freimaurerloge „Ludwig zum Flammenen Stern“, welche Sie sicherlich im Foyér bereits in Augenschein genommen haben. - Die Loge wurde am 22. November 1785 von mindestens 7 Meistermaurern gegründet wie es die alten Bräuche bis heute vorschreiben. Eine Einzelperson kann keine Loge gründen, auch wenn immer wieder betont wird, daß die Gründung auf den im Dienste des Grafen Paul Ernst von Bentheim Steinfurt stehenden Hofcavalier und Premier-Leutnant August Siegfried von Goué zurückgeht. Gué scharte nur eine ganze Anzahl von Burgsteinfurter Bürgern und Hofbedienstete um sich, um die Freimaurerloge zu gründen.

Die Brüder wählten ihn dann zu ihrem ersten Meister vom Stuhl.

 

 – Für diejenigen, welchen noch nicht ganz klar ist was Freimaurerei ist, zunächst eine kleine zusammenfassende Beschreibung. –

 

Die Freimaurerei wie sie heute besteht, begann mit der Gründung der ersten Großloge in London am Johanisfest 1717 als sich 4 Londoner Logen im Gasthaus „zur Gans und zum Bratrost“ trafen und beschlossen, sich im neuen Logenhaus „Königswappen“ zu St. Pauls-Cathredal regelmäßig zu versammeln.

Das hört sich ganz nach einer Vereinsversammlung an wie sie auch bis heute noch üblich sind. – Und so ist es: Freimaurerlogen sind Vereine in der Tradition der mittelalterlichen Bauhandwerker-Gilden und natürlich viel älteren Ursprungs. In den Handwerksbruderschaften des späten Mittelalters und der Renaissance finden sich erste historische Bezüge zur Freimaurerei und deren Brauchtum. Bereits im Jahre 926 wurden die Zünfte der Bauhandwerker in England von König Athelstan zusammengerufen und gründeten eine Art Großloge dem der Bruder des Königs vorstand. Die Löhne wurden noch vom Bauauftragsgeber bestimmt. Unter der Regierung und Protektion König Jakobs V. (1513-1542) verbanden sich schottische Steinmetzbruderschaften mit italienischen Korporationen welche ihren Ursprung in den Römischen Kollegien hatten. In den Zünften bildeten sich ausgesprochen exclusive Zirkel. Sie regelten die Organisation des Handwerks, seine Gerichtsbarkeit, die Verhaltensethik und die Bauvorschriften welche sie in Versformen festlegten und weitergaben. Im England des 14. und 15. Jahrhunderts befreiten sie sich vom Lohndiktat der Obrigkeit und waren sodann freie Maurer, - die „Freemasons“ welche von Baustelle zu Baustelle reisen konnten ohne ihren Herren um Erlaubnis bitten zu müssen. Die „Lodges“ welchen sie zugehörten waren Handwerkskammer, Krankenkasse, Berufsgenossenschaft und Rentenanstalt gleichzeitig, um es mit heutigen Begriffen zu umschreiben. Die heutige gängige Meinung ist die, dass die Freimaurerei aus mittelalterlichen Steinmetzbruderschaften entstand und ein Kind der Aufklärung sei. Eindeutig beeinflusste aber die Freimaurerei die Werte der Aufklärung und des Humanismus und nicht umgekehrt, da die für diese Zeit bedeutsamen Persönlichkeiten auch gleichzeitig Freimaurer waren. Die Freimaurerei war wiederum aus uralten Mysterienbünden entstanden und hat gnostisch-kabbalistische Wurzeln welche bis weit vor den Pyramidenbau verfolgt werden können.

Ihren berufsständischen Zweck hatten die Zunftlogen der Werkmaurer aber bereits lange vor 1717 verloren, da die großen Bautätigkeiten im England des 18. Jahrhunderts nach dem großen Brand von London stark nachließen und sich unter dem Schutz der Geheimhaltung in den Logen Männer aus Adel und Intelligenz zusammenfanden um an einem anderen Bauprojekt zu arbeiten: Es war rein geistiger und ideeller Natur.
 

Unter dem Eindruck der schlimmen Religionskriege, der Trennung Londons von der römischen Kirche und mit der Errichtung der englischen Staatskirche und unter dem Eindruck der vielen Toten des 30jährigen und anderer Kriege in Europa, schwor man sich gegenseitig alles zu tun, damit solches sich nicht wiederholen sollte.

 

Die Handwerkergilden waren früh römisch-katholisch orientiert, wobei die Straßburger Steinmetzordnung von 1563, verfasst nach der Reformation, im religiösen Bereich alles vorher spezifisch katholische fortließ und damit den beiden Konfessionen Gleichberechtigung zuerkannte. Natürlich wollte man es sich bei evtl. Bauaufträgen mit niemandem verderben, wodurch diese Entscheidung verständlicherweise auch zweckorientiert getroffen wurde.

