Auswanderungen im 19. Jahrhundert

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  Auswanderungen im 19. Jahrhundert



Gemeinde Borghorst

mit den

Bauerschaften Dumte, Ostendorf und Wilmsberg

Stadt Burgsteinfurt

und

Amt Steinfurt

mit den

Bauerschaften Hollich, Sellen und Veltrup

von

Wilhelm Alff

Steinfurt 2007

 

 

Vorwort


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Schnelldampfer "ELBE" des Norddeutschen Lloyd Bremen, Holzstich von 1895

Quelle: Deutsche Auswanderer-Datenbank/Historisches Museum Bremerhaven

 

Ankunft von Auswanderern in New York, Holzstich von 1896

Quelle: Deutsche Auswanderer-Datenbank/Historisches Museum Bremerhaven

 

Die Massenauswanderungen im 19. Jahrhundert gehören zu den bedeutenden Ereignissen in der deutschen Geschichte. Mehrere Millionen Menschen verließen ihre Heimat, um in der Fremde bessere Lebensbedingungen zu suchen. Das Münsterland war in hohem Maße an den Auswanderungen beteiligt, besonders die Altkreise Tecklenburg, Ahaus und Steinfurt.

 

Das Auswanderungsthema ist in der Vergangenheit in diversen Publikationen zumeist nur allgemein behandelt worden. Die erste flächendeckende Auswanderungsforschung und Erfassung der ausgewanderten Personen für den westfälischen Raum geht auf den Historiker Dr. Friedrich Müller zurück. Sein Buch über die westfälischen Auswanderungen aus dem Regierungsbezirk Münster erschien 1966 als Band 22-24 in der Schriftenreihe der Westfälischen Gesellschaft für Genealogie und Familienforschung mit den Auswanderungen in der Zeit von 1803 bis 1850. Nach Abschluss der Grundlagenforschung für den zweiten Band mit den Auswanderungen von 1851 bis 1900 übergab Dr. Friedrich Müller die Unterlagen aus Altersgründen an den Auswanderungsforscher Martin Holz aus Rosendahl-Osterwick, mit dem er über zwei Jahrzehnte freundschaftliche Kontakte unterhalten und viele Gespräche geführt hatte. In die weitere Bearbeitung wurde der Münsteraner Historiker Norbert Henkelmann eingeschaltet. Mit großer Freude hat Dr. Friedrich Müller Korrektur gelesen und noch erfahren, dass seinem Wunsch entsprechend das Manuskript für den zweiten Band auf einem guten Weg zur geplanten Veröffentlichung gelangt war. Im Mai 1997 verstarb Dr. Friedrich Müller in Münster im Alter von 85 Jahren.

 

Für die Erfassung der ausgewanderten Personen dienten vornehmlich die Akten des Staatsarchivs Münster mit den erlaubten und dort bekannt gewordenen heimlichen Auswanderungen. Den an der Buchveröffentlichung beteiligten Autoren war bewusst, dass es daneben noch eine große Anzahl weiterer Auswanderer gab, die bei den Preußischen Behörden in Münster nicht aktenkundig geworden sind. Deshalb wandte sich die Westfälische Gesellschaft für Genealogie und Familienforschung im Mai 1997 an die Kommunalarchive im Kreis Steinfurt, um zusätzliche Quellen zu erschließen. Wegen sehr unterschiedlicher Ergebnisse fassten die Autoren den Entschluss, das zweite Werk ohne wesentliche Ergänzungen vorab auf den Markt zu bringen. Fast vier Jahrzehnte waren inzwischen vergangen, als das Buch über die westfälischen Auswanderer aus dem Regierungsbezirk Münster im Jahr 2004 als Band 60 in der Schriftenreihe der Westfälischen Gesellschaft für Genealogie und Familienforschung mit den Auswanderungen in der Zeit von 1851 bis 1900 endlich erscheinen konnte. Eine Schrift mit den Namen weiterer bislang nicht erfasster Auswanderer des 19. Jahrhunderts soll später als Ergänzungsband folgen.

 

Die 1997 an die Kommunalarchive ergangene Bitte zur Erschließung zusätzlicher Quellen bei der Auswandererforschung nahm der damalige Stadtarchivar Hans-Walter Pries aus personellen Gründen zum Anlass, das intensive Recherchieren im Stadtarchiv Steinfurt Wilhelm Alff als Bearbeiter zu übertragen. Herrn Pries gebührt ein besonderer Dank für das entgegengebrachte Vertrauen und die qualifizierte Hilfe und Unterstützung bei der Materialerhebung.

