Abenteuer Ausland - Ein Schüleraustauschjahr in den Niederlanden
 

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Hallo liebe Leute,

 

Fast genau ein Jahr nach dem Start des Schüleraustauschjahres folgt nach langer Abwesenheit von zu Hause nun mein vorläufiger Abschlussbericht.

Es tut mir sehr leid, dass seit dem letzten Bericht so viel Zeit vergangen ist, aber es war eine sehr stressige Zeit.

Wenn ich mir den letzten Bericht durchlese, ist doch noch so viel passiert. Ich versuche nun alles aufzuschreiben ohne was zu vergessen.


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Ich bin letztendlich viel früher als geplant umgezogen. Familie Vos hatte mir angeboten, beim Verladen meiner Sachen, beim Möbel kaufen, Zusammenbauen usw. zu helfen. Die Hilfe habe ich nur zu gerne angenommen, allerdings hatten sie nur am ersten Maiwochenende Zeit. So bin ich eben Anfang Mai umgezogen. Es ist unglaublich, aber wahr: mit der Hilfe meiner Gastfamilie, Freunden und meinen Eltern habe ich es geschafft, in einer Woche alles hinzukriegen. Aber was für eine Woche war das!! Alles musste neu gestrichen, der Teppich musste verlegt, neue Möbel (bei einer bekannten schwedischen Möbelfirma gekauft und zusammengebaut werden. Es hat aber alles super geklappt und so wohne ich nun also schon fast 3 Monate alleine. Die erste eigene Wohnung ist echt super! Es kostet zwar alles viel mehr Zeit als erwartet und viele Dinge wie Staubputzen, Einkäufe erledigen etc. sind neu hinzu gekommen, aber es klappt sehr gut.

 

Nach meinen diesbezüglichen Erfahrungen möchte ich aber hier mal ganz ehrlich und mit Nachdruck sagen:

Allen Müttern dieser Erde müsste eigentlich ein Award (eine sehr hohe Auszeichnung! - Anm. d. Red.) verliehen werden.

 

Natürlich ist es schon komisch, morgens alleine aufzustehen und alles selbstständig zu regeln, aber ich habe auch ganz viel Glück gehabt mit meinen Mitbewohnern. Die sind alle sehr lieb, besonders mit meiner direkten Nachbarin Cornelike habe ich es ganz toll getroffen. Wir haben schon unseren regelmäßigen Kochabend eingeführt (manchmal zwar nicht ganz so erfolgreich, siehe weiter unten!), und mit ihrer langjährigen WG-Erfahrung hilft sie mir bei Vielem. Das Haus ist zwar total klein, aber ich habe auch Glück gehabt, dass alle Mitbewohner sehr sauber sind und sich keine Unmengen Geschirr auftürmen bei uns in der Küche. Aber es bleibt dennoch eine Herausforderung, es gilt nach wie vor das „Learning by doing“ !

 

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Mit YFU gab es allerdings noch einige Probleme.

Es war ja bekanntlich zum Abschluss des Austauschjahres eine sehr schöne Segeltour geplant, an der ich aber unglücklicherweise nicht mehr teilnehmen durfte. Denn nachdem ich von meinen Gasteltern weggezogen bin, wurde ich automatisch aus dem Programm geworfen.

Nach einigen Diskussionen habe ich aber wenigstens noch mein Austauschjahr abschließen können.

Ich habe mich daher sehr gefreut, dass ich nun doch an dem letzten Abschlusstreffen teilnehmen konnte, um mich wenigstens noch von einigen Leuten zu verabschieden.

Schade, dass ich nicht mehr die Chance hatte mich von allen Freunden zu verabschieden, aber es sollte wohl nicht so sein.

 

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Ein Highlight durfte ich aber doch noch erleben: der Koninginnedag.

 

Man kann sich so etwas überhaupt nicht vorstellen, wenn man es nicht miterlebt hat (ähnlich wie das Austauschjahr!).

 

Ganz Amsterdam ist orange. Alle Leute haben irgend etwas Orangefarbenes angezogen und wo man hinguckt, gibt es tolle Sachen zu entdecken. In Amsterdam treten die größten Künstler aus den Niederlanden gratis auf und überall gibt es Veranstaltungen.