 

Solche Zufälle und Absonderlichkeiten bestimmen aber immer wieder den Lauf der Geschichte. In gewissem Grade wurde damit die Forderung der Aufklärungsbewegung vorweg genommen, wonach jedem Bürger sein persönliches Glaubensbekenntnis frei von Dogmen zuerkannt werden sollte. Dieses Religionsverständnis ist von der frühen spekulativen Freimaurerei übernommen worden. In der Formulierung der „Alten Pflichten“, welche der Freimaurerbruder und presbytarianische Geistliche James Anderson für die Großloge vefaßte heißt es dazu:

 

 

In den Logen möge „brüderliche Freundschaft herrschen“ und … (es folgt der Originaltext aus den Alten Pflichten.) … und

 

Das ist bis heute Sinn und Zweck, gleichzeitig aber auch ständiges Ziel und Bemühung jeden Einzelnen in der Freimaurerei; denn wir wissen, dass wir Menschen sind und nicht alle immer miteinander auskommen können. Keiner ist ohne Fehl und Tadel.

Freimaurerei ist eine selbstgestellte Aufgabe für jeden neuen Tag, die man mit Mühe auf sich nimmt. Wir nennen das „die Arbeit am rauhen Stein“.

Diese Arbeit erfordert von uns ein Ziel, eine bessere Welt , oder auch eine Utopie auf die wir zielgerichtet hinarbeiten. Es ist dieses der vor Begeisterung „flammende Stern“ der uns als Orientierungs- und Leitstern dient. Die Brüder der neuen Loge „Ludwig zum Flammenden Stern“ hatten 1785 eine solche neue Idee und sie widmeten ihren Logennamen daher ihrem Dienstherrn und Souverän der mit ihnen diese Begeisterung teilte und selbst unterstützte. Graf Ludwig war selber Protektor der Loge. Heute würde man das wohl Schirmherrschaft nennen.

Was waren das für Ideen und in welchem geistigen Umfeld konnten sie sich entwickeln?

Vergegenwärtigen wir uns daher einmal die Zeit und Ereignisse um 1765 welche als der Beginn der Planungs- und Bautätigkeiten für den Burgsteinfurter Bagno gilt.

Damals litt Deutschland noch immer unter den Folgen und Nachwirkungen des 30-jährigen Krieges. Der Westfälische Friede war erst 1648 geschlossen worden und der Siebenjährige Krieg (1763) lag gerade 2 Jahre zurück. Immer wieder hatten durchziehende Truppen und schwadronierende Banden Burgsteinfurt arg zugesetzt und man war mit dem Wiederaufbau beschäftigt es gab rege Bautätigkeiten und die Stadt war eine selbstbewusste protestantische unabhängige Stadt. Gelegentlich gab es deswegen allerdings Querelen mit dem Bischof in Münster. Der französisch-stämmige Amerikaner Jaques Barzún meinte damals allerdings zum Gesamtzustande Deutschlands: Zitat: “Die Deutschen seien ein Volk ohne Land, … langweilige, geduldige, wehrlose Arbeitssklaven, die Köpfe voller abstruser Träume und düsterer Philosophien und ihre Kunst, ihre Sprache und Sitten waren rückständig und grob.“ Zitat Ende

Zur gleichen Zeit befand sich Europa immer noch in der Zeit eines geistigen Umbruchs. In Frankreich bezeichnete man diese Zeit als das „Siécle des lumiérs“. Die Epoche der Erleuchtung und des Lichts. Diese Bewegung räumte der Vernunft die Priorität vor der Tradition und der äußeren Autorität ein. Man beschäftigte sich vorurteilslos mit den Naturwissenschaften und im Bereich des Rechtes wurde die Gleichheit betont.

Es ging bei der Idee der Aufklärung und der Menschenrechte nicht - wie im Christentum und den anderen antiken Religionen - um Barmherzigkeit, sondern um etwas viel wichtigeres, nämlich darum, die Menschen von der Barmherzigkeit der anderen durch eine Ethik der Freiheit und Gleichheit unabhängig zu machen.

Die Aufklärung orientierte sich an den naturwissenschaftlichen Bemühungen jener Epoche, der Physik und Astronomie Galilei´s (1564-1642) und Newton´s (1642-1727). Forscher wie Descartes (1596-1650), Locke (1632-1704), Leibniz (1646-1716), später Berkley (1685-1735) und Hume (1711-1776) wurden zu Wegbereitern eines neuen aufgeklärten Geistes einer wissenschaftlichen Vernunft. So hatte sich der Mensch im Zuge der Aufklärung mühselig vom Objekt der Natur zum selbstbestimmten Subjekt hochgearbeitet.

