Tanz unter dem Maibaum in Ochtrup

 

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Während des Hoffestes am 01. April 2007 auf dem Hof Schröder-Leugermann in der Bauerschaft Leer-Ostendorf hatten wir als besonderen Höhepunkt die Trachtengruppe "Leineweberhochzeit" des Heimatvereins Ochtrup kennen und lieben gelernt. Auf der drei Wochen später stattfindenden Dankeschön-Party für alle Helfer und Organisatoren dieses rundum gelungenen Festes trafen wir einen Teil der Aktiven der Ochtruper Leineweberhochzeit wieder, die uns verrieten, dass ihr nächster Auftritt am 29. April 2007 in der Ochtruper Einkaufszone unter dem Maibaum stattfindet. Spätestens in diesem Moment war klar: wir von Stenvorde.de sind bei dieser Veranstaltung dabei.

Das Wetter an diesem letzten Sonntag im April war ein echt heißer Sommertag, also Fahrräder aufgepumpt und durchgecheckt, Flickzeug und Verbandskasten geschnappt und auf ging's per Radl von Burgsteinfurt über Wettringen (dort fand ein Dorffest statt - Bericht hier!) weiter nach Ochtrup. Wir trudelten dort wohlgemut gegen 16 Uhr ein und hatten noch ein wenig Zeit uns umzusehen, denn der Beginn des "Tanz unter dem Maibaum" war auf 17 Uhr festgelegt. Den Maibaum hatten wir schnell gefunden, aber er sah zu diesem Zeitpunkt doch noch recht spärlich aus. Der einzige Schmuck zu diesem Zeitpunkt war ein traditioneller Kranz aus dem Grün der Ochtruper Wälder. Aber es wurde noch fleißig gewerkelt, ein Höhenrettungsfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr war in der Nähe des Baumes positioniert und dieser wurde offensichtlich erst mal genutzt, sich einen Überblick von oben zu verschaffen. Na ja, dachten wir bei uns, helfen können wir eh nicht, besuchen wir also erst mal die Ochtruper Kirmes, die nur wenige Schritte entfernt zu einem Besuch einlud. (Ein paar Fotos davon finden Sie hier).

Nach unserer Rückkehr erkannten wir dann schließlich auch den Sinn und Zweck des Feuerwehr-Fahrzeug-Einsatzes.

Bild 1 - Nach dem Rundblick, ob die erwarteten ...

Bild 2 - Gäste schon in Sicht sind, ...

Bild 3 - geht es nun frisch an's Werk, denn die Zeit drängt und es ist noch eine Menge zu tun.

Bild 4 - Der Maibaum muss doch noch mit den ...

Bild 5 - Symbolfiguren für Handel und Handwerk ...

Bild 6 - geschmückt werden.

Bild 7 - Dazu hat man aus Metall die typischen Vertreter ...

Bild 8 - aus diesen Bereichen gefertigt mit den Originalabbildungen...

Bild 9 -  der heute hier anwesenden Personen, ...

Bild 10 - welche genau diese Händler verkörpern.

Bild 11 - Die letzten Handgriffe ...

Bild 12 - und fertig!

(Wenn Sie diese Abbildungen etwas genauer betrachten möchten, klicken Sie bitte auf das Bild)

Bild 13 - Ein ständiges Kommen und Gehen setzt nun ein:

Die Feuerwehr rückt ab, und die Kindertanzgruppe der

Leineweberhochzeit trifft ein.

 

Bevor wir uns jetzt an den Darbietungen dieser Kinder erfreuen, möchten wir aber noch kurz auf die Bedeutung dieses Maibaums eingehen. Es folgt ein Auszug aus der Begrüßungsansprache zu Beginn der Veranstaltung:

 

Der Maibaum kam über das heidnische Symbol (Walpurgisnacht 30. April/01. Mai) durch kirchliche Interpretation zu einem christlichen Zeichen.

 

Er ist ein Zeichen des Lebens, das im Frühling die Natur verjüngt und die Welt um uns in ein Blumenmeer verwandelt. Im ländlichen Volksglauben gilt der Mai, auch gern als Wonnemonat bezeichnet und höchstwahrscheinlich nach der römischen Wachstumsgöttin Maia benannt, als Beginn der Sommerzeit.

 

Der Maibaum selbst wird schon seit dem 16. Jahrhundert erwähnt. Eine im Wald geschlagene Birke wird bis auf den Wipfel entastet und entrindet und mit buntem Kranz und Bändern geschmückt. Es ist Tradition, unter dem Maibaum zu singen und zu tanzen.

 

In anderen Regionen unseres Landes, wie z.B. in Ostfriesland, gehört es auch zum Brauchtum, dass der Maibaum von den Bewohnern eines anderen Ortes gestohlen werden darf. Es existieren dafür eigens Maibaumregeln:

 

Der Baum ist bis Sonnenuntergang zu bewachen. Nur ein unbewachter Baum kann in dieser Zeit gestohlen werden. Die Wache mit List wegzulocken ist erlaubt, jede Gewaltanwendung jedoch unzulässig. Sobald im unbewachten Zustand drei Spatenstiche am Stamm ausgeführt sind, ist der Maibaum erobert, der dann mitgenommen werden darf.

 

Die Auslösung, meist in Form flüssiger Bewirtung, erfolgt entweder gleich oder zu einem späteren Zeitpunkt.

 

Im 19. Jahrhundert werden Maibäume in den umliegenden Orten der Stadt Ochtrup errichtet. In Ochtrup selbst kam in den Jahren 1820 /1830 dieser bis dahin geübte Brauch in Vergessenheit bzw. galt vielleicht auch aus der Sicht der Kirchen - wie schon erwähnt - als "heidnisch".

Heute ist die Aufstellung des Maibaumes meistens vereinsmäßig organisiert. Deshalb knüpft der Heimatverein Ochtrup heute an private Maibaumausstellungen in den Jahren 1992 und 1993 an der Niedereschstraße und darüber hinaus an der Bergwindmühle, vor dem Töpfereimuseum und seit 2002 in der Fußgängerzone Weinerstraße/Bahnhofstraße an.

Aufgrund eines Umfrageergebnisses von Radio RST steht Ochtrup mit seinem Maibaum von 11,92 m Höhe nach Ladbergen (30 m), Metelen (20 m), Riesenbeck (18 m) Laer und Altenberge (16 m) an 6. Stelle im Kreis Steinfurt.

Der Dank für die Errichtung des Maibaums gilt heute allen mit der Organisation dieser Veranstaltung betrauten Heimatfreunden, insbesondere dem Arbeitskreis "Heimatkunde" unter der Leitung von Egon Bode.

Mit alten und neuen Liedern und Tänzen soll der beginnende Mai begrüßt werden. Allen Anwesenden frohe Stunden bei Maibock und Maibowle.

 

Nach dieser Einleitung wenden wir uns nun den Darbietungen der Kindertanzgruppe unter der Leitung von Christina Bierbaum zu.

 

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Text: Willi Tebben

Text: Der Text der Begrüßungsansprache wurde uns vom Vorsitzenden des Arbeitskreises "Heimatkunde", Herr Egon Bode, zur Verfügung gestellt.

Fotos: Willi Tebben (Bilder 1 - 12); Gisela Tebben (Bild 13)


 

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