 

Warum mich dieser Tag so besonders fasziniert hat: etwas in dieser Form kennen wir überhaupt nicht in Deutschland. Stolz zu sein auf sein Land und das auch zu zeigen ist in Deutschland ja fast ein Tabuthema.

 

So ein Königinnentag wie in den Niederlanden steckt wirklich jeden an, auch die Nicht-Holländer.

 

Unglaublich, aber wahr – mein Zeugnis ist gut geworden. Die einzige schlechte Zensur, die ich bekommen habe, gab in ausgerechnet in Deutsch.

Ja, wie kam das … ?!

Ich habe die Schule zwei Wochen eher verlassen, weil ich mit meiner Familie in die Berge gefahren bin und die Ferien sich leider unglücklich überschnitten haben. Das war aber okay, weil ich dennoch die letzten Klassenarbeiten mitschreiben konnte. In der Woche kamen meine Mitbewohnerin Cornelike und ich auf die Idee noch Hühnchen als Abschiedsessen zu machen. Leider haben wir beim Geflügel nicht so sehr auf das Haltbarkeitsdatum geachtet und das wurde uns schließlich zum Verhängnis. Am letzten Tag der Klausurwoche lag ich mit einer Lebensmittelvergiftung todkrank im Bett. Ich habe zwar noch versucht, die Deutscharbeit mitzuschreiben, was mir aber nicht mehr geglückt ist. Deshalb habe ich da nun wohl eine 6 stehen und bin direkt danach nach Hause gefahren. Na ja, zumindest habe ich es gut überlebt, aber diesen Fehler werde ich wohl nie wieder machen!

 

Und so bin ich zur Zeit also wieder zu Hause in Steinfurt, aber das lustige ist: ich habe jetzt 2 Zuhause. Das ist schon etwas Tolles.

Es war zuerst ein recht komisches Gefühl, jedoch super schön, nach der ewigen Zeit meine Familie wieder zu sehen. Am Anfang mussten wir uns aber tatsächlich erst wieder aneinander gewöhnen.

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Mein persönliches Fazit:

 

Wenn ich daran zurück denke warum ich ursprünglich nach Holland gegangen bin, dann ist eigentlich doch alles ganz anders gekommen. Zum Beispiel dachte ich, weil es in Holland so viele verschiedene Kulturen gibt, lerne ich durch meinen Aufenthalt dort gleich mehrere Kulturen kennen. Das mag für Amsterdam stimmen, aber in Laren hatte ich eindeutig keinen Kontakt zu anderen Kulturen, weil diese dort überhaupt nicht zu Hause sind.

Aber ich bereue es nicht, dass ich Holland gewählt habe.

 

Klar, manchmal wenn andere erzählen wie schön es in Australien oder wie aufregend es in Ecuador ist, denke ich, das hätte ich auch machen können. Diese Leute sitzen jetzt aber mit Fernweh zu Hause und ich habe die Möglichkeit und werde diese auch nutzen, einfach wieder zurück in die Niederlande zu fahren.

 

Und ich fühle mich zu Hause in Holland bei den Menschen und ihrer Kultur.

 

Jedes Land hat natürlich auch seine Macken, aber das Land, das an Koninginnedag orange feiert, das Land, wo man um Punkt 6 Uhr isst, wo das Fahrrad Fortbewegungsmittel Nummer eins ist, wo man Essen aus der Mauer ziehen kann, das Land der steilen Treppen und kleinen Häuser, das Land, das in 3 Stunden durchfahren werden kann, wo der Sinterklaas den Weihnachtsmann abgelöst hat, das Land, wo die Menschen am Anfang recht schüchtern sind, aber wenn man sie näher kennen gelernt hat super gute Freunde werden:

 

Genau dieses Land liebe ich!

 

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Was sonst noch passieren wird ...

 

Nächste Woche habe ich Geburtstag und meine Freunde aus Holland kommen mich besuchen. Es wird natürlich auch eine Feier geben und ich bin gespannt wie Burgsteinfurter mit Holländern klarkommen. Ende August gehe ich zurück nach Holland, weil dann mein neues Schuljahr dort anfängt.

Nächstes Jahr werde ich hoffentlich mein Abitur machen und mich dann nach Studienmöglichkeiten in Holland umsehen.

 

Wohin und Was?