Der Spätaufklärer Emanuel Kant bezeichnet diese Epoche als den „Ausgang des Menschen aus einer selbstverschuldeten Unmündigkeit“ und postulierte in seiner Schrift über die menschliche Vernunft seinen berühmten Imperativ: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“

Auch in Burgsteinfurt widmete man sich wissenschaftlichen Themen. Man vermittelte in der „Hohen Schule“ neben Theologie auch klassische Bildung und auf ihrem Turm und der Plattform des Schlosses beobachte man den Gang der Gestirne unter wissenschaftlichen Aspekten. In Burgsteinfurt herrschte der Calvinismus vor und der grenzte sich einerseits scharf vom Luthertum ab und stand andererseits in Konfrontation zur jesuitischen Theologie der Gegenreformation. Graf Arnold IV. musste sein Territorium gegen die Vereinnahmung durch die katholischen Hochstifte und Fürstbistümer Münster und Osnabrück absichern um die Durchsetzung des reformierten Bekenntnisses calvinistischer Prägung zu sichern. Es war eine hochbrisante Zeit. Eröffnete aber auch neue Wege des Denkens und der Politik.

1769 erfindet James Watt die Dampfmaschine und in Paris ließen am 4. Juni 1783 die Gebrüder Jacques und Joseph Montgolfier auf dem Marktplatz des kleinen Städtchens Annonay im Süden Frankreichs ein Gebilde aus Papier und Stoff zwischen zwei hohen Holzmasten aufbauen und man erlebte um 12 Uhr Mittags den Aufstieg des ersten Heißluftballons.

 

Nicht einmal 4 Jahre später, am 3. April 1785 schritt ein Diener des gräflichen Hofes mit feierlicher Mine auf eine mit Masken und Symbolen bemalte etwa 7 Meter hohe Ballonhülle aus Papier zu und entzündete das unter der Konstruktion auf einem Drahtgestell befestigte Holzfeuer. Ein Professor der Hohen Schule erläuterte den in Scharen herbeigeeilten Zuschauern die wissenschaftliche Erkenntnis, daß heiße Luft leichter sei als kalte und sich in wenigen Augenblicken der Ballon durch den Druck der kälteren Luft von unten in die Lüfte erheben werde wie eine Luftblase in einem Aquarium.

 

 

Das geschah dann auch unter den erstaunten Rufen der Zuschauer. –

Der Ballon entschwand den Blicken der Burgsteinfurtern und entschwebte in Richtung Münster Die Konstruktion kühlte ab und setzte zur Landung an. In Altenberge kam plötzlich ein schwarz-qualmendes Monster angeflogen.

Da kann man gut verstehen, dass der Pfarrer mit Weihwasser auf dem Acker stand und ausrief: „De Flinten drut, de Flinten drut. De Dübel kümp, de Dübel kümp.“ Und was kurz zuvor noch als ein Licht der Aufklärung aufgestiegen war, wurde hier wieder mit dem finstersten Aberglauben des Mittelaters empfangen.

Betrachtet man den Prozess der Aufklärung in seinem weiteren Verlauf, so muss man feststellen, daß er keineswegs nur von bürgerlichen Kräften getragen wurde. Von einer homogenen bürgerlichen Gesellschaft konnte man ohnehin nicht sprechen, eher von einer Vielzahl individueller Interessen.

Das änderte sich erst in England mit der Schaffung des Unterhauses Mitte des 17. Jahrhunderts. In Frankreich mit der Schaffung der Nationalversammlung 1789. Und in Deutschland wurde der feudale Ständestaat erst nach der Revolution 1848 langsam abgeschafft. Die gebildeten Schichten waren nach wie vor auf das Wohlwollen ihres Souveräns angewiesen. Die Hoffnungen auf staatliche und gesellschaftliche Reformen waren nur zu verwirklichen, durch eine Einbindung von Grafen und Fürsten und deren Beamte in den Fortschrittsprozess der aufklärerischen Ideen.

Durch das Verbot des Jesuitenordens (1773) durch Papst Ganganelli, dem Papst Clemens dem 14. schuf sich der absulutistische, aber auch aufklärerische Staat jedoch ein Widerstandspotential, das durch die gesellschaftliche Zurückdrängung des niederen Adels und der ständischen Vertretungskörperschaften vermehrt wurde. Im sonst kirchenkritischen Pfaffenspiegel heißt es: „Clemens XIV. war unter 200 Päpsten der beste. (...) Von seiner päpstlichen Gewalt machte er, wo er konnte, den wohltätigsten Gebrauch, und seine Menschenfreundlichkeit und Mildtätigkeit waren unbegrenzt.“ Währen seines Pontifikats wurde die irrige Annahme zurück genommen, die „Juden seien Schuld am Tod unseres Herrn Jesus Christus.“ Auf diesem Hintergrund fanden die freimaurerischen Ideale fruchtbaren Boden und eine Reihe von Bewunderer auch im Deutschen Adel.