 

Neben Akten, die in den Titeln bereits Hinweise auf Auswanderungen zum Inhalt hatten, waren die Passregister und Akten über Militärangelegenheiten besonders ergiebig beim Aufspüren bis dahin nicht erfasster Auswanderer. Ebenso ergiebig waren ergänzende und auf Auswanderungen hinweisende Eintragungen der Pfarrer in den Taufregistern der Evangelischen Kirchengemeinde Burgsteinfurt. An dieser Stelle ist in den Kirchengemeinden in Burgsteinfurt Anneliese Greiwe vom evangelischen Pfarrbüro und Mechthild Luda vom katholischen Pfarrbüro sowie Franz Buskamp vom Pfarrbüro der katholischen Kirchengemeinde in Borghorst zu danken, die ihre Taufregister für die Bearbeitung zugänglich machten.

 

Für eine weiterführende Auswanderungsforschung fehlt es in unserer Region an einer wissenschaftlichen Bibliothek, wie sie zum Beispiel in Vreden beim Landeskundlichen Institut Westmünsterland, einer Einrichtung des Kreises Borken, seit Ende der 1980-er Jahre besteht. Das Institut verfügt in der gut sortierten Präsenz-Bibliothek über die aus 74 Bänden bestehende Glazier/Filby-Edition "Germans to America", die bei der Suche nach den Passagedaten wertvolle Dienste leistete. Nur so konnten bei einem Großteil der Amerikaauswanderer genaue Angaben über Abfahrtshäfen, Schiffsnamen, Ankunftsdaten und Ankunftshäfen ermittelt werden. Ein besonderer Dank gilt dem Institutsleiter Dr. Timothy Sodmann und seinen Mitarbeitern, die bei fast 50-maligen Besuchen in den vergangenen neun Jahren dem Bearbeiter stets mit fachkundigem Rat und Gelegenheit zum Gedankenaustausch zur Verfügung standen.

 

Bei der Suche nach den Passagedaten für die frühen Amerikaauswanderer bis etwa 1850 war die "Forschungsstelle Deutsche Auswanderer in den USA" (DAUSA) in der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg eine große Hilfe. In der Mediathek der Universität stehen 1586 Rollen Mikrofilm von den im amerikanischen Nationalarchiv in Washington D.C. verwahrten Passagierlisten ab etwa 1820 bis Juni 1897 zur Verfügung. Mehr als ein Dutzend Fahrten nach Oldenburg waren nötig, um dort die Passagedaten für einen großen Teil der Auswanderer aus Borghorst und Burgsteinfurt zu ermitteln. An dieser Stelle ein Dank an Professor Dr. Antonius Holtmann für fachliche Ratschläge und an die Mitarbeiter in der Mediathek für die Hilfe beim Zugang zu den Mikrofilmrollen.

 

Zu danken ist auch den Auswanderungsexperten Martin Holz und Norbert Henkelmann für ihre konstruktive Hilfe und für Hinweise auf andere Institute, die zur weiterführenden Forschung von besonderer Wichtigkeit waren. Ebenso ein Dank an Günther Hilgemann, der die Forschungsarbeit zeitweise begleitete und einzelne Fahrten zur Universität Oldenburg und zum Landeskundlichen Institut Westmünsterland in Vreden eingebracht hat. Gleichermaßen ist die gemeinsame Fahrt nach Bremerhaven zur Auswandererausstellung "Aufbruch in die Fremde" zu nennen. Besondere Erwähnung verdient auch die Tatsache, dass viele Privatpersonen ihre im Familienbesitz befindlichen Briefe, Bilder, Dokumente und sonstige Schriftstücke von Auswanderern zur Verfügung gestellt haben. Auch ihnen gilt der Dank.

 

Nach Abschluss der Grundlagenforschung haben sich Dr. Ralf Klötzer, Professor Dr. Thomas Hoeren, Günther Hilgemann und Wilhelm Alff am 24. Februar 2006 in den Räumen des Stadtarchivs Steinfurt zusammengesetzt, um eine Entscheidung über die Form der Veröffentlichung zu treffen. Einigung wurde darüber erzielt, die umfangreiche Datensammlung mit den Namen der Auswanderer des 19. Jahrhunderts aus Borghorst und Burgsteinfurt im Internet zu veröffentlichen. Die Stadt Steinfurt hat sich bereit erklärt, diese Aufgabe zu übernehmen. Es ist vorgesehen, ein Begleitbuch in der Reihe der Steinfurter Schriften herauszubringen.

 

Steinfurt, im Januar 2007

 

Dr. Ralf Klötzer

Archivar

Stadt Steinfurt

 

 

Wilhelm Alff

Beiratsmitglied

Heimatverein Burgsteinfurt e.V.

 

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Letzte Änderung 01. August 2009


Text: Wilhelm Alff

 

Alle Bilder und die dazu gehörigen Texte auf dieser Seite mit freundlicher Genehmigung der Deutschen Auswanderer-Datenbank/Historisches Museum Bremerhaven. Wir bedanken uns an dieser Stelle nochmals ganz herzlich dafür!

 

Mehr Informationen über Auswanderer und das Deutsche Auswandererhaus Bremerhaven finden Sie hier!

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