 

Mal schauen! Am liebsten würde ich nach Rotterdam gehen, aber wie ich in diesem Austauschjahr gelernt habe:

 

Es kommt doch immer alles ganz anders als man denkt.

 

Liebe Leser,

hier endet nun mein Tagebuch vom Schüleraustauschjahr in den Niederlanden.

Vielen Dank dass ihr meine Berichte gelesen und mir auch soviel positive Rückmeldung gegeben habt. Ich hoffe es hat euch genauso viel Spaß gemacht wie mir!

Groetjes en Doei (Grüße und Tschüss)

Schreibt Eure Henny

 


Text: Henrike Hoeren 

Fotos: werden nachgeliefert


 

Liebe Henrike-Fans, liebe Leserinnen und Leser des Tagebuchs "Abenteuer Ausland - Ein Schüleraustauschjahr in den Niederlanden",

bevor nun eine unendliche Traurigkeit die Niederlande und Deutschland überschattet und weltweit die Flaggen auf Halbmast gesetzt werden, weil Henrike das Tagebuch über ihre Erlebnisse während des Austauschjahres mit diesem Bericht abgeschlossen hat, möchte die Redaktion Stenvorde.de noch ein paar persönliche Bemerkungen hinzufügen über ein auch für uns ganz wunderbares Jahr der Zusammenarbeit mit einer außergewöhnlichen Persönlichkeit, die so oft unter ihre Berichte schrieb: Eure Henny uit Holland!

Ich erinnere mich noch ganz genau an den Nachmittag im Frühsommer 2006, als meine Frau und ich uns zum damals ersten und einzigen Mal vor ihrer Abreise in die Niederlande mit der uns bis dahin völlig unbekannten Henrike in Gino's Eiscafé in Burgsteinfurt trafen. Unsere Gesprächspartnerin war zu diesem Zeitpunkt noch 16 Jahre alt und berichtete von ihren Vorbereitungen für das Schüleraustauschjahr, aber auch von ihren Einstellungen zu dem 10-monatigen Auslandsaufenthalt und ihren Zukunftsplänen. Sie kannte ganz genau ihre Ziele und stimmte auf unsere entsprechende Frage spontan und begeistert zu, ihre Erlebnisse in Form eines Tagebuches für Stenvorde.de aufzuzeichnen. Selbstverständlich hatten wir uns vorher die Genehmigung dazu von ihren Eltern eingeholt.

Das Ergebnis haben Sie ja nun ausgiebig gelesen, wie in unserer Log-Datei deutlich zu erkennen ist, aber auch wir von der Redaktion konnten es gar nicht abwarten, dass uns endlich wieder ein neuer Bericht von Henrike per Mail erreicht. (enormer Suchtfaktor!!!)

Wenn er dann endlich kam, wurde alles, was gerade in Arbeit war, sofort beiseite gelegt, denn Henrike hatte bei uns stets absoluten Vorrang. Ganz nebenbei gesagt war sie ja auch unsere Quotenkönigin!

Und so erlebten wir alle Höhen und Tiefen von Henrikes Auslandsaufenthalt hautnah mit.

 

Eingreifen konnten wir nie, aber ihr die Daumen drücken , sie durch unsere Berichterstattung über ihre Heimat auf dem Laufenden halten und somit vielleicht auch das Heimweh ein wenig in Grenzen halten. Schließlich durfte sie weder nach Hause fahren noch ständig mit ihren Eltern telefonieren. Auch Besuche aus Deutschland waren nicht erlaubt. So blieb eben in erster Linie nur das Internet.

Aber sie hat alle Probleme ganz allein gemeistert, hat nie ihre Ziele aus den Augen verloren, hat sich immer wieder durchgesetzt und so ganz nebenbei auch ihre Zukunft in die richtigen Bahnen geleitet. Vor allem hat sie durchgehalten, was etlichen Mit-AustauschschülerInnen leider so nicht gelungen ist.

 

Gestern, am 07. August 2007 besuchte uns Henrike während einer ganz spontanen Teamsitzung. Aus der 16-jährigen Schülerin ist inzwischen eine selbstbewusste, weltoffene und bezaubernde junge Dame geworden. Zwar immer noch Schülerin, aber nun erwachsen, erprobt in der Lösung der Probleme dieser Welt, sehr verantwortungsbewusst, zielstrebig und bereit, auch weiterhin ihr Leben in die eigene Hand zu nehmen. Es war ein ganz besonderes Vergnügen mit ihr zu plaudern und auszutauschen. Für den Rest unseres Teams war dies übrigens die erste Gelegenheit, sie endlich auch persönlich kennen zu lernen. 