 

Burgsteinfurt hatte ein solches Glück. Der Graf Carl Paul Ernst von Bentheim-Steinfurt war, wie Dr. A. Benkert in seiner Schrift v. 1913 erwähnt

“...ein in Sprachen, Literatur, Naturwissenschaften und Musik vielseitig gebildeter Herr, der an dem Umgang mit geistreichen Männern stets besonderes Wohlgefallen fand...“

 

Der Graf stand mit einem Bein noch in der Vergangenheit, begeisterte sich jedoch auch für die neuen Ideale und Wissenschaften, was sich in günstiger Weise mit seiner Vorliebe für die Gartenkunst- und Gestaltung verband. Zugleich lag ihm besonders das „Wohlergehen seiner Untertanen am Herzen“ und wurde daher entsprechend von der Bevölkerung geachtet.

 

Der Graf wurde am 30. August 1729 in Burgsteinfurt geboren, als Sohn des regierenden Grafen Friedrich und seiner Gemahlin Franziska Charlotte, einer Gräfin zur Lippe. Er genoss unter der vormundschaftlichen Regierung seines Oheims eine ausgezeichnete Erziehung. In Begleitung seines Hofmeisters Johann Christoph Buch unternahm er längere Reisen zur Vervollkommnung seiner französischen Sprachkenntnisse und trat 1750 die Regierungsgeschäfte mit kaiserlicher Genehmigung an.

Während des 7-jährigen Krieges lebte Graf Karl in Paris wo er mit der Freimaurerei Bekanntschaft machte. Er traf Voltaire und war sein eifrigster Verehrer. Während dieser Zeit hielt sich auch Benjamin Franklin in Paris auf, der von 1779-1782 Stuhlmeister der Freimaurerloge Neuf Sœurs. war. Außerdem machte unser Graf in dieser Zeit Bekanntschaft mit vielen anderen geistreichen Männern z.B. Diderot und d'Alembert und bildete sich in Musik, Sprachen, Literatur und Naturwissenschaften.

„Auf seinen Reisen sammelte der Graf unermüdlich wertvolle Bücher, Inkunabeln*), Handschriften, Musikalien, Bilder, Münzen, Mineralien und allerlei Raritäten aus dem Tier- und Pflanzenreiche für sein geliebtes Kunsthaus oder Museum“ wie Döhman in seinen Schriften 1907 beschrieb.

Auf diesem Wege gelangte auch der Stoßzahn eines Narwales in seinen Besitz, wie er heute noch im Heimatmuseum zu besichtigen ist. Die gräfliche Raritätensammlung darf man aber durchaus schon als eine frühe wissenschaftlich Sammlung bezeichnen.

Neben astronomischen Instrumenten und allerlei Reiseandenken des Grafen soll sich dort auch eine ägyptische Mumie befunden haben. Man sieht, mit dieser Sammlung und den Attraktionen im Bagno sollte der Bevölkerung nahe gebracht werden, daß es noch mehr auf der Welt gab als Küche, Kirche und Kühe.

 

*) Inkunabeln oder Wiegendrucke sind Drucke, die in der Zeit zwischen der Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg um 1450 und dem 31.12.1500 fertig gestellt worden sind, also Drucke aus der "Wiegenzeit" des Buchdrucks. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie noch sehr stark am graphischen Vorbild der Handschrift orientiert sind.

 

Anfang des 17. Jahrhunderts existierte nur ein relativ kleiner sog. "gräflicher Lustgarten" (Barockgarten) in der Nähe des Schlosses. Das ca. 600 ha große Waldgebiet Sundern (mit "Buchen und Eichen"), das spätere "Bagno" war noch fast unberührt und wies nur wenige Wege auf.

 

In einer Verfügung vom 19.09.1765 ernannte der Graf den Kanzleirat Funck und den Kammerrat Schulz zu seinen Kommissaren die er zusammen mit dem von ihm ernannten Baudirektor Jost van Loen mit der Erstellung eines Sommersitzes im Sundern beauftragte. Nach drei Jahren gründlicher Planung wurde als erstes das Corps de Logis errichtet welches nach dem Vorbild von Schloss Clemenswerth entstehen sollte. Die dortige Anlage war 8-strahlig mit entsprechenden Pavillons die die Machtbereiche des Kurfürsten Clemens August von Köln repräsentieren sollten.

 

Die Aussenbesitzungen des Grafen Carls waren 4 - Batenburg, Ravenshorst, Alpen und Hawickerwert, entsprechend den vier Pavillons, die Jost van Loen bauen sollte.

Das Jahr 1765 muss als das Jahr des planerischen Baubeginns im Bagno angesehen werden. Ab 1770 bemerkt man eine rege Bautätigkeit. Nach 2 Jahren Bauzeit übergibt der Graf die Geschäfte an seinen Sohn Ludwig und starb am 30. Juni 1780.

Ihm folgte sein geistvoller Sohn Gelderikus Wilhelmus Ludowikus Ernestus. Er war hochgebildet, ... beseelt von den vielseitigsten geistigen Interessen ... und zugleich ... ein peinlich genauer, ordnungsliebender Haushalter.

