Der Hammer des Monats (Februar 2006)

 

Bild 1 - Zum Thema

Es war ein wunderschöner sonniger Morgen an diesem 23. Februar 2006. Ich hatte meine Liebsten um den Frühstückstisch versammelt, genoss die noch warmen Frühstücksbrötchen und las genüsslich in einer meiner Lieblingstageszeitungen. 

 

Plötzlich traute ich meinen Augen nicht. Las Vegas in Steinfurt??? Liegt doch meine Wissens in den Vereinigten Staaten?

 

Beim Lesen blieb mir aber fast das Brötchen im Halse stecken, denn der nebenstehende Bericht offenbarte mir eins der schwerwiegendsten Probleme unserer heutigen Zeit:

 

Plakatwerbung - mein Blutdruck stieg ins Unermessliche (gut dass ich das Messgerät gerade nicht zur Hand hatte, wäre hin gewesen - Anm. d. Autors), sogar unser Kampfkater "Tiger" wurde durch meine Reaktion aus seinem morgendlichen wohlverdienten Tiefschlaf gerissen und nahm eine angriffslustige Position ein.

 

Bild 2 - echt der Hammer!

 

Unsere zwei-einhalb Jahre alte Enkeltochter sah das Ganze allerdings wesentlich gelassener und gab als Kommentar lediglich ihren Lieblingssatz "Das gibt's doch gar nicht" von sich. 

 

Nun, das war schon ein Hammer am frühen Morgen, und zu Recht befassen sich Politik und Verwaltung mit dem schwerwiegenden Thema. Als ob wir nicht schon genug von Fernsehen, Radio, Zeitschriften usw. überschüttet werden mit Hinweisen, was wir unbedingt haben müssen, um überleben zu können - nein, jetzt will man unser schönes Städtchen auch noch mit Plakaten zupflastern.

 

"Pfui!!!" fällt mir dazu spontan nur ein.

 

Schräg gegenüber von unserem Haus steht nämlich auch so ein wunderschönes Parade-Beispiel:

 


Bild 3 - eine Plakatwand am Veltruper Kirchweg

Bild 3 wurde aus urheberrechtlichen Gründen verändert!

 

Diese schöne Plakatwand bietet an besonderen Tagen unserer Politik eine sehr gute Plattform, den wohlgesonnenen Wählerinnen und Wählern ihr Profil wärmstens und in wunderschönen Farben darzustellen. Nun sind aber nicht immer Wahlen und ein ständiges Auf- und Abbauen ist nachweislich zu teuer.

 

Damit in den Zwischenzeiten die Wand nicht allzu sehr verwittert, nutzt man seit einiger Zeit die Gelegenheit, hier bunte Zettelchen aufzukleben.

 

Das schützt einmal die Holzplatten bei schlechtem Wetter, zum Anderen bieten diese Plakate offensichtlich auch das Material für spontane Liebesbriefe, schriftliche Treueschwüre sowie für Einkaufszettel usw. So sieht es jedenfalls wenige Tage nach dem Aufkleben neuer Plakate aus.

 

Ich hoffe natürlich nicht, dass es sich hier um ein wildes Plakatieren handelt, denn das wäre streng verboten. Handelt es sich hier doch um städtisches Eigentum.

 

Ist nur gut, dass das nicht dran steht, denn dann würde der Bericht links oben in einem ganz anderen Licht erscheinen, von wegen Konkurrenz und so. Aber so ein Gedanke würde nicht wirklich über unsere Lippen kommen geschweige denn überhaupt Zugang zu unseren Gehirnwindungen und grauen Zellen bekommen.

 

Natürlich gibt es noch weitere dieser freundlichen großflächigen Plakat-Wände an strategisch günstigen Orten in unserer schönen Stadt.

 

Ich habe mich allerdings entschlossen, es nur bei diesem einen Bild zu belassen, da eigentlich alle gleich aussehen. 

 


Text: Willi Tebben

Fotos: Karsten Tebben (Bild 2); Willi Tebben (Bild 3)

Zeitungsartikel: Michael Hagel, erschienen in der Münsterschen Zeitung am 23. Februar 2006



 

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