Henrike während der Teamsitzung in Burgsteinfurt

Das fast vollständige Stenvorde-Team 2007 während des spontanen Treffens am 07.08.07

von links: Wilhelm Alff (Auswanderungen und Ahnenforschung); Petra Weiner (Ahnenforschung); Henrike Hoeren (Live-Berichte aus Holland); Ingrid König (Ahnen- und Heimatforschung); Willi Tebben (Autor und "Rasender Reporter"); Rudolf Kreienkamp (Webmaster). Im Bild fehlt leider Katja Greiwe (Autorin). Wird nachgeliefert.

 

Eine Kleinigkeit habe ich mir allerdings für den Schluss aufbewahrt:

 

Henrike hat sich so sehr über die vielen Kontakte, Anregungen, Unterstützung und/oder einfach nur liebe Worte der vielen Leserinnen und Leser gefreut, dass sie bereits vor längerer Zeit angedeutet hat, bei uns im Team weiter zu machen. Das hat sie bei unserem letzten Treffen erneut bekräftigt.

 

Das Austauschjahr ist nun zwar beendet, doch es geht weiter mit Henrikes Erlebnissen in den Niederlanden während ihrer Abiturvorbereitung und anschließendem Studium.

 

Wir sind natürlich jetzt schon sehr gespannt, was da noch alles kommt, wenn unsere "Auslandskorrespondentin" ein weiteres Kapitel ihres Auslandsaufenthaltes aufschlägt. Jetzt aber unter anderen Bedingungen: sie darf z.B. nach Deutschland reisen, kann Besuch aus Deutschland empfangen, darf telefonieren wohin sie will und und und ...

 

Bleiben Sie also dran. Wir machen ein neues Buch auf - Hauptdarstellerin und Autorin:    Henrike

 

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Vorstellung Henrike (Who is who)


Text: Willi Tebben

Fotos: Hans-Bernd König



Es folgt eine Linkzusammenstellung der Webseiten, die wir im Zuge unserer Recherchen besucht haben und für sehr empfehlenswert halten:

www.yfu.de - Das Deutsche YOUTH FOR UNDERSTANDING Komitee e.V. (YFU) - Organisation für Schüleraustausch weltweit

www.frikandel.de - Alles über die Frikandel & Co.

www.laren.nl - Die Heimatstadt von Henrike für 10 Monate ab August 2006

www.nic-verbeek.de - eine Webseite von Nicolaas Verbeek. Hier erfahren Sie einiges über die Entstehungsgeschichte und die Geschichte der Niederlande und über Rotterdam (grösste Hafenstadt Europas), lesen Sie die Gründungs- und Entwicklungsgeschichte der Rotterdamer "Deelgemeente Delfshaven" und die Geschichte seines Sohnes, Piet Heyn (hier in het nederlands). Zum Schluss können Sie die Site mit "Links & WebCams" betrachten. Hier finden Sie auch einige interessante Internetadressen, die Sie weiter durch die Niederlande führen werden.

www.jaduland.de/europe/netherlands/holla.html - eine sehr umfangreiche Berichterstattung über die Niederlande. Hier bleiben wohl keine Fragen offen.

www.jadu.de - J A D U - Internetworld - Das Internet - Magazin und E-Bibliothek - 40,000 Seiten. Diese Seite sollte man wenigstens einmal im Leben besucht haben. Wer sie aber mal gesehen und sich hier informiert hat, kommt immer wieder.

www.duits.de/lexikon/abc/index.php - Für alle, die einmal lesen wollen, was Niederländer so Besonderes an Deutschland finden (siehe Aldi, Bratwurst, Abfalltrennung,...)!

www.wdr.de/themen/panorama/15/sinterklaas/index.jhtml#sw01 - Bericht "Wenn der Zwarte Piet kommt ... " - Die Niederländer feiern Sinterklaas

www.flickr.com/photos/niessen/sets/1589889/ - Fotos vom Kaarsjesavond in Vreeswijk, und da sind noch mehr Seiten!

wird fortgesetzt!

 


 

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