An diesem Punkt tritt unser Logeninitiator Siegfried August von Gué auf den Plan. Denn gegen Mitte Mai 1780 trat er seine Stelle beim damals regierenden Grafen Carl Paul Ernst in Burgsteinfurt an.

Daher ein kurzer Exkurs:

August Siegfried von Goué wurde am 2.August 1742 in geboren.

Als Kandidat der Jurisprudenz wurde er 1764 in Braunschweigische Dienste übernommen, von 1765-1767 in Wolfenbüttel als Hofgerichtsassessor beschäftigt und dann bis Juli 1772 dem Gesandten Johann Jacob von Höfler als Legationssekretär bei der Kammergerichts - Visitation in Wetzlar beigeordnet. Persönliche Differenzen beendeten diese Tätigkeit.

Goué war nach den Worten (Br.) Goethes “eine derbe, breite, hannöverische Figur. Seine nachlässige Haltung war die Folge eines im Duell erhaltenen Stiches in die Seite. Er hatte wohlgebildete Züge, und man traute ihm große Gutmütigkeit zu.“ Goethe hat Goué im 12. Buch von Dichtung und Wahrheit charakterisiert.

1771 ging Goué mit einer 6 Jahre älteren Dame, Sophie Elisabeth Deneken, eine Verstandesehe ein, da sie mit ihrem bedeutenden Vermögen in der Lage war, ihn und den hochbetagten Vater in Braunschweig mit 5000 Talern Brautschatz sorgenfrei zu unterhalten. Die Ehe wurde geschieden und Goué, machte als Anwalt geschäftliche Reisen über Cassel, Frankfurt, Straßburg, Rastatt, Basel, Regensburg, Wien bis nach Preßburg und Kopenhagen und verlegte seinen Wohnsitz nach Salzgitter, in die Nähe seines zahlungsfähigsten Klienten Fritsch, der mit dem herzoglich braunschweigischen Gesamthause einen langwierigen Prozess führte, bei dem der (Br.) von Bostell als Anwalt tätig war.

In dieser Zeit widmete er sich der Schriftstellerei und Dichtung und war für verschiedene Blätter journalistisch tätig. In Wetzlar gab er eine eigene Freimaurerzeitung heraus. Die damalige Zeit hatte etwas dekadentes. Die Macht der Grafen und Fürsten bestand zwar noch, genoss aber nicht mehr ihre Absolutheit und den Respekt. Dadurch war es ein Spaß, sich selber Titel und Ehrenbezeichnungen einzuverleiben und damit zu kokettieren.

 

Nachdem Goué seinen Dienst verloren hatte und unter dem Eindrucke des von ihm gegründeten „Orden des Übergangs“ habe er „in einem Hildesheimischen Dorfe, wo er sonst Nichts zu thun gefunden, allen Bauern Tittuln gegeben, den einen zum Consistorial-Rath, den andern zum Finanz-Minister oder zum Oberküchenmeister gemacht und den Postmeister zum Ritter geschlagen.“

In Wetzlar darselbst wurde er schon 1768 in der Loge JOSEPH ZU DEN DREI HELMEN zum Freimaurer aufgenommen. Wir kennen aus dem Jahre 1769 eine Wetzlarer Logenrede, welche dem Br. Goué zugeschrieben wird. Seine Rede war so gut ausgefallen, dass sie an alle befreundeten Logen im Reiche verschickt und auch dem Heermeister Br. von Hund zugestellt wurde. Dieser schlug ihn 1770 zur Aufnahme in das Kapitel des Templerordens vor.
Er hieß seitdem Eques a cochlea argentea, d.h. der Ritter von der silbernen Schnecke. Diesen Ordensnamen ersann sich Goué selbst nach einem in seinem Besitz befindlichen Trinkgefäß aus dem Gehäuse eines urzeitlichen Nautilus, welche man (heute jedoch ohne Standfuß) im Heimatmuseum in Burgsteinfurt betrachten kann. Aus dem Perlmutt der Gehäuse wurden in Wetzlar (und auch in Burgsteinfurt) Knöpfe angefertigt. Seine besonderen Reime nannte er Knopfmachergedichte. Knopfmachen war die Kunst „Verbindungen zu knüpfen zu Damen der Gesellschaft“, kurz und gut um sie zu erobern. Seine Freunde bekannten sich mitsamt alle zur Knopfmacherzunft.

Goué war nach seinen ausführlichen Reisen völlig mittellos. Bruder Friedrich von Bostell schrieb ihm 1778 ein Empfehlungsschreiben an den Grafen von Bentheim Steinfurt und empfahl Goué als "Genie" für eine Arbeit am Hofe des Grafen Carl Paul Ernst.
Zitat: ... Er (Goué) versteht und spricht die französische Sprache sehr gut, und spielt auch schön auf dem Clavier. Zitat Ende

 

Die zusagende Antwort des Grafen traf im November 1778 ein. Goué schrieb aus Salzgitter am 12. Dezember an den Grafen in französisch, wie auch der Graf den Schriftverkehr in französich führte. Am 28.Dezember 1778 setzte der Graf in seinem Antwortschreiben die Bedingungen für die Anstellung fest. So hatte nun Goué einen Unterschlupf am "brillanten Hofe" zu Steinfurt gefunden.

Es dauerte allerdings fast 2 Jahre bis Goué die Stelle am Hofe antreten konnte, da er laut v. Bostell einen wichtigen Prozeß noch führen mußte und immer wieder Gründe für seinen verzögerten Dienstantritt erfand. Die wahren Gründe waren allerdings ständige Geldnot ob seines opulenten Lebenswandels. Einmal entschuldigte er sich damit, daß ihn ein Hühnerauge plagte. (Mit ärztlichem Attest von Dr. Johann Christoph Sommer, Hofrath und Prof. der Wundarzneykunst bezeugt.) In diese Zeit fiel auch Goué’s Aktivität in der sog. Aachener Freimaurerverfolgung.

 

Goué siedelte dann Mitte Mai 1780 nach Burgsteinfurt über. Er trat seine Stelle als "Cavalier et Premier Lieutnant am Hofe des Grafen von Bentheim-Steinfurt an.

 

Bei allen Festlichkeiten und Veranstaltungen hatte der "Hofkavalier" zu repräsentieren und spielte eine Hauptrolle. Nach dieser Seite hin hatte Goué in Wetzlar eine gute Schule durchgemacht.

 

Er, der ja auch "schön auf dem Clavier spielte", war in der Gelegenheitsdichtung wohlbewandert und trat auch als Mitspieler im Liebhabertheater auf.

Als Premier Lieutenant unterstand ihm die 50 Mann starke Grenadierswache "große, stattliche Leute in rother Montur mit gewaltigen Bären-Hauben auf die gravitätisch getragenen Häupte, in weißen Beinkleidern, mit schwarzen Gamaschen bis übers Knie".
 

Diese Garde hatte auch außer für die Ordnung bei den Bagno-Festlichkeiten, auch die Ordnung und Führung im Parke zu besorgen, oder sie hatte einen gräflichen Leichenkondukt zur Großen Kirche zu geleiten, die halbe Kompanie mit geschultertem Gewehr voraus, die andere der Staats-Kutsche folgend. Ebenfalls in seiner militärischen Eigenschaft sehen wir dann Goué des öfteren hervortreten bei Taufen als "Gevatter" und Trauungen.

 

Um die Mitte des 18. Jahrhunderts haben drei große Freimaurerverfolgungen nicht bloß die Loge in Burgsteinfurt, sondern auch die übrige Welt in Aufregung versetzt. Es waren 1763 die Vorgänge in Danzig, 1775 bis 1778 in Neapel und 1779 bis 1780 in Aachen. Es waren die großen Auseinandersetzungen vor Allem mit dem katholischen Klerus, - ein notwendiges Ringen um Geistes- und Religionsfreiheit.

Friedrich der Große war als Freimaurer der große Förderer und unter seiner Protektion kamen die Ideale von Glaubensfreiheit, Toleranz und Brüderlichkeit zu großer Verbreitung.

Er soll an den Aachener Magistrat ein längeres Schreiben erlassen haben, in dem er die Einstellung aller Feindseligkeiten gegen die Logenbrüder forderte. Der geistige Urheber dieses Briefes ist allerdings kein ein anderer als Br. v. Goué gewesen welcher ihn mit Hilfe von Br. Franz Dietrich von Ditfurth, Br. Friedrich Jacob Dietrich von Bostell und Br. Johann Christian Joseph de Waldenfels verfasst hatte.

In Lüttich hat Goué’s Offener Brief seine gute Wirkung getan. Der Bischof verbot, bestärkt durch die Beschwerdeschriften des Herzogs Karl von Meiningen und des Erbprinzen Ludwig von Hessen-Darmstadt und anderer Fürsten, dem Klerus in Aachen alle die Freimaurer diskriminierenden Predigten. Das Ziel war bereits am 20.Mai 1780 erreicht, als der Magistrat dem Herzog Adolph Friedrich dem IV. von Mecklenburg-Strehlitz, dem Fürsten Karl Wilhelm zu Nassau-Usingen und anderen Reichsfürsten brieflich das Versprechen gab:

"Freimaurer nicht nur allein zu dulden, sondern auch gegen alle ungerechte Gewalt und Verfolgung obrigkeitlich und nach Kräften zu schützen."


Im Juni und Juli 1780 weilte König Gustav III. von Schweden als Badegast in Aachen (*1746 +1792), der erste in der langen Kette von Freimaurern unter den schwedischen Monarchen besuchte auch Burgsteinfurt und in der in den 90er des endenden 18. Jahrhunderts gegründeten ersten Zeitung von Burgsteinfurt, dem „Unbefangenen“ erschien dazu ein ausgiebiger Bericht.

Der Besuch von Bernadotte, der damalige Befehlshaber der französischen Okkupationsarmee in Hannover, hing mit der auf Grund der Pariser Konvention vom 22. Mai 1804 erfolgten Übergabe der bisher an Kurhannover verpfändet gewesenen Grafschaft Bentheim an den Grafen Ludwig von Steinfurt zusammen. Der Graf wollte von Bernadotte außer der schon erreichten Neutralität für Bentheim die Befreiung seines Landes von Beiträgen zur Verpflegung der französischen Truppen erlangen, durch ihn einen Druck auf die der neuen Ordnung der Dinge widerstrebenden bentheimschen Landstände ausüben und die Unterstützung seiner Bemühungen zur Wiedergewinnung der 1803 durch den Reichsdeputationshauptschluss an den Rheingrafen (Salm-Horstmar) gefallenen Obergrafschaft erreichen.

Vom 29. September bis zum 1. Oktober 1804 blieb (Br.) Bernadotte am gräflichen Hof und es wurden im Bagno Feste aus diesem Anlas gegeben. Im Freimaurerlexikon von 1932 auf der Seite 167 wird über Bernadotte berichtet:

Jean Baptiste Bernadotte, Fürst von Pontecorvo, *1763 +1844, Marschall von Frankreich, zeichnete sich in den Feldzügen der Revolution und des ersten Kaiserreiches aus. 1806 Sieger über Blücher in der Schlacht bei Lübeck, wandte sich dann, vom König von Schweden, Karl XIII, adoptiert, gegen Frankreich und bestieg 1818 als Karl XIV (Johann) den schwedischen Thron. Bernadotte wurde in Frankreich in den Freimaurerbund aufgenommen und war dann als Kronprinz schwedischer Landes-Großmeister bis zu seinem Tode 1844.

 

 

 

Goué starb am 26.Februar 1789 und wurde am 1. März beerdigt. Am 6. März fand die Trauerfeier in der Burgsteinfurter Loge statt. Die Rede zur Trauerfeier ist erhalten (nachfolgend Teil 4) und preist umfassend im schwülstigem Nekrolog den Logengründer August Siegfried von Goué.

 

1780 war das Machtgebiet der Grafen von Bentheim-Steinfurt kein sonderlich großes. Die reichsunmittelbare Herrschaft Steinfurt umfasste 65 qkm mit noch einigem Einzelbesitz. Die Hofhaltung war ganz auf französischem Fuße eingerichtet. Graf Ludwig fing an, das Bagno aus einer französischen in eine englische Gartenlandschaft umzugestalten, er opferte dafür bedeutende Summen.

Der Fremdenzufluss war damals groß, bot doch das Bagno alles, was die berühmtesten Gärten des In- und Auslandes an bemerkenswerten Neu­heiten aufzuweisen hatten, chinesische, maurische, griechische Tempel, dazu Unterhaltungsspiele wie russische Schaukel, Karussell, Schach mit riesigen Holzfiguren usw.
 

 

Den Höhepunkt der Festlichkeiten bildeten die Volksbelustigungen mit Musik und Tanz, wenn im Glanze vieler hundert Lampen die reichgeschmückten Prunkschiffe über den See dahinzogen und die Wasserkünste spielten.

Berühmt auch waren die Bagno-Konzerte der 5O Mitglieder zählenden Hofkapelle, wobei denn wohl auch Graf Ludwig, der die Flöte virtuos blies, gelegentlich ein Solo vortrug, wie z.Zt. in den Salons der Mme. Talleyrand zu Paris. Der Graf war vielseitig gebildet.

Neben klassischen Studien beschäftigte er sich auch mit den schönen Wissenschaften des In- und Auslandes. Dass der Graf dabei das Wohl seiner Untertanen nicht vernachlässigte, dafür ist ein Erlas aus dem Jahre 1790 bezeichnend, der von den Kanzeln verkündet wurde. Die aus demselben sprechende menschenfreundliche Gesinnung wird durch die Beschränktheit seines Machtgebietes keineswegs beeinträchtigt.

“Alle Bedrängten sollen sich unmittelbar an ihn wenden, prompteste und nachdrücklichste Hilfe wird ihm zugesichert. Die Schmeichler aber, die durch boshafte und unbegründete Klagen ...den unschuldigen Neben - Menschen. und Mitbruder zu schädigen suchen, treffen schwere Strafen.“

Geradezu revolutionär war die Tatsache, dass allem gemeinen Volk das ordnungsgemäß gekleidet der Zutritt zum Bagno ermöglicht und die Anwesenheit bei den Konzerten gestattet war.

Die umfangreiche Grafschaft Bentheim, im Hannoverschen gelegen, seit 1752 an England verpfändet, fiel 1803 als Erbe dem Grafen Ludwig zu. Durch geschickt geführte persönliche Verhandlungen mit Napoleon und großen Geldopfern gelangte er in den Besitz des vom Kö­nig von England widerrechtlich zurückgehaltenen Gebietes.

Eine Summe von 900 000 Franken und 100 000 Franken an Mme. Talleyrand als Vermittlungsgebühr waren vergebens aufgewandt, als 1806, am 1. August, Napoleons Schwager. Murat beide Grafschaften besetzte. Erneute Verhandlungen blieben ergebnislos. Einen Monat nach seiner Rückkehr aus Paris starb Graf Ludwig am 20. August 1817.

Am 21. Januar desselben Jahres war ihm erst der Fürstentitel verliehen worden.

 

Wir finden zu seinen Reisen auch einen Hinweis auf (Br.) Mozart. Auf einer Schallplattenhülle von Mozarts Krönungskonzerten, gespielt vom Orchester der Philharmonischen Gesellschaft Amsterdam, steht folgende Bemerkung:

... Am 15. Oktober des Jahres 1790 notierte der westfälische Reichsgraf von Bentheim - Steinfurt, der anlässlich der Kaiserkrönung Leopolds II. nach Frankfurt am Main gekommen war, in sein Reisetagebuch:

“Am Morgen um 11 Uhr fand im Saale der COMEDIE NATIONALE ein großes Konzert von Mozart statt. Man begann mit dieser schönen Symphonie von Mozart, dann folgte eine Scene Italienne - ich weiß nicht von wem - die von Madame Schick mit unendlich viel Ausdruck gesungen wurde, und dann spielte Mozart ein selbst komponiertes Konzert, das von einer außerordentlichen Liebenswürdigkeit und Anmut war. Das Pianoforte von Stein in Augsburg, ausgezeichnet in seiner Art, gehörte der Baronin von Frentz. Mozarts Spiel erinnert ein wenig. an dasjenige des verstorbenen Klöffler (Johann Friedrich Klöffler war seit 1757 der Konzertmeister der Hofkapelle), doch ist es unendlich vollkommener. Herr Mozart ist ein kleiner Mann, von angenehmen Äußern, er trug ein schön besticktes braunes Satingewand, er ist am kaiserlichen Hofe angestellt.“

 

Ein weiterer Auszug aus der Schrift (1913) von Dr. Benkert:

 

... ein ergötzliches Seitenstück zu Goué  bildete ein anderer Gast des Grafen, Generalfeldmarschall (Br.) von Blücher, z. Zt. der ersten Koalition, 1795, vorübergehend zu Besuch auch in der Loge Goués in Burgsteinfurt. - Gelegentlich eines Cerclés beim 1. Konsul während seines Pariser Aufenthaltes, wurde der Graf von dem preußischen Gesandten Lucchessini gefragt, ob Blücher immer noch so viel trinke und spiele, was er zu verneinen zu können glaubte ...“.

 

Von Blücher war noch zu Lebzeiten des Grafen Ludwigs Meister vom Stuhl der Loge ZU DEN DREY BALKEN in Münster. (s. Bild mit Meisterwinkel, Hammer und Schurz). “Und da man ihn in Münster nicht mochte“, steter Besucher der Steinfurter Loge. 1795 schlug er hier für einige Wochen sein Hauptquartier auf, als er die preußischen Truppen längs der holländischen Grenze befehligte.

 

 

 

 

Das Haus Kirchstrasse 1 wird Blücherhaus genannt –-. Die Geschichte des zweistöckigen Traufenhauses aus dem Ende des 18. Jahrhunderts ist sehr wechselvoll.

 

Graf Ludwig ließ das Haus im Jahr 1780/81 zu einem herrschaftlichen Gasthof umbauen und nannte ihn „Elephanten-Gasthof“ oder „Auberge zum Elephanten“ zur Erinnerung daran, dass er anlässlich seiner Hochzeit mit der Prinzessin Juliane Wilhelmine zu Holstein-Glücksburg vom König von Dänemark den berühmten Elephantenorden erhalten hatte.

Dieser Gasthof sollte gehobenen Ansprüchen gerecht werden und zeitweise auch vornehmen Gästen des Grafen als Herberge dienen. Denn von nah und fern kamen Besucher angereist, um die Attraktion des Münsterlandes, das Bagno, zu bewundern.

 

Man muss sich vergegenwärtigen wie unbequem das Reisen damals war und wie aufwendig sich ein Besuch im Bagno gestaltete. Viele hatten Landwirtschaft und mussten für Ersatz während der Reise sorgen.

 

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Text: Rainer Wiese

Bilder: aus dem Archiv der Steinfurter Freimaurerloge "Ludwig zum flammenden Stern" und Willi Tebben


 

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